"Unser Haus ist definitiv nicht für Pferde geeignet": Miniatur-Pony wohnt mit Familie im Haus

Diese Geschichte klingt wie aus einem Kinderbuch. Doch sie hat sich genauso abgespielt. Bei einer US-amerikanischen Familie mit einem großem Haus - und mit einem noch viel größerem Herz.

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Die Familienmutter Patty findet ein kleines und schwaches Fohlen in den Feldern. Von der Mama des Neugeborenen ist erst keine Spur in Sicht. Da das Kleine noch nicht fällig war, hatte niemand mit der Geburt gerechnet.

Irgendwas stimmte nicht

Es hatte noch nicht gegessen und so nahm sich die Familie unmittelbar ihrer an. Nach einigen Zeit brachten der Sohn der Familie sowie seine Freundin und der Tierarzt das Kleine zurück auf die Koppel in Mamas Nähe. Doch jedes Mal trat die Stute nach ihrem Fohlen aus. Irgendwas stimmte nicht.

Die Stute mit dem Namen Anna war im Mai 2020 zum ersten Mal Mutter geworden. Und nach der Erfahrung der Tierretterin, tun sich solche frischgebackenen Mütter manchmal schwer in dieser Rolle. Zudem war die Stute in ihrer Vergangenheit misshandelt worden und litt unter starkem Untergewicht. Erst dank der Aufnahme durch den Gnadenhof in South Carolina, konnte sie genesen - und entging knapp dem Tod.

Keine Mutterinstinkte

Mehrere Stunden ist der Tierarzt vor Ort, doch das Fohlen ist ausgesprochen schwach, leidet unter Hufdeformationen und hat noch immer nichts gegessen. Der Mediziner gibt ihr noch ein Zeitfenster von wenigen Stunden, andernfalls müsste er das Kleine leider einschläfern. Ohne Nahrung verhungert ein ausgewachsenes Pferd nach etwa drei Wochen. Er empfiehlt der Familie, das Fohlen mit nach Hause zu nehmen und mit der Flasche aufzupäppeln.

Gesagt, getan. Die Familie legt das Kleine in den Kofferraum und nimmt es kurzerhand mit nach Hause, 45 Minuten von dem Gnadenhof entfernt. In den ersten Tagen liegt das Fohlen die meiste Zeit nur auf dem Boden, wo sich die Familienmutter zum Schlafen neben sie gesellt. Doch bereits nach ein paar Tagen, änderte sich ihr Zustand immens.

Schnelle Genesung

Sie füttert die Kleine alle 30 Minuten mit Milch und so wird die neue Mutterrolle ein richtiger Full-Time-Job für Patty. Nach drei, vier Tagen steht die Kleine endlich auf und... prescht durch den Garten. Voller Energie, ist das Neugeborene kaum wiederzuerkennen. Die Familie tauft sie auf den Namen "Adelaide".

"Unser Haus ist definitiv nicht für Pferde geeignet", sagt die US-Amerikanerin und lacht. Dann fügt sie hinzu: "Ich glaube, eigentlich kein Haus der Welt ist für Pferde geeignet". So baut die Familie ihre Kücheninsel schon nach kurzer Zeit aus, denn Addie, wie sie fortan gerufen wird, hat schon große Teile davon angeknabbert.

Quietschgelbe Gummistiefel

Am liebsten liegt Addie mit ihrem Kumpel Marlin in der Sonne

Damit die Kleine nicht auf den Fliesen in der Küche ausrutscht, bekommt sie schon bald ihre eigenen knallgelben Gummistiefel. So ziemlich alles weckt das Interesse der neugierigen Addie und so löscht sie ihren Durst bei Bedarf am Eiswürfelspender des Kühlschranks.

Wie ein Hund kommt Addie bei ihrer Ersatzmama vorbei, um sich ihre Streicheleinheiten abzuholen. Und davon braucht sie viele. "Sie sieht mich definitiv als ihre Mama an", gesteht die Tierfreundin. Doch ein Problem gibt es noch.

Ein Hund auf vier Hufen

Man könnte meinen, Addie sei ein Hund. So spielt sie am liebsten mit Menschen und Hunden. Und davon hat die Familie zwei zu Hause. So freundet sie sich bald mit dem Rüden der Familie an. Bald sind Addie und Marlin unzertrennlich. Mit Pferden kann sie hingegen nicht so viel anfangen.

Um Addie daran zu erinnern, welcher Spezies sie angehört, beginnt die Familie bald, das junge Pferd auf die Farm zu fahren. Hier darf sie jeden Tag zwei bis drei Stunden mit den anderen Pferden und Eseln auf den Koppeln rumrennen.

Täglicher Ausflug auf die Weide

Die Adoptivmutter führt sie dazu zunächst mit einer Leine auf die Weide. Da die Kleine sehr nachtaktiv ist, bekommt die Menschenmama jedoch sehr wenig Schlaf ab und beschließt daher, mit einem Campingwagen direkt auf die Farm zu ziehen. So kann sie für Addie da sein, bis sie sich abgekapselt hat und sich als Pferd ansieht.

Bald ist die kleine Addie 8 Monate alt

Einige Monate später ist das Werk vollbracht. Zwar befindet sich die kleine Addie ganz unten in der Herdenhierarchie, doch sie ist angekommen in ihrer neuen Familie. Und wird immer durchsetzungsfähiger. Und das ist doch ein gutes Zeichen, so findet ihre menschliche Mama.

Sieht man sich die Bilder kurz nach ihrer Geburt und die neueren Aufnahmen an, so ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Doch seht selbst. Und wenn ihr täglich neue Bilder sehen möchtet, könnt ihr dies auch auf ihrem ganz persönlichem Instagram-Kanal tun. Viel Spaß.