Problem "Schattenhunde": Tierschützer warnen vor überfüllten Tierheimen
Problem "Schattenhunde": Tierschützer warnen vor überfüllten Tierheimen
Weiterlesen

Problem "Schattenhunde": Tierschützer warnen vor überfüllten Tierheimen

Die Zahl der "Schattenhunde" in Deutschland nimmt immer weiter zu und entwickelt sich zu einem riesigen Problem in hiesigen Tierheimen. Deshalb hat sich ein neues Tierschutz-Bündnis gegründet, um dem entgegen zu wirken.

Schon seit Jahren beklagen Tierschützer, dass immer mehr Menschen ihre Haustiere abgeben, wenn sie mit ihnen überfordert sind. Deshalb platzen die Tierheime auch aus allen Nähten und sind zunehmend überfordert. Unter den Bewohnern der Heime befinden sich auch immer öfter sogenannte "Schattenhunde".

Was sind "Schattenhunde"?

Aber was steckt hinter diesem düster klingenden Begriff? Vorsitzende des Trierer Tierschutzvereins und Hundertrainerin Inge Wanken erklärt gegenüber Tag24:

'Schattenhunde' sind Hunde, die irgendwann keiner mehr sieht, weil sie seit Jahren im Tierheim sind – und sie keiner mehr holt.

Es handelt sich oft um Tiere, die schon oft den Besitzer gewechselt haben und letzten Endes dann im Tierheim landen.

Oft werden Hunde abgegeben, weil sie beißen, nicht alleine bleiben können, nur schwer Vertrauen fassen und sehr ängstlich sind. Solche Tiere sind natürlich nichts für Familien mit kleinen Kindern oder für schwer beschäftigte Menschen, die keine Zeit in die Erziehung ihres Hundes stecken wollen.

Teures Training

Die Problemhunde müssen dann im Tierheim trainiert werden, was pro Hund jährliche Kosten von ca. 7.000 Euro verursacht. Oftmals ist aber nicht so viel Geld vorhanden. Dabei wären die Hunde durchaus dazu bereit, sich umerziehen zu lassen. Das liege in ihrer Natur, erklärt Wanken: "Jeder Hund ist bereit, dazuzulernen und sich umzustellen."

Das neu gegründete Bündnis Schattenhunde, dem sieben Tierheime in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen angehören, fordert deshalb auch einen Hundeführerschein für die Halter. Dadurch soll vermieden werden, dass sich uninformierte Menschen einen Hund holen und ihn kurze Zeit später aufgrund von Überforderung wieder abgeben. Tatsächlich spricht einiges für so einen Schein.

Woher stammen die Tiere?

Die überfüllten Tierheime sind aber nur die Konsequenzen. Die wahren Gründe für die vielen herrenlosen Tiere liegen im Online-Handel. Zum einen bieten Hobby-Züchter Welpen im Internet an, ohne die Tiere zu trainieren und zu sozialisieren.

Zum anderen werden Straßenhunde aus dem Ausland, meist aus Osteuropa, nach Deutschland importiert. Das Geschäft mit Tieren aus Tötungsstationen aus dem Ausland nimmt immer weiter zu, so Wanken:

Es gibt eine Hundefänger-Mafia, die verdient ihr Geld damit, Straßenhunde zu fangen und in die Tötungsstationen zu bringen.

Die vollkommen verängstigten Tiere können sich schnell zu Problemhunden entwickeln.

Allein auf eBay Kleinanzeigen werden derzeit insgesamt mehr als 10.000 Hunde von sogenannten "Vermehrern" und ausländischen Verkäufern angeboten, auf dem Kleinanzeigenportal Quoka sind es über 20.000 Tiere. Viele der Tiere wachsen in elenden Verhältnissen auf und werden in Kellern und Garagen gehalten.

Skinny Jeans dürften diese Stelle an deinem Körper kaputtmachen
Auch interessant
Skinny Jeans dürften diese Stelle an deinem Körper kaputtmachen

Im Video oben geben wir euch deshalb Tipps, was ihr bei der Anschaffung eines Hundes beachten solltet.

Von Sarah Kirsch
Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen