Neue Regeln: Brauchen wir bald einen Haustier-Führerschein?
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Neue Regeln: Brauchen wir bald einen Haustier-Führerschein?

Von Lisa Fehrs

In Niedersachsen müssen Hundehalter mittlerweile einen Sachkundenachweis erbringen - jetzt fordert die Bremer Grünen-Fraktion einen Führerschein für alle Haustiere...

Die Grünen-Fraktion der Bürgerschaft will die Regeln für das Halten von Haustieren verschärfen - in einem Positionspapier fordert sie strengere Vorschriften und einen Sachkundenachweis für Haustierbesitzer.

Demnach sollen nur diejenigen Hunde, Katzen, Meerschweinchen und andere Haustiere erwerben dürfen, die einen solchen Haustier-Führerschein vorlegen können. Dieser soll ähnlich einem PKW-Führerschein aus einer theoretischen und einer praktischen Prüfung bestehen und auch für Kleintiere gelten, wie der Weser Kurier berichtet.

"Tiere sind keine Sachen"

Die Grünen fordern des Weiteren eine bundesweite Positivliste mit Tieren, die für die private Haltung geeignet sind, ein Verbot des Internet-Tierhandels und auf gewerblichen Messen sowie eine Chip- und Registrierpflicht für frei laufende Tiere. Der Bremer Tierschutzverein steht beispielsweise voll und ganz hinter diesen Forderungen.

Philipp Bruck, Sprecher der Grünen für Tierpolitik, erklärt: "Die Haustierhaltung geschieht häufig sehr verantwortungsvoll und artgerecht, aber nicht immer sind Haltungen für Menschen und Tiere vorteilhaft."

Bruck hat das Papier erstellt und in drei Bereiche unterteilt: Zucht und Handel, individuelle sowie die staatliche Verantwortung für das Zusammenleben mit Tieren. Bruck argumentiert:

Tiere sind keine Sachen und sollten daher nicht wie diese gehandelt werden.

Haustier-Führerschein soll künftig zum Wohl der Tiere beitragen

Er fordert eine Positivliste, die die private Tierhaltung nach wissenschaftlichen Kriterien auf die Arten beschränkt, die von einem Zusammenleben mit dem Menschen profitieren können - darunter fallen beispielsweise Hunde, Katzen oder Pferde. Zahlreiche Exoten, Rennmäuse oder Affen hingegen nicht. Tiere, die nicht auf der Liste sind, sollen demnach nicht mehr verkauft werden.

"Eine Positivliste halten wir für sehr sinnvoll", bekräftigt auch Gaby Schwab, Sprecherin des Bremer Tierheims. Einen Haustier-Führerschein hält sie theoretisch für eine gute Sache, bewertet dies aber als in der Praxis schwer umsetzbar.

Brigitte Wohner-Mäurer, Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins fügt ergänzend hinzu: "Tiere bringen Freude, schenken Wärme und Zuneigung. Dennoch darf dies nicht dazu verleiten, sich leichtfertig ein Tier anzuschaffen."

Zuletzt hatten sich in Deutschland im Zuge der Corona-Krise immer mehr Menschen einen Hund angeschafft. Doch diese Entscheidung sollte immer gut durchdacht sein, um sicherzugehen, dass man dem Tier langfristig ein erfülltes Leben bieten kann.


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