Vierbeiner auf dem Wunschzettel: Aus dem Zoohandel oder dem Tierheim?
Vierbeiner auf dem Wunschzettel: Aus dem Zoohandel oder dem Tierheim?
Vierbeiner auf dem Wunschzettel: Aus dem Zoohandel oder dem Tierheim?
Weiterlesen

Vierbeiner auf dem Wunschzettel: Aus dem Zoohandel oder dem Tierheim?

Gerade in Zeiten des Coronavirus sehnen sich viele nach Geselligkeit. Da kommt ein Vierbeiner gerade gelegen, oder? Doch bei einem solchen Weihnachtsgeschenk kann man vieles falsch machen, wie die Tierschutzorganisation One Voice verkündet. Wir sagen dir, wie die Bescherung tierfreundlich wird.

Vielerorts werden junge Hunde, Kätzchen, Kaninchen und andere Kleintiere als lebende Weihnachtsgeschenke in Zoohandlungen verkauft - doch das niedliche Angebot hat einen bitteren Nachgeschmack.

Massenware Haustier

Die Welpen werden oft viel zu früh von der Mutter getrennt, was zu Verhaltensstörungen führt www.flickr.com/la_cuna/ @ Getty Images

Die meisten Jungtiere dieser Art werden in Massenzucht in Osteuropa produziert und sind recht zweifelhafter Herkunft. Denn die Haltungsbedingungen sind meistens katastrophal und verstoßen gegen das Tierwohl.

Die Jungtiere sind bei dem Transport nach Westeuropa kaum entwöhnt (wenn überhaupt) und werden ihren Müttern entrissen und in enge Transportkisten gepfercht, um bei uns eine stets blühende Nachfrage nach Haustieren zu befriedigen. Doch auch bei regionalen Züchtern sind die Zustände oft kaum besser und die Tiere gelten als Massenware.

Falsche Tierliebe hat oft schlimme Folgen

Bei Kindern wächst das Verantwortungsbewusstsein erst mit dem Alter Ron Levine @ Getty Images

Besonders in der Weihnachtszeit boomt die Nachfrage. Viele Eltern geben den leuchtenden Augen ihrer Kinde schließlich nach und und kaufen ihrem Nachwuchs dann unüberlegt einen tierischen Begleiter. In Zoohandlungen, wo auch Spielzeug, Futter und sonstiges Zubehör für Tiere erhältlich sind, werden dann aus praktischen Gründen auch die meisten Jungtiere gekauft.

Die Tiere werden dort als Ware angeboten, in erster Linie um ein rentables Geschäft mit ihnen zu machen. Ihre Herkunft ist meistens nicht geklärt. Sie sind nur selten tierärztlich versorgt und meistens nicht einmal geimpft und sterilisiert. Oftmals werden die Anforderungen eines Haustiers unterschätzt und so landet der arme Vierbeiner nach einiger Zeit im Tierheim - oder schlimmer: auf der Straße.

Identity Unknown

In Zoohandlungen werden kaum Angaben über die Herkunft der Tiere gemacht. Sie haben keine Papiere und erst recht kein Gesundheitszeugnis. Es geht in der Heimtierindustrie nicht um das Wohl der Tiere, sondern vielmehr um den eigenen Profit.

Modehunde wie Chihuahuas, Spitz, nordische Rassen und Modekatzen wie die Ragdoll oder die Maine-Coon-Katze und andere können dort schnell über 1.000 Euro kosten. In den leider oft überfüllten Tierheimen hingegen, wo die Adoption eines Tieres nur um die 100 bis 250 Euro kostet, werden die Tiere systematisch untersucht, geimpft und sterilisiert.

Eine Bindung fürs Leben

In der Heimtierindustrie ist nicht das Wohl des Tieres vordergründig Barcroft Media / Kontributor @ Getty Images

So es geht in der Industrie nur um Gewinn und Vermarktung. Niemand kümmert sich um die Lebensbedingungen dieser armen Tiere. Und eine weitere Frage drängt sich auf: Was wird aus all den Jungtieren, die nicht gekauft werden? Oder hast du schon einmal ausgewachsene Hunde oder Katzen in einem Zoogeschäft gesehen?

Daher unsere Bitte: sei ehrlich zu Dir selbst und realisiere, welche Konsequenzen die Anschaffung eines Haustieres mit sich bringt. Verschenke ein Tier bitte nicht an Dritte. Doch soll es ein Geschenk an Dich selbst sein, so überlege Dir, ob Du auch über Weihnachten hinaus noch in der Lage bist die Betreuung und Verantwortung für einen Vierbeiner zu übernehmen.

Alternative Geschenkideen

Die Anschaffung eines Haustieres zieht viel Verantwortung nach sich Bill Varie @ Getty Images

Falls ja, dann adoptiere doch bitte eine Fellnase aus dem Tierheim. Denn dort sind die Tierabgaben in den letzten 10 Jahren extrem angestiegen. Außerdem kannst du dir hier die Zeit nehmen, die es wirklich braucht um den passenden Partner zu finden.

Bei Hunden ist das über gemeinsame Spaziergänge möglich, bei Samtpfoten über eine Kuschelrunde im Katzenhaus. Beachte aber, dass einige Tierheime absichtlich um die Weihnachtszeit einen Vermittlungsstopp einlegen. So soll vermieden werden, dass verantwortungslose Spontanadoptionen stattfinden.

Falls Du nicht über die nötigen Kapazitäten verfügst, denke über eine Tierpatenschaft in deinem nächstgelegenen Tierheim nach. Ebenso lässt sich eine solche gut verschenken. Kinder freuen sich übrigens oft genauso sehr über ein schönes Plüschtier oder informative Lektüre zu ihrem Lieblingstier. Bedenke, dass ein Tiere niemals ein Spielzeug, Geschenk oder Accessoire ist.

Von Lisa Fehrs

Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen