Bald ist es soweit: Wann du dein Kind gegen Corona impfen lassen solltest

Die Impfkampagne ist in vollem Gang und viele Menschen hoffen, bald in den Genuss ihrer Corona-Impfung zu kommen. Biontech hat jetzt eine Impfung für Kinder getestet. Was ist davon zu halten?

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Über die Rolle, die Kinder hinsichtlich der Übertragung des Coronavirus spielen, wird seit Beginn der Pandemie diskutiert. Biontech hat jetzt eine Impfung für Kinder entwickelt und sie an 2.300 Personen zwischen 12 und 15 Jahren getestet. Was sind die konkreten Ziele dieser Impfung von Kindern?

Gemeinschaftsschutz vor Individualschutz

Kinder erkranken im Normalfall nur leicht oder haben überhaupt keine Symptome. Bei einer Corona-Impfung von Kindern geht es also nicht in erster Linie um die Kinder selbst. Der Kinderarzt und Vorsitzende der „Stiftung Kind und Jugend“, Dr. Uwe Büsching, bewertet gegenüber BILD die Frage einer Impfung für Kinder folgendermaßen:

Der Aspekt des Fremdschutzes steht hier eher im Vordergrund.

Anders ausgedrückt heißt das, dass man Kinder in erster Linie impfen möchte, um so Ältere und Risikopatienten vor dem Coronavirus zu schützen. Diese Art des Vorgehens ist zwar kein Einzelfall, allerdings gilt generell für Impfungen, dass der Individualschutz dabei wichtiger sein soll als der Gemeinschaftsschutz. Da das Kindeswohl hier nicht an erster Stelle steht, sagt Dr. Büsching hierzu BILD:

Deswegen müssen wir da sehr genau hinschauen und fragen: Wie gefährlich oder nebenwirkungsreich ist die Impfung?

Eine verlässliche Bewertung ist aber nur mit Daten aus länger währenden Studien möglich, die natürlich noch nicht vorliegen können. Im Zweifelsfall kann ein Medikament auch wieder vom Markt genommen werden, fallen beunruhigende Nebenwirkungen auf.

Dennoch möchte Dr. Uwe Büsching Zweifel an dem neuen Biontech-Impfstoff beruhigen:

Die Hersteller beantragen eine solche Zulassung aber erst, wenn sie sich sicher sind, dass ihre Daten gut sind und der Impfstoff zugelassen wird.

Der Kinderarzt setzt noch hinzu:

Impfstoffe werden immer relativ schnell eingesetzt und Nebenwirkungen durch Post-Marketing-Beobachtung dokumentiert.

Die Herdenimmunität liegt noch in weiter Ferne

Da in Deutschland immer mehr Corona-Fälle bei Kindern auffallen, stellt sich die Frage nach deren Rolle für die angestrebte Herdenimmunität. Die Schaffung einer Impfung für Kinder ist in diesem Kontext zu sehen.

Aufgrund der leichten oder fehlenden Symptome bei Kindern sind Experten der Meinung, dass viele Kinder unbemerkt infiziert gewesen und jetzt immun gegen das Virus sind. Um hier klarer zu sehen, sind breitangelegte Antikörper-Tests bei Kindern notwendig.

Dr. Uwe Büsching kommentiert dies wie folgt:

Ich habe bereits vor über einem Jahr vorgeschlagen, bei jeder Blutentnahme bei Kindern auch Antikörper zu bestimmen. Würden wir das tun, wüssten wir sehr viel besser, wie weit das Virus bei Kindern verbreitet ist, wie viele bereits immun sind und auch welche Rolle sie in der Ausbreitung der Pandemie wirklich spielen.

Was die Impfung für Kinder anbelangt, ist aber ohnehin noch etwas Geduld gefragt. Die von Biontech vorgelegten Ergebnisse werden nämlich zunächst von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und dann in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut bewertet.

Erhält der Impfstoff für Kinder letztlich seine Zulassung, wird die Ständige Impfkommission (Stiko) dann im positiven Fall ihre Impfempfehlung anpassen.

Kleine Kinder stehen aber noch auf keinen Fall zur Impfung heran, die hier betroffene Altersgruppe sind die 12- bis 15-Jährigen. Warten wir also erst einmal ab, was die Bewertungen der Testergebnisse durch die offiziellen Stellen bringen werden.