Jugendliche dringen in verlassenen Tierpark ein: Was sie dort finden, empört alle!

Jugendliche dringen in verlassenen Tierpark ein: Was sie dort finden, empört alle!

Jugendliche dringen auf das Gelände eines privaten Tierparks ein, der mittlerweile geschlossen ist. Was sie dort erwartet, ist grauenvoll!

Was passierte wirklich im „Réserve d'Émancé" in Yvelines (Frankreich)? Der seit Mitte 2017 für die Öffentlichkeit geschlossene Tierpark sorgt jetzt für extremen Unmut, nachdem Fotos von dem Gelände aufgetaucht sind, die die Überreste toter Tiere zeigen.

Ungeklärte Missstände

Der alte Wildpark „Réserve d'Émancé" steht im Schlagfeuer der Öffentlichkeit. Angefangen hatte alles in der Woche vom 18. Februar, als sich junge Urbex (Urban Exploration) Zugang zu dem Gelände des geschlossenen Tierparks in Emancé, Yvelines, verschafften.

Eigentlich wollten sie in das Schloss, das den 44 Hektar großen Park dominiert, in dem die wilden Tiere leben. Doch der Anblick, der sich ihnen bot, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

Massengrab statt Tierpark

Mitten auf der weitläufigen Rasenfläche des Geländes fanden sie zehn tote Hirschziegenantilopen. Die Tiere kommen ursprünglich aus Asien, haben in Zoos etc. jedoch keinerlei Schwierigkeiten, sich an das europäische Klima anzupassen.

Der Zustand mancher Kadaver ließ darauf schließen, dass sie dort schon länger lagen, andere wiederum wurden teilweise von Wildhunden, Krähen oder Füchsen gefressen.

Trauriger Fund

Nach diesem makabren Fund wurde eine Facebook-Seite ins Leben gerufen, die die Öffentlichkeit über das traurige Schicksal der Tiere informieren sollte. Schnell entwickelte sich daraus eine Protestbewegung der Bürger.

Manche begaben sich direkt vor Ort, um die Situation mit eigenen Augen zu beurteilen, andere alarmierten die lokalen Behörden, die Bürgermeisterin, die Präfektur oder Tierschutzorganisationen.

Zeit zu handeln

Es mussten also erst die Bürger aktiv werden, damit im Fall dieses alten Tierparks, der bereits zum zweiten Mal geschlossen worden ist, etwas unternommen wurde. 2011 fand man auf dem Gelände einen Andenbären und einen Schimpansen, beide wurden illegal gehalten und misshandelt.

Im Jahr 2016 wurde der Park dann aufgefordert, Maßnahmen zur Erfüllung der Normen zur Tiergesundheit und der Hygienevorschriften zu treffen, woraufhin die Besitzerin, Gabrielle Bernhardt, das Handtuch warf und die Schließung der Anlage im Jahr 2017 verkündete.

Seitdem wurden die Tiere von Pflegern versorgt, jedoch ohne einen Plan zu ihrem langfristigen Verbleib.

Die Präfektur schreitet zur Tat

Angesichts der Proteste der Anwohner, entschied die Präfektur von Yvelines am 24. Februar, Maßnahmen einzuleiten.

Am Montag, den 25.02., suchten Tierärzte im Auftrag der Direction Départementale de Protection des Populations (DDPP, Departement-Direktion für Bevölkerungsschutz) den Park auf, um den Gesundheitszustand der verbliebenen Tiere und die Todesursache der Antilopen festzustellen. Außerdem wurde versucht, die Besitzerin der Anlage zu erreichen, die sich zu dem Zeitpunkt in Deutschland aufhielt und den Park schon vor einigen Monaten zum Verkauf ausgeschrieben hat.

DDPP 

Nach einem dreistündigen Besuch vor Ort, gab die DDPP von Yvelines am Morgen des 26. Februars über unsere Kollegen von der Actu Yvelines eine Erklärung ab. Die beauftragten Personen haben sich innerhalb von drei Stunden von der Gesundheit der verbliebenen Antilopen überzeugt und die Umzäunung des 44 Hektar großen Geländes überprüft.

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Allerdings scheint es recht erstaunlich, dass man innerhalb von drei Stunden, die Anwesenheit von 250 Antilopen und "einiger" (hier wurden keine genaueren Angaben gemacht) Wallabys sowie die Unversehrtheit der Zäune bestätigen kann, wo doch die Kadaver offensichtlich teilweise von Hunden gefressen worden sind, die irgendwie auf das Gelände gelangt sein müssen.

Zum Schluss warf die DDPP noch den besorgten Anwohnern vor, die wilden Tiere mit ihrem Aufmarsch gestört und am Fressen gehindert zu haben. Dabei wurde wohl die Tatsache übersehen, dass es sich bei der Anlage um einen ehemals öffentlichen Tierparkt handelt, und die Tiere sich in all den Jahren nie durch die regelmäßigen Besucher vom Fressen abhalten ließen.

Und wie geht es jetzt weiter?

Jetzt gilt es abzuwarten, wie sich die Sache entwickelt. Das Tierheim „La Tanière" in Chartres hat bereits angeboten, einen Teil der Tiere, wie zum Beispiel die Wallabys, Flamingos, Krauskopfpelikane oder die schwarzen Schwäne aus dem alten Tierpark bei sich aufzunehmen.

Fred Eilig
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