Selfie-Aufnahmen beweisen: Touristen kommen Berggorillas viel zu nahe und könnten sie so mit Corona infizieren
Selfie-Aufnahmen beweisen: Touristen kommen Berggorillas viel zu nahe und könnten sie so mit Corona infizieren
Selfie-Aufnahmen beweisen: Touristen kommen Berggorillas viel zu nahe und könnten sie so mit Corona infizieren
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Selfie-Aufnahmen beweisen: Touristen kommen Berggorillas viel zu nahe und könnten sie so mit Corona infizieren

Von Lisa Fehrs

Touristen stellen für das Land, in das sie reisen, oft eine größere Belastung dar, als man denkt. Jetzt können sie sogar aufgrund der Corona-Pandemie zur konkreten Gefahr werden - und zwar für wildlebende Gorillas...

Laut Wissenschaftern der Oxford Brooks University können Touristen eine ernstzunehmende Gefahr für wild lebende Gorillas darstellen, sich mit Covid-19 zu infizieren. Dies zeigt sich anhand von mehreren hundert Instagram-Schnappschüssen auf denen Reisende den Berggorillas im Osten Afrikas viel zu nahe kommen. Studienleiter Gaspard Van Hamme erklärt:

Das Risiko der Übertragung von Krankheiten auf die Gorillas ist sehr besorgniserregend. Es ist essenziell, dass wir die Touren-Regulationen verschärfen, damit die Trekking-Praxis nicht die bereits bedrohten Affen zusätzlich gefährdet.

Schätzungen zufolge leben nur noch etwa 1.063 Tiere - vor allem in der Republik Kongo, in Uganda sowie in Rwanda. Trotz des extrem hohen Preises für Reisen dieser Art nimmt die Nachfrage nach dem sogenannten Gorilla-Trekking stetig zu.

Touristen halten Regeln zum Schutze der Berggorillas nicht ein

Es bestehen zum Schutz der Tiere strenge Abstandsregeln, da bereits vor der Corona-Pandemie die Übertragung von Krankheiten vom Mensch auf das Tier befürchtet wird. Zuletzt hatten sich in einem Zoo in San Diego mehrere Gorillas bei einem Tierpfleger infiziert.

Jetzt, mitten in der Pandemie, gewinnt die Wichtigkeit der Einhaltung dieser Regeln noch viel mehr an Bedeutung. Vor allem weil die Fotos, die unter den Hashtags #gorillatrekking und #gorillatracking gepostet werden, zeigen, dass die Besucher der Nationalparks keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Ziel: Aufklärung statt Verbote

Das Ziel sollte nicht sein, den Gorilla-Tourismus in diesen Gebieten vollends zu verbieten, sondern statt dessen die Besucher über die Gesundheitsrisiken der Tiere, sollte man diesen zu nahe kommen, besser aufzuklären.

Berggorillas bewohnen Gebirgswälder im östlichen Afrika zwischen 2.200 und 4.300 Meter Höhe. Weil es dort meist kühl ist, schützt sie ein langes, zottiges Fell. Wie alle Gorillas gelten sie als friedlich, sanftmütig und sozial. Von allen Gorillas stellen die Berggorillas die am ausgeprägtesten auf dem Boden lebende und sich am meisten von Blättern ernährende Population dar.


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