Ausgangssperre als Liebestöter: In Frankreich macht jedes zehnte Paar Schluss
Ausgangssperre als Liebestöter: In Frankreich macht jedes zehnte Paar Schluss
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Ausgangssperre als Liebestöter: In Frankreich macht jedes zehnte Paar Schluss

In unserem Nachbarland Frankreich werden heute die Maßnahmen gegen das Coronavirus gelockert. Zu diesem Anlass hat das Meinungs- und Marktforschungsinstitut Ifop französische Paare unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist erschreckend.

Anfang Mai veröffentlicht die französische Tageszeitung Le Parisien eine Umfrage des Meinungs- und Marktforschungsinstituts Ifop zum Thema Partnerschaft und an den Ergebnissen ist nicht mehr zu rütteln. Während es für 60 % der befragten Paare nach Lockerung der Ausgangssperre wie gewohnt zu zweit weitergeht, könnte das Beziehungsleben für die restlichen 40 % bald zu Ende sein.

Für 4 % der Paare droht das Ende

Seit dem 17. März herrschte in ganz Frankreich Ausgangssperre – eine Situation, die für Pärchen alles andere als einfach ist. 24/7 aufeinanderzuhocken, ist schließlich kein Spaziergang. Aus diesem Grund will jedes 10. Paar nach der Ausgangssperre auf Abstand gehen, während 4 % überlegen, sich tatsächlich zu trennen. François Kraus von Ifop erklärt:

Diese Tendenz beobachten wir vor allem bei jungen, zweifellos empfindlicheren Paaren. Für die war die Ausgangssperre Gift und kein Bindemittel.

Unterschiede als Zündschnur

Während im März ein Viertel der Personen beschlossen hat, zu seinem Partner oder seiner Partnerin zu ziehen, um die Zeit der Ausgangssperre gemeinsam zu verbringen, wären nur 12 % von ihnen bereit, eine solche Quarantäne noch einmal zu zweit zu durchleben. Hinzu kommt, dass die geistige Belastung durch Haushaltsaufgaben und Kinderbetreuung die Beziehung zusätzlich auf eine Belastungsprobe stellt.

Dieselbe Umfrage ergab, dass die Anzahl der Paare, die mindestens einmal in 4 Wochen Geschlechtsverkehr haben, von 74 % zu normalen Zeiten auf 56 % gesunken sind. Dieser Rückgang des Sexlebens in Verbindung mit Partnerwechseln, Stress und Langeweile hat das Beziehungsleben beeinträchtigt. Dennoch ist sich François Kraus sicher, dass den Paaren während der Ausgangssperre vor allem eines fehlte: "Zuneigung und Zärtlichkeit".

Auch deutsche Paare leiden

Auch in Deutschland hat das Coronavirus Auswirkungen auf Partnerschaften. "Wie bekomme ich meine Ex zurück?" wird im April so oft gegoogelt, wie niemals zuvor. Der Psychologe Michael Thiel kennt die Problem und rät im Interview mit dem Stern davon ab, in dieser Krisenzeit Entscheidungen zu fällen.

In der jetzigen Situation, wo niemand weiß, wie es weitergeht, brauchen wir das Gefühl von Sicherheit. Generell ist es jetzt nicht ratsam, eine existenzielle Lebensentscheidung zu treffen.
Von Martin Gerst

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