Vom Tierquäler zum Mörder: Wissenschaftler sehen Zusammenhang zwischen Straftaten

Vom Tierquäler zum Mörder: Wissenschaftler sehen Zusammenhang zwischen Straftaten

Schon die amerikanische Anthropologin und Ethnologin Margaret Mead weiß: "Eines der gefährlichsten Dinge, die einem Kind passieren können, ist, ein Tier zu töten oder zu quälen und dann einfach so davon zu kommen."

Viele Psychologen, Anthropologen und Fachleute der Kriminologie haben das Verhältnis von Tierquälerei und Gewalttaten gegen Menschen untersucht. Dabei sind sie zu dem Schluss gekommen, dass ein erheblicher Zusammenhang zwischen beiden Straftaten besteht - einer der Gründe, warum in den USA jetzt das PACT-Gesetz in Kraft getreten ist.

Tierquälerei ist erst die Vorstufe

Oftmals ist die Tierquälerei die Vorstufe zur Gewalt gegen Menschen. Häufig ist die Gewaltbereitschaft schon im Kindesalter vorhanden. Da die Kinder selber klein und schwach sind, suchen sie sich noch kleinere und schwächere Lebewesen, die sie quälen können.

Viele Tierquäler fangen mit einem kleinen Tier wie beispielsweise einem Frosch oder einer Spinne an. Der Frosch wird aufgeblasen, der Spinne die Beine ausgerissen. Anschließend arbeiten sie sich zu größeren Tieren vor.

Oft müssen darunter auch die eigenen Haustiere leiden. Hunde und Katzen werden von solchen Tätern oft misshandelt, getreten, geschlagen. Den Tieren werden die Knochen gebrochen, sie werden angezündet oder lebendig begraben. Die Grausamkeit kennt keine Grenzen.

Die Tiere werden immer größer

Oft ist zu hören, dass sogar Pferde auf der Koppel angegriffen werden. Dabei kann man sich nahezu ausschließlich sicher sein, dass dieser Mensch zuvor bereits kleinere Tiere gequält und getötet hat. Ein solches Verhalten müssen Eltern und andere Personen aus dem Leben dieser Kinder und Jugendlichen sofort unterbieten.

Das Kind muss lernen, dass es falsch ist, ein Tier zu quälen und zu töten. Wenn es das nicht lernt, wird es sich zu größeren Tieren vorarbeiten und schließlich auch vor Menschen keinen Halt machen, so die Forschung.

Tierquälerei und häusliche Gewalt

Oben im Video erzählen wir euch von Tätern, die zuerst Tiere gequält und anschließend Gewalt gegen Menschen verübt haben.

Tierquälerei hängt übrigens auch stark mit häuslicher Gewalt zusammen. Oftmals findet dort, wo häusliche Gewalt stattfindet, auch Tierquälerei statt, die dem Missbrauch vorangegangen ist. Wie Catplus berichtet, findet in 88 % der 57 untersuchten Familien in New Jersey sowohl Tierquälerei als auch Kindesmisshandlung statt. Es ist also nur ein kleiner Schritt vom Hund zum Kind.

Oftmals werden Tiere auch als Druckmittel genommen, um Kinder oder Partner*innen in Schach zu halten. "Wenn du nicht tust, was ich sage, füge ich dem Hund Schmerzen zu", wäre ein typischer Satz. Wenn ein Kind selbst Gewalt erlebt hat, wird es später oft selbst zum Gewalttäter.

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Tierquälerei anzeigen

Dabei kann die Gewalt gegen Menschen bis zum Tod führen. 1999 wird eine Studie an 63 Tierquälern vorgenommen. Dabei kommt heraus, dass 78 % von ihnen auch wegen Gewalt gegen Menschen angeklagt waren.

Wer mitbekommt, dass ein Kind, Jugendlicher oder Erwachsener ein Tier quält, der sollte umgehend zur Polizei gehen. Denn auch, wenn diese Person nicht zwangsläufig gewalttätig gegenüber Menschen wird, so ist selbst die Tierquälerei schon eine Straftat.

Sarah Kirsch
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