Sie züchten und melken andere Tiere: 20 verrückte Ameisen-Facts

Sie züchten und melken andere Tiere: 20 verrückte Ameisen-Facts

Ameisen sind allgegenwärtige Insekten. Es gibt sie so ziemlich überall auf der Welt. Und Wissenschaftler bringen immer wieder Interessantes über sie heraus. So haben wir hier zwanzig erstaunliche Fakten über Ameisen zusammengestellt, die du mit Sicherheit noch nicht alle kanntest!

Sie sind nur ein paar Millimeter groß und dennoch eines der weltweit bekanntesten Insekten überhaupt. Und das aus gutem Grund. Sie sind praktisch überall zu finden. Was jedoch nicht heißen will, dass wir auch alles über sie wissen. Tatsächlich sind diese sozialen Tierchen sehr verschiedenartig und ebenso faszinierend wie verkannt. Entdecke hier mit uns zwanzig interessante Fakten über Ameisen, die du vielleicht noch gar nicht wusstest. 

1. Es gibt Ameisen, die über zwanzig Jahre alt werden können

Die Lasius niger, Schwarze Wegameise oder auch Schwarze Gartenameise, ist in Europa, Asien, Afrika und Nordamerika verbreitet und hält den Rekord der Langlebigkeit. Eine Königin der Lasius niger wurde in einem Labor 28 Jahre und 8 Monate alt. Arbeiterinnen dagegen werden oft nicht älter als ein Jahr.

2. Ameisen sind essbar

In Asien, Afrika und Zentralamerika werden Ameisen getrocknet gegessen und als knusprige Beilage oder Snack geschätzt. „Ihr würziger Geschmack passt zu zahlreichen Gerichten und lässt sich mit verschiedenen Gerichten kombinieren. Er verleiht ihnen Würze und einen exotischen Geschmack“, heißt es auf der französischen Webseite eines Großhändlers. Und? Wer hat jetzt Appetit darauf bekommen?

3. Das durchschnittliche Gewicht eines Menschen entspricht dem Gewicht von 4,5 Millionen Ameisen

Es braucht schon 4,5 Millionen Ameisen, um das durchschnittliche Gewicht eines Menschen von 65 kg auf die Waage zu bringen. Doch in Sachen Biomasse sind Ameisen dem Menschen weitaus überlegen. Schätzungen nach machen Ameisen mit mehreren Millionen Milliarden Individuen 10 bis 20 Prozent der tierischen Biomasse unseres Planeten aus.  

4. Ameisen zum Nähen von Wunden

Es gibt in Ostafrika beheimatete Stämme wie die Massai, die Wanderameisen der Gattung Dorylus zum Nähen von Wunden einsetzen.  Tatsächlich haben die Soldaten dieser Wanderameise sehr ausgeprägte Beißwerkzeuge, die nach dem Biss nur schwer wieder loslassen. Zur Wundversorgung werden mehrere dieser Ameisen auf die zusammengedrückten Wundränder gehalten. Sobald ihre Kiefer zugeschnappt haben, werden die Körper der Ameisen hinter dem Kopf abgetrennt. Wie...praktisch!

5. Ameisen überleben jeden Sturz

Aus welcher Höhe eine Ameise auch immer fallen mag, sie bleibt unversehrt. Sie ist zu klein und zu leicht, um sich zu verletzen. Die durch Masse, Form und Größe bestimmte Fallgeschwindigkeit eines Objekts ist durch ihr geringes Gewicht und ihre kleine Größe bedingt zu niedrig, um ihr Schaden zuzufügen. Außerdem schützt sie ihr Chitinpanzer vor Verletzungen beim Aufprall. 

6. Ameisen beherrschen die Kriegskunst

Manche Ameisenarten sind bei den Insektenkundlern für ihr besonders solidarisches und komplexes Verhalten gegenüber ihres Volks bekannt. Dazu gehört auch ihre militärische Strategie bei Kämpfen mit Feinden sowie bei der Verfolgung eines gemeinsamen Ziels. So können beispielsweise drei Arbeiterinnen einen Gegner oder ein Opfer beschäftigen und immobilisieren, bis eine größere und stärkere Soldatenameise kommt und den Körper des gemeinsamen Feinds zerlegt. Auch wird die Anzahl der Soldatenameisen oder Großarbeiterinnen bei der Aufzucht der Larven den jeweils gegebenen Bedrohungen angepasst.

