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Wann und wie wurde die Katze zum beliebtesten Haustier des Menschen?

Ein internationales Forscherteam hat sich mit dem Zusammenleben von Mensch und Katze beschäftigt und zu rekonstruieren versucht, wann aus der Wildkatze eine Hauskatze wurde.

Der Mensch hat von jeher Haustiere gehalten. Weltweit wird die Anzahl der Hauskatzen derzeit auf 500 Millionen geschätzt. Allein in deutschen Haushalten sind rund 13 Millionen Stubentiger registriert. Sie machen es sich auf unser Couch, im Bett und im Sessel bequem. Sie sind allgegenwärtig und haben unsere Herzen erobert.

Doch das war nicht immer so. Ein internationales Forscherteam hat die Geschichte der Hauskatze rekonstruiert und im Fachmagazin „Nature Ecology & Evolution“ publiziert.

Die Katze und die Anfänge des Ackerbaus

Unsere Hauskatze stammt nicht, wie etwa angenommen, von der Europäischen Wildkatze oder Waldkatze (Felis silvestris silvestris) ab, sondern von Wildkatzen aus dem Nahen Osten und Nordafrika. „Sämtliche Hauskatzen sind Nachkommen der Falbkatze bzw. Felis silvestris lybica, einer Wildkatze aus dem Nahen und Mittleren Osten, erklärt die CNRS-Forscherin Eva-Maria Geigl vom Institut Jacques Monod in Paris und Co-Autorin der Studie.

Für die Studie hat das internationale Forscherteam das Erbgut der Überreste von knapp 230 Katzen aus verschiedenen Teilen der Welt untersucht. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass der Mensch bereits vor mehr als 9.000 Jahren Katzen gehalten hat. Der Ursprung dieses Zusammenlebens lässt sich auf den Anfang des Ackerbaus zurückverfolgen.

Es wird angenommen, dass sich die ersten Katzen den Menschen vor rund 10.000 Jahren annäherten, als diese in Mesopotamien anfingen, Ackerbau zu treiben und Korn zu lagen. Die von den Kornspeichern angezogenen Nagetiere waren eine Plage für die Menschen und für die geschickten Jäger auf Samtpfoten willkommene Beute. Das führte zunächst zu einer Art Zweckgemeinschaft zwischen Mensch und Katze.

Die Domestizierung der Katze in zwei Wellen

DNA-Analysen legen nahe, dass Katzen im Laufe ihrer Evolutionsgeschichte nach und nach die Sympathie der Menschen gewonnen haben und diese sie sogar auf ihren Schiffen mitnahmen, um sich der lästigen Nager zu wehren. „Wir haben beobachtet, dass sich die Katze aus dem Nahen Osten verbreitet hat, als die ersten Ackerbauern so um 4.400 vor unserer Zeitrechnung nach Europa kamen“, teilt Eva-Maria Geigl der AFP mit.

Im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung kam es zu einer zweiten Welle der Domestikation, als die alten Ägypter begannen, sich für die Katze zu interessieren. Statuen, Abbildungen und andere künstlerische Zeugnisse zeugen von ihrer Verbundenheit für die Katze. Schließlich kam das Interesse für die Katze über Rom bis ins alte Griechenland.

Wir wissen zum Beispiel, dass die römischen Kriegsschiffe Katzen an Bord hatten. Sie sollten die Nager jagen, die ihren Vorräten und ihrer Ausrüstung zusetzten“, steht in der Studie zu lesen. Die Römer waren übrigens nicht die einzigen, die Katzen an Bord ihrer Schiffe mitführten. Einer Studie vom Oktober 2016 nach standen Wikinger unter dem Scharm von Katzen und nahmen sie ab dem 8. Jahrhundert ebenfalls auf ihren Schiffen mit.

Vom Nutztier zum Haustier

Trotz all dieser Erklärungen und der vermuteten Chronologie ihrer Domestikation ist noch unklar, ab wann die Katze tatsächlich zum Haustier wurde. So trat zum Beispiel die Genmutation, die für das getigerte Fell der Hauskatze verantwortlich ist, erst im Mittelalter auf, zunächst in Asien, dann auch in Europa und Afrika.

Erst damals begann auch das Aussehen der Katze für den Menschen eine Rolle zu spielen. Es stand nicht mehr nur die Zweckgemeinschaft im Vordergrund. Der Mensch begann, Katzen in Funktion ihrer besonderen Eigenschaften und ihres Fells zu züchten. Doch trotz dieser Annäherung, bleiben selbst für Experten noch Fragen offen und ist unklar, in wieweit die Katze wirklich gezähmt ist.

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Im Gegensatz zum Hund ist die Katze ein sehr unabhängiges Wesen, das „sein eigenes Leben lebt und sich nur relativ wenig um die Menschen kümmert, die es umgeben“, erklärt Thierry Grange von der Universität Paris-Diderot dem Guardian. Diese Eigenschaft macht die Katze zum „wildesten Haustier des Menschen“.

Von der Redaktion
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