So profitieren chinesische Wildtiere jetzt vom Ausbruch des Coronavirus
So profitieren chinesische Wildtiere jetzt vom Ausbruch des Coronavirus
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So profitieren chinesische Wildtiere jetzt vom Ausbruch des Coronavirus

Bald dürften Wildtiere in China vom Ausbruch des Coronavirus profitieren. Das liegt am neuesten offiziellen Versuch Chinas, die Infektionskrankheit einzudämmen: Eine überraschende Ankündigung aus Peking.

Das Coronavirus verbreitet sich immer weiter. Was für viele Menschen schwere Folgen und große Einschränkungen in ihrem Leben hat, könnte für Wildtiere in China tatsächlich eine positive Nachricht sein, wie Spektrum berichtet. Im Moment wird vermutet, dass das Virus ursprünglich von einem Wildtier auf einen menschlichen Wirt übergesprungen ist, Vermutungen nach passierte dies auf einem Markt in Wuhan.

Verbot von Handel mit Wildtieren

Nun reagiert die chinesische Regierung mit einem neuen Gesetz. Zu Beginn dieser Woche verkündet sie, den Kauf und Verkauf von Wildtieren zu verbieten sowie ihren Verzehr streng zu kontrollieren. Diese Entscheidung bezieht sich neben frei lebenden Wildtieren auch auf Tiere, die in Gefangenschaft gezüchtet oder aufgewachsen sind.

Schon vor einem Monat geben sie an, jeglichen Handel mit Wildtier-Produkten vorübergehend auszusetzen - nun scheint das Verbot dauerhaft gültig zu werden.

Was passiert mit den Tieren, die momentan noch in Gefangenschaft sind?  ViktoriiaNovokhatska / Getty Images

Das Ziel der Regierung der Volksrepublik ist klar: Man möchte um jeden Preis weitere Zoonosen verhindern, also dass Krankheitserreger vom Tier auf den Menschen überspringen. Angesichts der Größe des Wildtier-Marktes in China ist die Ankündigung durchaus überraschend. Jährlich sorgt er für einen Umsatz von mehreren Milliarden Euro und beschäftigt beinahe 15 Millionen Menschen im ganzen Land.

Ferner kündigt der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses an, man möchte die Bevölkerung zum Umdenken anregen bezüglich des Tierhandels und dem generellen Verständnis des Verhältnisses zu Tieren. Dafür soll auch der Umgang mit Wildtieren in der Forschung umgestaltet werden.

Experten zweifeln an Effektivität

Nichtsdestotrotz zweifeln Experten noch an der Durchschlagskraft des Unterfangens. Sie bemängeln, dass ein komplettes Verbot des Handels einen Großteil der darauf angewiesenen chinesischen Bevölkerung kriminalisieren wird und der Kauf und Verkauf im Geheimen unkontrolliert weiter stattfindet. Zudem erwarten sie noch eine Stellungnahme dazu, was mit den Tieren passiert, die zurzeit noch in Züchtungseinrichtungen oder Wildtierfarmen leben.

Von Thomas Schmitt

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