Schmugglerware: Das ist das am meisten gewilderte Tier

Schmugglerware: Das ist das am meisten gewilderte Tier

Ein Fund, der alle Vorherigen in seiner Grausamkeit übertrifft: 36.000 Tiere einer bestimmten Gattung werden von Wilderern wegen ihrer kostbaren Haut abgeschlachtet.

Ein Rekord des Grauens: In Singapur werden laut der New York Times 14 Tonnen Manis-Schuppen beschlagnahmt. Nie zuvor hat es einen Fall von diesem Ausmaß gegeben: 36.000 Tiere wurden für ihre Schuppen erschossen.

Seit 2014 stehen die Manis auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten, die von der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) geführt wird.

36.000 abgeschlachtete Tiere

Einer Gruppe von Naturschützern ist dieser Fund zu verdanken, der die Festnahme von mehreren Schmugglern aus Singapur bewirkt hat. In einem riesigen Container finden sie 14 Tonnen Manis-Schuppen, im Wert von 38 Millionen Dollar. Den falschen Dokumenten der Schmuggler zufolge enthielt der Container gefrorenes Rindfleisch.

Außerdem findet die Organisation 177 kg Elfenbein aus Nigeria im Wert von 88.500 Dollar.

„Dieser neue Rekordfund ist äußerst besorgniserregend und verdeutlich, wie gefährdet die Manis sind," erklärt Paul Thomas von der IUCN. „Wenn der illegale Handel mit Wildtieren nicht gestoppt werden kann, drohen die Manis auszusterben".

Massaker an einer ganzen Spezies

Früher weitgehend unbekannt, sind die Manis heute die begehrteste Beute der Wilderer. Da man ihnen medizinische Heilkräfte und eine aphrodisierende Wirkung zuspricht, werden die Tiere vor allem für ihre Haut und Schuppen gejagt und, wenn es so weitergeht, ausgelöscht. In China und im Vietnam gelten ihre Haut und Schuppen als absolute Luxusgüter für alle, die gerne mit ihrem gesellschaftlichen Erfolg protzen.

Die äußerst verletzlichen Manis sind kaum in der Lage, sich zu verteidigen: Droht Gefahr, rollen sich die gerade einmal 20 kg leichten Tierchen zu einer Kugel zusammen. Was ihnen in der freien Natur ein Nutzen ist, kommt den Wilderern gerade recht, denn sie haben so ein Leichtes, die Tiere zu erschießen.

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Diese Art der Schuppentiere lebt das ganz Jahr über alleine. Weibchen und Männchen treffen sich nur einmal, um sich fortzupflanzen, und normalerweise bringt ein Manisweibchen immer nur ein Kind zur Welt. Wegen dieser äußerst niedrigen Fortpflanzungsrate schaffen die Tiere es nicht, die Folgen der Wilderei auszugleichen.

Lea Pfennig
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