Ratte Magawa als Lebensretter: Nach 5 Jahren Minensuche geht sie jetzt in Rente

Nach fünf Jahren Dienst als Minensuch-Ratte geht Magawa jetzt in Rente. Und sie hat einen außerordentlichen Job geleistet und dabei zahlreiche Menschenleben gerettet.

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Die Riesenhamsterratte Magawa kommt im Alter von neun Monaten von Europa nach Kambodscha, wo sie von der belgischen Hilfsorganisation Apopo zur Minensuch-Ratte trainiert wird.

Ziel: Kambodscha minenfrei zu machen

Kambodscha gilt auch heute noch als eines der am stärksten verminten Länder der Welt, als Folge des Roten Khmer ab dem Jahr 1975, wie die FAZ berichtet.

Dabei dienen die trainierten Ratten zur Aufspürung der Minen, um das Land wieder zugänglich zu machen. Insgesamt sind in Kambodscha 40 Minensuch-Ratten im Einsatz, um spätestens 2025 minenfrei zu werden.

Riesenhamsterratte Magawa bekommt Auszeichnung

Besonderes Talent hat dabei die bereits sieben Jahre alte Ratte Magawa gezeigt. In ihren fünf Jahren Dienst hat sie dabei geholfen, dass 225.000 Quadratmeter Land wieder zugänglich gemacht werden konnten.

Eine außerordentliche Leistung des kleinen Nagers mit der besten Trefferquote, dem ein besonderer Dank zuteil wurde. Als erste Ratte bekommt Magawa 2020 den höchsten britischen Tierorden der gemeinnützigen Tierorganisation PDSA - ein blaues Band mit einer Goldmedaille versehen. Auch die "Phnom Penh Post" würdigt Magawa als Held.

Doch nun scheint sie etwas müde geworden zu sein, hat sie doch 71 Landminen und 38 nicht explodierte Sprengkörper innerhalb von fünf Jahren aufgespürt.

Laut AFP kann die Ratte in einer halben Stunde die Größe eines Tennisplatzes sicherstellen - ein Metalldetektor mit den ganzen Sicherheitsvorkehrungen braucht dafür mindestens vier Tage.

Wie arbeiten Minensuch-Ratten?

Doch wie funktioniert das Ganze? Die trainierten Nager scharren in der Erde, wenn sie eine Mine entdecken - damit liefern sie den Entschärfern den Hinweis, wo sich eine befindet.

Dabei läuft sie einfach über das verminte Feld - durch ihr leichtes Gewicht löst sie diese nämlich nicht aus. Als Belohnung bekommt Magawa Bananen und Erdnüsse.

Die belgische Hilfsorganisation Apopo nützt diese Ratten sowohl in Afrika als auch in Asien, um Landminen ausfindig zu machen, aber auch die Krankheit Tuberkulose zu erschnüffeln.

Erst kürzlich dürften in Kambodscha 20 neue Minensuch-Ratten eingetroffen sein - so kann Magawa nun entspannt in Rente gehen und Bananen und Erdnüsse genießen so viel sie mag.