Tierschützer dringen heimlich in stillgelegten Marine-Park in Japan ein

Diese Bilder aus einem Marine-Park in Japan zeigen einmal mehr auf grausige Art, wie herzlos Menschen gegenüber Tieren sein können. Im Januar dieses Jahres muss der Inubosaki-Park aus finanziellen Gründen schließen. Doch was Tierschützer entdecken, als sie dort eindringen, löst einen weltweiten Aufschrei aus.

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Leerstehende Gebäude, zerbrochene Fensterscheiben und verdreckte Becken: So sieht es momentan aus im Inubosaki Marine-Park in Japan. Aus finanziellen Gründen muss er im Januar 2018 schließen. Das schockierende daran: Die ehemaligen Besitzer der Parks haben nicht nur dichtgemacht, sondern auch sämtliche Tiere sich selbst überlassen!

Wir hören leider immer wieder von allein gelassenen, halb verhungerten Tieren. Doch das sind meistens Einzelfälle, sie betreffen Hunde, Katzen oder Pferde. Aber das ein ganzer Zoo einfach verlassen wird, ist ein neues Maß an Grausamkeit.

Nur ein Verein hält die Tiere am Leben

Seit nun schon neun Monaten sind 46 Pinguine, eine große Anzahl an Fischen und Reptilien sowie ein Delfin-Weibchen praktisch auf sich allein gestellt - eingesperrt in ihren Gehegen. Am Leben halten können sie sich nur, weil sich der Tierschutzverein Animal Rights Center mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern auf eigene Kosten um die Fütterung der Tiere kümmert. Auch ihre ehemaligen Pfleger kommen täglich und versuchen, sich so gut wie möglich der Tiere anzunehmen.

Besonders die Gehege sind in einem derart jämmerlichen Zustand, dass die Tierschützer harte Maßnahmen ergreifen. Sie wollen die ehemaligen Besitzer des Marine-Parks vor Gericht bringen und appellieren an die japanische Regierung, den Tieren zu helfen.

Schuld war ein Erdbeben

Seit einem verheerenden Erdbeben, das Japan 2011 heimsucht, besuchen nur noch wenige Menschen den südlich von Fukushima und östlich von Tokio auf der Hauptinsel gelegenen Inubosaki Marine-Park. Aus Mangel an Einnahmen muss der Park im Januar dieses Jahres dann endgültig schließen.

Delfin-Dame Honey sorgt für weltweiten Aufschrei

Vor allem die Bilder des Delfin-Weibchens Honey schockieren die Öffentlichkeit. Die im März und im August gemachten Aufnahmen zeigen das arme Tier allein in seinem winzigen und verdreckten Becken schwimmen. Honey wird schon 2004 in der Bucht von Taiji gefangen - heute versinnbildlicht sie das traurige Schicksal all der Tiere, die weltweit gefangen und in Marine-Parks eingesperrt werden.

Die Tierschutzorganisation Animal Rights Center versucht, sie zu retten. Doch bisher hat man nicht die Mittel aufgebracht, die notwendig sind, um das Tier in ein entsprechendes Reservat zu bringen. In der Zwischenzeit verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Delfin-Dame immer mehr. Sie steht offensichtlich unter Stress, zeigt Anzeichen von Einsamkeit und leidet an schlimmen Sonnenbränden.