Neue EU-Verordnung: Droht unseren Haustieren bald das Todesurteil?

Auch unsere Haustiere sind auf lebensrettende Medikamente angewiesen. Eine neue EU-Verordnung könnte ihnen diese bald verweigern.

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Für die meisten Tierbesitzer sind ihre felligen Freunde ihr Ein und Alles und sind fester Bestandteil im Familienleben. Dazu gehört auch, mit den Vierbeinern zum Arzt zu gehen und ihnen die bestmögliche Behandlung zu bieten, die es gibt. Doch das wird vielleicht bald nicht mehr möglich sein.

Die meisten Antibiotika gehen an Nutztiere

Seit Jahrzehnten werden Antibiotika in großen Mengen an Masttiere verabreicht. Allein 2017 sollen 73 Prozent aller Antibiotika weltweit an die Nutztierhaltung gegangen sein. Da die Tiere dort nicht artgerecht gehalten werden, neigen sie dazu, Keime und Krankheiten zu entwickeln. Um diese zu bekämpfen, benötigen sie die Medikamente.

Allerdings führt die massenhafte Gabe dazu, dass immer mehr Keime resistent gegen die Wirkstoffe werden und dadurch auf den Menschen übergehen können. An solchen multiresistenten Keimen sollen 2015 EU-weit rund 33.000 Menschen verstorben sein.

"Drastische Auswirkungen für die Therapie von Tieren"

Der EU-Parlamentarier Martin Häusling fordert daher, die Liste der Antibiotika, die für den Menschen reserviert sind, zu verlängern. Das könnte dazu führen, dass in Zukunft vor allem Nagern und Reptilien lebensrettende Medikamente verweigert werden können, die auf sogenannte Reserveantibiotika angewiesen sind. Ein Albtraum für alle Haustierbesitzer.

Die Bundestierärztekammer spricht sich klar gegen eine solche Verlängerung der Liste aus und begründet den Protest damit, dass sie "drastische Auswirkungen für die Therapie von Tieren" haben werde. Denn "viele bakterielle Infektionen bei Tieren könnten dann nicht mehr oder nicht mehr adäquat behandelt werden."

EU-Verordnung soll nicht für Haustiere gelten

Häusling hingegen wehrt sich gegen die Petition der Bundestierärztekammer. Seine Forderung beziehe sich ausschließlich auf Mast- und Nutztiere, nicht auf Haustiere. Letztere sollten im gegebenen Fall selbstverständlich auf für Menschen reservierte Antibiotika zurückgreifen können. Das überzeugt aber nicht alle Tierärzte. Viele von ihnen befürchten, dass viele Tiere auf der Strecke bleiben werden, sollte die EU-Verordnung in Kraft treten.