7. Ameisen können Mega-Kolonien bilden

Die größte bisher bekannte Mega-Ameisenkolonie ist über 6.000 Kilometer lang. Sie erstreckt sich von der iberischen Halbinsel die Mittelmeerküste entlang bis nach Italien. Die übergroße Kolonie besteht aus 30 Ameisenvölkern und Millionen von Nestern, deren Individuen keinerlei Aggressivität gegeneinander zeigen. Wissenschaftlern nach sind sie alle genetisch miteinander verwandt und erkennen sich gegenseitig, obwohl sie aus unterschiedlichen Nestern stammen und verschiedene Königinnen haben.  

8. Ameisen haben zwei Mägen

Eine Arbeiterin hat zwei Mägen. Den einen zum Verdauen der eigenen Nahrung und den anderen – den Kropf oder Sozialmagen – zum kurzfristigen Speichern von Nahrung für Nestgenossen oder Larven. Sie kann die darin enthaltene Nahrung nach Bedarf wieder hervorwürgen, um die Königin, andere Arbeiterinnen, Männchen oder Larven zu füttern. Der zoologische Begriff für diese Art der Nahrungsweitergabe ist Trophallaxis. Die Ameise behält nur einen kleinen Teil der aufgenommenen Nahrung zur eigenen Ernährung für sich selbst.

9. Es hängt vom Alter der Ameise ab, welche Arbeit sie ausführt

Rang und soziale Ordnung einer Ameise werden von ihrem Alter bestimmt. Sie durchlaufen dieselben Entwicklungsstadien. Junge Arbeiterinnen kümmern sich um die Brut und die Königin. Sie füttern, sammeln Nahrung und transportieren die stark von der Temperatur abhängigen Larven. Schon etwas ältere Arbeiterinnen halten das Nest sauber und entfernen Abfälle. Und die erfahrensten Arbeiterinnen patrouillieren und verteidigen das Nest. Je nach Bedarf können die Arbeiterinnen auch die Rollen wechseln, falls die eine oder andere Ameisenkategorie Verstärkung braucht.

10. Ameisen können die Farbe wechseln

Aufgrund ihrer halbtransparenten Abdomen können Ameisen, in Funktion der Nahrung, die sie zu sich genommen haben, die Farbe wechseln. Ein Versuch mit gefärbten Zuckertröpfchen hat gezeigt, welche Ameise von welchem Zucker genascht hat. Im Versuch ergab das grüne, gelbe oder rote Ameisen.  

11. Ameisen betreiben Insektenzucht

Ameisen züchten oft Blattläuse, um sie zu melken. Sie mögen den von den Blattläusen abgeschiedenen Honigtau, der reich an Zucker und für die Ameisen wertvollen Aminosäuren ist. Als Gegenleistung schützen sie die Blattläuse vor eventuellen Fressfeinden. Doch es kommt auch vor, dass sie sich die Blattläuse selber einverleiben.

11. Es gibt Kamikaze-Ameisen, die für ihr Volk explodieren

Die in Südostasien heimische Camponotus cylindricus ist eine selbstmörderische Ameisenart, die sich bei Gefahr für ihr Volk an ihren Angreifer klammert und dann ihr Abdomen platzen lässt, wobei sie ihn mit einem ebenso klebrigen wie tödlichen Sekret überzieht. Durch diese Verteidigungsstrategie kann die Kamikaze-Ameise in den meisten Fällen verhindern, dass ihr Nest geplündert wird, und dafür sorgen, dass ihr Nachwuchs überlebt.

12. Es gibt Ameisen, die hohen Temperaturen standhalten können

Die in der Sahara heimische Cataglyphis bombycinus oder Silberameise kann dem Klima der Trockenwüste trotzen und hohen Oberflächentemperaturen standhalten. Ihre Besonderheit ist es, besonders hitzeresistent zu sein. Dieser Eigenschaft verdankt sie, ihr Nest an den heißesten Stunden für ein paar Minuten verlassen zu können und so eventuelle Fressfeinde zu vermeiden. So können sie tote Insekten finden, in ihren Bau bringen und damit ihre Kolonie ernähren. Um sich in der Wüste nicht zu verirren, orientieren sie sich am Stand der Sonne und berechnen mit seiner Hilfe ihren Weg und kehren dann so schnell wie möglich in ihr Nest zurück.

