Wieder eine Art weniger: Die traurige Geschichte des Pumas

Amerikanische Behörden haben den östlichen nordamerikanischen Puma nun offiziell als ausgestorben erklärt.

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Es ist offiziell: Der östliche nordamerikanische Puma, eine Unterart des Pumas, ist ausgestorben. Das hat die für die Erhaltung und den Schutz der Fauna in den USA zuständige Bundesbehörde United States Fish & Wildlife Service nun bekannt gegeben. Das letzte Exemplar seiner Art wurde vor mehr als 80 Jahren im US-Bundesstaat Maine erlegt, nachdem seine Artgenossen schon im 18. und 19. Jahrhundert von Jägern systematisch dezimiert wurden.

Verschiedener Meinungen nach hätte diese Unterart schon längst nicht mehr auf die Rote Liste bedrohter Tierarten der Weltnaturschutzunion IUCN gehört, da schon seit Jahrzehnten kein lebendes Exemplar mehr gesichtet worden ist. Jetzt ist es amtlich.

Dennoch sind sich die Spezialisten noch nicht einig, ob es sich beim östlichen nordamerikanischen Puma um eine ausgestorbene Unterart oder einfach eine erloschene Bevölkerungsgruppe des nordamerikanischen Pumas handelt.

Glück im Unglück?

Den östlichen Puma von der Roten Liste der bedrohten Tierarten zu nehmen, wäre eigentlich schon längst fällig gewesen. Es jetzt zu tun, ist vielleicht ein Glück im Unglück. Es könnte dem lokalen Ökosystem helfen, sich wieder zu erholen und zu regenerieren.

„Damit die Nahrungskette intakt bleibt, braucht es große Fleischfresser. Wir hoffen daher, dass die östlichen und mittelwestlichen US-Bundesstaaten jetzt wieder welche ansiedeln“, erklärt Michael Robinson von der US-amerikanischen Organisation für Biodiversität.

Tatsächlich hat diese Organisation im Sinn, Pumas aus dem Westen der Vereinigten Staaten in diese Regionen einzuführen und anzusiedeln, um die überhandnehmende Rotwildbevölkerung wieder in den Griff zu bekommen und so auch den Einfluss der von Zecken übertragenen Krankheiten zu reduzieren. Die amerikanischen Umweltbehörden haben bereits mehrere potenzielle Wiederansiedelungsgebiete für den westlichen Puma gefunden, der in anderen Regionen schon wiederholt erfolgreich eingeführt werden konnte.

Für die lokale Tier- und Pflanzenwelt von großer Bedeutung

Wenn auch schon manche ihrer Vettern aus Florida in den östlichen US-Bundesstaaten gesichtet worden waren, so konnten diese sich dort jedoch bisher nicht erfolgreich fortpflanzen. Da ist die Vermehrung unter Schutz stehender Pumas schon vielversprechender.

Für die lokale Tier- und Pflanzenwelt ist es den dortigen Umweltbehörden nach von großer Bedeutung, große Fleischfresser wie den Puma wieder einzuführen und anzusiedeln. Die Rotwildpopulation hat dort ohne Fressfeine wie ihn so stark zugenommen, dass andere Arten bedroht sind, weil die Vegetation darunter leidet und am Boden nistende heimische Vögel nicht mehr genügend Nistplätze finden.

Vor 200 Jahren eine der verbreitetsten Arten auf dem Kontinent

Jetzt, da der östliche nordamerikanische Puma nicht mehr auf der Roten Liste bedrohter Tierarten steht, haben die Behörden der betroffenen Bundesstaaten die Möglichkeit, die Wiedereinführung des Pumas in Betracht zu ziehen. Es ist höchste Zeit, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Schließlich sind die Möglichkeiten einer solchen Wiederbevölkerung nicht unbegrenzt.

Und das angesichts der Tatsache, dass der Puma vor vielleicht 200 Jahren noch zu den verbreitetsten Arten des amerikanischen Kontinents gehörte…

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