Weibliche Kraken werfen Muscheln auf Männchen, die sie belästigen

Im Kampf benutzen Kraken Gegenstände, die sie auf dem Meeresboden finden, um ihre Artgenossen damit abzuwerfen. Die Filmaufnahmen eines australischen Forscherteams sind unglaublich!

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Schon seit längerem ist Forschern bekannt, dass Kraken zu den intelligentesten Lebewesen des Meeres zählen. Doch neueste Erkenntnisse eines Teams der University of Sydney stellen dieses Wissen noch einmal auf den Kopf. An der Küste Australiens wird beobachtet, wie Kraken Muscheln und Schlick benutzen, um ihre Feinde damit abzuwerfen.

Kraken werfen Feinde zielgenau ab

Die Forscher sind begeistert: Die Beobachtungen scheint zu beweisen, dass Kraken genau zielen können und auch eine grundsätzliche Vorstellung von der Bewegung ihrer Artgenossen haben, damit sie diese selbst dann treffen, wenn sie nicht stillstehen.

Um andere Kraken abzuwerfen, halten sie Schlick, Algen oder Objekte wie Muscheln mit ihren Tentakeln unter ihrem Körper fest, neigen dann ihre Saugnäpfe und schießen mit einen Wasserstrahl die Gegenstände wie Projektile durch die Gegend.

Krakenweibchen greift aufdringliche Männer an

Es ist nicht das erste Mal, dass Forscher diese ungewöhnliche Technik beobachten. Schon oft haben sie Kraken gesehen, die nach einer Auseinandersetzung Muscheln ins Nichts schießen - als würden sie versuchen, so ihre Wut rauszulassen. Nun allerdings können sie dabei gefilmt werden, wie sie diese Technik zum Angriff nutzen.

Ein Ereignis bleibt dem Team ganz besonders im Gedächtnis: Ein Krakenweibchen wirft zehn Mal Schlamm auf ein Männchen aus einer nahe gelegenen Höhle, das versuchte, sich mit ihr zu paaren. Offenbar hat ihr das nicht gepasst - was sie mit den gezielten Würfen klar zu verstehen gibt.

In einem anderen Fall wirft ein Männchen, nachdem seine Annäherungsversuche an ein Weibchen zurückgewiesen werden, eine Muschel nach ihr und wechselt empört die Farbe.

Beeindruckende Filmaufnahmen

"Diese Sequenz hat mich davon überzeugt, dass sie mit Absicht werfen", erklärt der Leiter der Forschungsgruppe, Peter Godfrey-Smith. Der Experte studiert bereits seit vielen Jahren das Verhalten der faszinierenden Meeresbewohner. Trotzdem ist auch er überrascht von den Videoaufnahmen.

Eine Auffälligkeit gibt es noch: Obwohl das Werfen als eine Form des Angriffs eingesetzt zu werden scheint, hat das Team keinen Kraken gesehen, der mit einem eigenen Angriff oder dem Zurückwerfen von Gegenständen reagiert hat. Ganz so kampfeslustig scheinen die Geschöpfe dann doch nicht zu sein.