Wie eine Massage eurer Katze und eurem Hund helfen kann
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Wie eine Massage eurer Katze und eurem Hund helfen kann

Von Lisa Fehrs

Wem ist nicht schon aufgefallen, dass unsere Vierbeiner bisweilen auch mal humpeln oder ganz schief laufen? Kein Wunder, denn wie wir auch werden sie von Verspannungen, Gelenkschmerzen und Blockaden geplagt. Eine Physiotherapie kann ihnen dann das Leben wieder leichter machen.

Bei Muskel- und Geh- oder Haltungsbeschwerden zum Physiotherapeuten zu gehen, ist für viele Menschen schon ein natürlicher Reflex geworden. Doch wie helfen wir unseren Haustieren, die an ähnlichen Beschwerden leiden? Natürlich muss man erst einmal bemerken, dass es ihnen nicht gut geht. Handelt es sich um eine Echse oder einen Goldfisch, haben wir Schwierigkeiten, sie zu verstehen. Auch die Rückmeldung nach einer Behandlung wird hier dann nicht einfach sein.

Haustiere, deren Leiden wir sehen und intuitiv verstehen

Anders verhält sich die Lage bei unseren vierbeinigen, haarigen Spielgesellen: Jault ein Hund beim Aufstehen auf oder hinkt eine Katze, so merken wir gleich, dass es ein Problem gibt. Hat unser Lieblingstier einen Unfall gehabt, kennen wir sofort die Ursache seines Leidens, was auch gilt, wenn das Tier schon hochbetagt oder stark übergewichtig ist. Sichtbare Leiden können aber auch auf falsche Ernährung oder wenig Bewegung zurückgeführt werden.

Wie kann man sich eine physiotherapeutische Behandlung einer Katze vorstellen?

Hierzu gibt die Human- und Tierphysiotherapeutin Isabel Quent gegenüber dem MDR Auskunft:

Im Prinzip machen wir alles, was auch beim Menschen gemacht werden kann. Von der einfachen Massage, über eine Lymphdrainage bis hin zur Akkupunktur gibt es da so gut wie keine Grenzen.

Quent sieht sich aber gezwungen, bisweilen Patienten abzuweisen, sie fährt fort:

Ich muss den Besitzern mitunter sehr deutlich sagen, dass eine Behandlung nicht sinnvoll ist. Etwa weil das Tier schlicht und ergreifend altersbedingte Probleme hat, die nicht mehr mit einem sinnvollen Aufwand behandelbar sind.

Gute Beobachtungsgabe bei Frauchen und Herrchen gefragt

Bei Abläufen des Alltags merken die erfahrenen und umsichtigen Halter fast immer, wenn es ihren vierbeinigen Lieblingen nicht gut geht. Trotzdem hat man aber auch genau auf kleine Anzeichen für Schmerzen zu achten. Denn viele Tiere versuchen zu vermeiden, wie zahlreiche Menschen auch, dass man ihre vermeintliche Schwäche wahrnimmt. Kennt Frauchen oder Herrchen die Psychologie des Lieblingstieres besser, fällt dann die Früherkennung von Beschwerden oft leichter.

Wie läuft eine Behandlung konkret ab?

Isabel Quent sagt hierzu gegenüber dem MDR:

Wichtig ist mir vor allem, dass ich mir Zeit mit dem Tier nehme, Vertrauen aufbaue. Ich lass das Tier erstmal zu mir kommen, fasse es vorsichtig an und erspüre dabei oft schon Verhärtungen oder warme, entzündete Stellen. Dann fange ich langsam an, die zu bearbeiten. Die Tiere merken sehr schnell, dass ihnen das gut tut und sie lassen dann auch immer mehr zu.

Der jeweilige Halter liefert im Rahmen einer Behandlung natürliche alle bekannten Details der Krankengeschichte seines Tieres. Eine Sitzung nimmt in der Regel zwischen einer und zwei Stunden in Anspruch.

Welche Kosten kommen auf mich zu? Kann man diese Anwendungen versichern?

Für eine Therapiestunde fallen zwischen 50 und 120 Euro Behandlungskosten an. Je nach Schwere der Erkrankung ist dann von bis zu sechs Sitzungen auszugehen. Rechnet man das alles zusammen, kommt man für die Physiotherapie seiner Katze auf mindestens 300 Euro, für das eigene Pferd werden es dann mindestens 800 Euro. Doch Isabel Quent hat für euch hier noch einen Tipp parat:

Meist decken sogenannte Tier-OP Versicherungen einen Teil der Behandlungskosten, da werden dann drei bis fünf Therapiesitzungen bezahlt.

In Sachen Versicherung müsst ihr euch dann allerdings ins Kleingedruckte vertiefen, um herauszufinden, welche Art von Versicherung für euch geeignet ist und ob sie auch Kosten für Physiotherapien übernimmt.

Man kann sich auch mal selbst in Massage versuchen

Nichts ist naheliegender, als zur Behandlung von Schmerzen oder zur Entspannung seinen liebsten Vierbeiner mal selbst zu massieren. Das wird auch eure Verbindung zu ihm stärken.

Selbst die Tierphysiotherapeutin Isabel Quent bestätigt dies gegenüber dem MDR:

Es gibt ganz klar Griffe und Methoden, die Sie zuhause anwenden können. Das sollten sie sich aber vorher richtig vom Therapeuten zeigen lassen.

Auch ganz abgesehen von Beschwerden, kann eine regelmäßige Massage eurer Katze und eures Hundes nicht nur sie, sondern auch euch entspannen. Eurem gegenseitigen Vertrauen wird diese auf jeden Fall sehr guttun. Denn nichts ist besser, als seine getreuen Begleiter zu verwöhnen und zu heilen. Für deinen menschlichen Partner findest du hier übrigens noch ein paar Massagetricks.


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