13.  Es gibt sogenannte Gewehrkugelameisen

Die aufgrund im tropischen Regenwald des Amazonas heimische und ihres extrem schmerzhaften Bisses auch Gewehrkugelameise genannte Tropische Riesenameise Paraponera oder 24-Stunden-Ameise ist eine der gefährlichsten Ameisen. Ihre erstaunliche Größe von 1,8 bis 3 cm entspricht der Heftigkeit ihres Bisses. Letzterer gilt als ebenso schmerzhaft als die Verwundung durch eine Gewehrkugel – daher ihr Name – und hält bis zu 24 Stunden an. In manchen Stämmen des Amazonasgebietes sind diese Riesenameisen Teil eines Initiationsrituals. Dazu werden mehrere dieser Riesenameisen in einen Handschuh eingewebt, die der junge Mann dann tragen muss, um zu zeigen, dass er den Schmerz der Bisse stoisch ertragen kann und sich so den Respekt als Mann zu verdienen.

14. Es gibt Ameisen, die unerkannt in fremde Nester eindringen können

DieTemnothorax pilagens ist eine jüngstens in den Vereinigten Staaten entdeckte „Sklavenhalter-Ameise“.  Sie hat die erstaunliche Fähigkeit, sich chemisch zu tarnen, um in fremde Nester einzudringen und deren Brut zu stellen und zu versklaven. Die anderen Ameisen können sie an ihren Duftstoffen nicht als Feind erkennen.

15. Es gibt Ameisen, die Flöße bauen

Die ursprünglich aus Südamerika stammende Rote Feuerameise (Solenopsis invicta) kann Überschwemmungen überleben, indem sich die weiblichen Einzeltiere mit den Larven zu einem Floß verketten. Es sind ihre wasserabstoßenden Körper und die dazwischen gebildeten Luftblasen, denen sie eine derartige Leistung verdanken. Die Königin befindet sich im sicheren Innern des Ameisenfloßes, während die Arbeiterinnen die Außenwand bilden. Die Ameisen können so mehrere Monate durchhalten und überleben.

16. Ameisen können Dutzende Quadratmeter große Bauten anlegen

2012 hat ein Forscherteam in Brasilien einen riesigen Ameisen-Megabau freigelegt. Der immense Ameisenbau war offensichtlich verlassen. Daher konnten an die zehn Tonnen Beton in die Eingänge gegossen werden, um das Ausmaß des Baus und seine Struktur zu erforschen. Nach dem Aushärten des Betons konnte eine 46 m2 große und 8 m tiefe Anlage freigelegt werden. In dem Mega-Bau müssen zu seinen Glanzzeiten Millionen Ameisen gehaust und für seinen Bau an die 40 Tonnen Erde fortbewegt haben!

17. Eine perfekte Symbiose zwischen Ameisen und Bäumen

Die Ameisen der Gattung Tetraponera, die einen Wehrstachel besitzen, deren Stich so schmerzhaft ist, wie der einer Wespe, leben in Gabun in den hohlen Ästen der Barteria-Bäume. Diese Bäume bieten den Ameisen mit ihren hohlen Ästen ideale Voraussetzungen zum Anlegen ihrer Nester. Dafür verteidigen sie die Ameisen gegen eventuelle Blattfresser. Außerdem scheidet der Baum einen von den ihn schützenden Ameisen geschätzten süßen Nektar aus. Symbiosen dieser Art gibt es viele auf der Welt, auch zwischen Ameisen und Akazien, sowie einigen fleischfressenden Pflanzen.

18. Manche Ameisen verwüsten alles, was ihnen in die Quere kommt

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Die in Amerika heimischen Wanderameisen der Gattung Eciton sind besonders räuberisch. Sie formen Nomadenkolonien von 150.000 bis 700.000 Individuen und verwüsten alles, was ihnen in die Quere kommt. Tatsächlich fressen und zerstören diese mehrere zehn Meter lange Kolonien alles auf ihrem Weg, einschließlich kleinere Wirbeltiere. In ihren Ruhephasen formen die Kolonien riesige Biwak aus lebendigen Ameisen zum Schutz ihrer Königinnen und ihrer Larven.

19. Es gibt Ameisen, die ein Nest weben

Weberameisen der Gattung Oecophylla weben ihr Nest mit Hilfe des Seidensekrets ihrer Larven aus noch am Baum hängenden Blättern. Dazu falten sie die Blätter mit ihren Mandibeln und verspinnen sie mit den Seidenfäden der Larven.

20. Es gibt Ameisen mit schildförmigem Kopf 

Die Soldatinnen der Baum-Ameisen-Gattung Cephalotes haben einen schildförmigen Kopf, mit dem sie den Eingang zu dem Nest blockieren können, das sie besetzen. Diese Ameisen-Art baut ihre Nester in der Regel nicht selbst, sondern bezieht gern schon fertige Nester von holzfressenden Insekten wie Termiten. 

Zoe Klaus
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