Vom Tierheim ins Weiße Haus: Deutscher Zuwachs für den neuen US-Präsidenten
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Vom Tierheim ins Weiße Haus: Deutscher Zuwachs für den neuen US-Präsidenten

Von Lisa Fehrs

Am 20. Januar ist es endlich soweit: Dann zieht Joe Biden mit seiner Familie ins Weiße Haus. Doch die Präsidentenfamilie bringt auch deutschen Zuwachs mit nach Washington.

Ja, richtig gelesen! Mit dem neuen US-Präsident ziehen nämlich auch seine beiden Deutschen Schäferhunde Champ und Major mit in die Pennsylvania Avenue. Was das Besondere ist? Major ist der erste Tierheimhund der Geschichte, der ins Weiße Haus einzieht und damit zum „First Dog“ wird.

Joe Biden setzt ein Zeichen

Damit setzt Joe Biden ein schönes Zeichen in der Vorweihnachtszeit. Auch immer mehr Amerikaner adoptieren ihre Haustiere bereits aus einem Tierheim und befreien so eine Vielzahl an herrenlosen Hunden von ihrem traurigen Schicksal. So sind es auch immer weniger Tiere, die eingeschläfert werden müssen.

Gemäß der American Society for the Prevention of Cruelty to Animals (ASPCA) wurden 2020 über 1,6 Millionen Hunde aus der Tierrettung adoptiert, wohingegen geschätzt etwa 3,3 Millionen Hunde jährlich in die Tierheime kommen. Dabei werden ca. 670.000 von ihnen aus finanziellen Gründen und Platzmangel eingeschläfert.

Kitty Block, die Präsidentin der Tierschutzorganisation Humane Society of the United States, vermerkt in den letzten zehn Jahren zunehmend einen Sinneswandel:

Früher dachten die Leute, dass Hunde in Tierheimen landen, weil etwas mit ihnen nicht stimmt. Als die Leute begriffen, dass die Hunde nicht in den Tierheimen sind, weil sie krank sind oder Verhaltensprobleme haben, sondern weil es zu viele von ihnen gibt, hat das wirklich dazu beigetragen, die öffentliche Wahrnehmung zu verändern

Frohe Botschaft für Tierliebhaber

Es gibt viele gute Gründe dafür, einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren. In den USA scheinen diese im Bewusstsein der Menschen angekommen zu sein. Seit 2011 mussten nur noch ca. 2,6 Millionen Tiere eingeschläfert werden.

Als möglichen Grund vermutet die ASPCA die zunehmende Beliebtheit von Haustieren sowie die geglückten Aufklärungskampagnen zur Kastration und Sterilisierung von Hunden und Katzen. Außerdem war es zuletzt immer öfters möglich, entlaufene Hunde wieder mit ihren Besitzern zu vereinen.

Digitalisierte Tierheime

Der neue "First Dog" Major ist erst zwei Jahre alt

Während Rüde Champs bereits seit 2008 zur Familie Biden gehört, wurde Major erst vor zwei Jahren auf Initiative von Bidens Tochter Ashley als Welpe von der Delaware Humane Association (DHA) adoptiert.

Der Geschäftsführer der DHA schreibt den positiven Trend auch den sozialen Medien zu. So sei es viel leichter geworden potentielle Interessenten zu erreichen. Während man früher die Tiere beispielsweise auf der Website vorgestellt hat, wird dies heute mittels Facebook-Posts gemacht.

So sei auch Ashley Biden auf den süßen Welpen gestoßen. Er gehörte zu einer Gruppe von sechs Welpen, die eine Vergiftung erlitten. Er soll nun übrigens auch der erste ausgebildete Rettungshund im Weißen Haus werden.

Oval Office erstmals ohne "First Dog"

Mit Major wird die nun vierjährige haustierlose Zeit im Weißen Haus ein Ende finden

„First Pets“ haben in Washington Tradition. Nach Angaben des Presidential Pet Museums war der als Hygienefanatiker verschriene Donald Trump der erste US-Präsident ohne Haustiere seit Präsident James Polk in den 1840er Jahren.

„Ich hätte ja nichts gegen einen Hund, aber habe ich genug Zeit? Und wie würde es aussehen, wenn ich vor dem Weißen Haus mit ihm Gassi gehe?“, erklärte sich dieser bei einem Wahlauftritt in Texas. Auch die Tierwelt scheint es nicht mit dem aktuellen US-Präsidenten zu haben.

Seit dem Amtsantritt George Washingtons hatte es fast immer Haustiere im Weißen Haus gegeben. Während der Amtszeit John F. Kennedys lebte ein halbes Dutzend Hunde im Weißen Haus. Andrew Jackson hatte beispielsweise einen Papageien, dem er das Fluchen beigebracht hatte. Teddy Roosevelt hielt sogar ein Staatsbegräbnis für sein Kaninchen Peter Rabbit ab. Auch im britischen Königshaus leben viele Haustiere. Zuletzt bekundete die Queen den Verlust ihres geliebten Corgi Vulcan.

Ein tierischer Meilenstein

Biden ist ein bekennender Tierfreund und wuchs selbst mit Schäferhunden auf

So wird die tierische Leere an der Pennsylvania Avenue bald wieder durch die tierischen Freunde von Trumps Nachfolger gefüllt. Biden, der selbst mit Schäferhunden groß wurde, beschreibt seine Beziehung zu Hunden wie folgt:

Hunde erinnern einen daran, in der Gegenwart zu leben. Sie lieben dich bedingungslos und schätzen jeden Moment, den sie mit dir verbringen dürfen. Wenn ich mit Champ und Major zusammen bin, lebe ich einen Moment lang im Hier und Jetzt und genieße so simple Dinge, wie einen Ball zu werden oder einen Spaziergang zu machen.

Tierfreunde aus aller Welt beschreiben den Einzug Majors ins Weiße Haus als einen weiteren emotionalen Meilenstein, den es im Zuge dieser Wahl zu feiern gibt. Neben der ersten weiblichen und schwarzen Vizepräsidentin gibt es nun auch den ersten Präsidentenhund aus einem Tierheim.


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