Schuppentiere: Sind die seltenen Tiere wirklich die Überträger des Coronavirus?
Schuppentiere: Sind die seltenen Tiere wirklich die Überträger des Coronavirus?
Schuppentiere: Sind die seltenen Tiere wirklich die Überträger des Coronavirus?
Weiterlesen

Schuppentiere: Sind die seltenen Tiere wirklich die Überträger des Coronavirus?

Von Ipek Nesin

Heute ist Weltschuppentiertag! Doch ein richtiger Grund zur Freude ist das nicht. Denn die Pangoline, auch Tannenzapfentiere genannt, sind die am meisten gehandelten Säugetiere der Welt.

Was ist so groß wie eine Katze, nachtaktiv und sieht aus wie ein Tannenzapfen? Genau, ein Schuppentier! In Deutschland haben die Tierchen im letzten Jahr traurige Bekanntheit erlangt, weil sie als Überträger des Coronavirus auf den Menschen verantwortlich sein sollen. Doch stimmt das wirklich? Am heutigen Weltschuppentiertag schauen wir uns die Pangoline einmal näher an.

Schuppentiere sind vom Aussterben bedroht

Es gibt insgesamt acht Schuppentierarten in Asien und Afrika. Alle Arten sind vom Aussterben bedroht, da ihre Schuppen in Ländern wie China und Vietnam in der traditionellen Medizin verwendet werden. Auch ihr Fleisch ist in der dortigen Gastronomie sehr begehrt. Das alles hat dazu geführt, dass Schuppentiere bis heute die am meisten illegal geschmuggelten und gehandelten Säugetiere der Welt sind. In den letzten 20 Jahren ist ihre Population um rund 90 Prozent zurückgegangen.

Als im letzten Jahr das Coronavirus ausgebrochen ist, wurden die Tiere schnell zum Sündenbock erklärt. Jetzt teilt die Wuhan-Mission der Weltgesundheitsorganisation mit, dass das Virus wahrscheinlich von Fledermäusen stamme und über einen bisher noch unbekannten Zwischenwirt übertragen worden sei.

Die Schuppen sind vor allem in der traditionellen Medizin begehrt  Barcroft Media@Getty Images

China und Vietnam greifen mit Verboten durch

Das "schlechte Image" ist dennoch an den Schuppentieren hängen geblieben. Hat es wenigstens dazu beigetragen, dass weniger illegaler Handel mit ihnen betrieben wird? Durch geschlossene und intensiv kontrollierte Grenzen, hat die Anzahl der von Tierschutzorganisationen konfiszierten Tiere tatsächlich nachgelassen.

Im Juli wurden in Vietnam außerdem mit sofortiger Wirkung der Import von Wildtieren und deren Produkten, der Betrieb von Wildtiermärkten sowie das Jagen, Transportieren, Schlachten, der Kauf und Verkauf sowie der Konsum mit und das Bewerben von Wildtieren und Wildtierprodukten verboten.

Ähnlich sieht es in China aus: Die dortige Regierung hat im letzten Februar offiziell verboten mit Wildtieren zu handeln und sie zu verspeisen. Außerdem hat sie viele Wildtierarten in die höchste Schutzkategorie des Landes aufgenommen. Allerdings sind die Schuppen unseres Tannenzapfentiers weiterhin Teil des Arzneibuchs und bieten somit ein Schlupfloch für den weiteren Gebrauch.

Bildungsarbeit für Tierwohl

Vielleicht hat die Pandemie für das Schuppentier also etwas Gutes! Dafür müssen die Regierungen aber noch danach konsequent an den Gesetzen festhalten und sich für den Artenschutz einsetzen.

Tierschutzorganisationen wollen außerdem mit Bildungsarbeit in den jeweiligen Ländern auf das Leid der Tiere aufmerksam machen, um das Bewusstsein für den Tierschutz zu stärken und das Tierwohl zu verbessern. Verdient hätten es die Schuppentiere allemal.


Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen