"Brushing": Dubiose Methode mit Amazon-Paketen

Vorsicht Falle: Immer mehr Menschen in Deutschland fallen dem sogenannten "Brushing"-Betrug zum Opfer. Wir erklären dir, was sich hinter dem Begriff verbirgt.

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Eine junge Frau aus München versteht die Welt nicht mehr. Eines Tages klingelt der Paketbote an ihrer Tür und überreicht der verdutzten Dame ein Päckchen des Online-Versandhändlers Amazon.

Ungewollte Pakete machen dich zum "Brushing"-Opfer

Auf dem Lieferschein steht ihr Name und ihre Adresse, doch die mitgelieferte Rechnung gibt eine andere Frau als Bestellerin aus. Immer noch verwirrt sucht die Münchenerin im Internet nach der Adresse, unter der die Bezahlung erfolgt ist, nur um festzustellen, dass Straße und Hausnummer in der Kombination nicht existieren.

Die im Paket enthaltene Ware hat sie nie bestellt. Als sich der ungewöhnliche Vorfall einige Wochen später wiederholt - dieses Mal wird ihr Autozubehör zugeschickt - macht sie das Geschehene öffentlich. Und tatsächlich ist es kein Einzelfall!

Was bedeutet "Brushing"?

Wie die Verbraucherzentrale Bayern erklärt, handelt es sich bei dem Vorfall in München um sogenanntes "Brushing". Was sich dahinter versteckt?

Es geht um eine Masche von Händlern, um ihr Online-Image aufzubessern. Sie schicken kostengünstige Ware an die Adressen von fremden Menschen, allerdings unter einem gefälschten Käufer-Profil. Nachdem das Paket zugestellt worden ist, wird der Kauf von Amazon als verifiziert markiert. Dann sind die Fake-Käufer in der Lage, eine Bewertung des Unternehmens zu hinterlassen.

So gelangen Betrüger an persönliche Daten

Da die vermeintlichen Käufer allerdings selbst zum Unternehmen gehören, können sie sein Image online durch positive Rezensionen verbessern - daher auch der Name "Brushing", zu deutsch "aufpolieren".

An die Adressen der unwissenden Opfer kommen die Unternehmen sogar auf legalem Weg. Beispielsweise entnehmen sie Daten aus öffentlich zugänglichen Social-Media-Profilen.

Amazon versucht, gegen diese moderne Art des Betrügens vorzugehen. Ein Sprecher des Konzern gibt an: "Wir gehen jedem Hinweis von Kundinnen und Kunden nach, die unaufgefordert ein Paket erhalten haben, da dies gegen unsere Richtlinien verstößt." Wirklich gegen "Brushing" geholfen, hat das bislang allerdings noch nicht.