Datensicherheit: Einige Videochat-Apps haben große Sicherheitslücken

Seit Beginn der Corona-Krise erfreuen sich Videochat-Apps, die es ermöglichen, mit Freunden zu reden, sich auszutauschen und zu feiern, immer größerer Beliebtheit. Bei zwei davon ist allerdings große Vorsicht geboten, was die Datensicherheit betrifft.

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Nach WhatsApp, Skype, Messenger oder Microsoft Teams erobern nun weitere neue Apps den Kommunikationsmarkt. Sie ermöglichen es, dass zahlreiche Personen gleichzeitig in Kontakt treten können. Wie sieht es aber in punkto Sicherheit aus?

Videochat-Apps haben oft große Sicherheitslücken   Artur Debat@Getty Images

Zoom im Visier

Zoom wird 2011 gegründet und erlebt nun dank der Coronavirus-Pandemie einen regelrechten Boom: Die Anzahl der Benutzer dieser Lösung für virtuelle Konferenzen ist von 10 Millionen Nutzern pro Tag im Dezember 2019 auf 200 Millionen im März 2020 angestiegen. Leider sind durch den enormen Erfolg der App auch grobe Sicherheitslücken sichtbar geworden. Beim ZoomBooming geschieht es etwa, dass inmitten eines Meetings pornographische Bilder oder rassistische Äußerungen erscheinen.

Über ein weiteres Manko von Zoom wird von der Website Motherboard berichtet: Die App liefert nämlich im Geheimen, ohne den Nutzern etwas davon mitzuteilen, persönliche und private Daten an Facebook. Seit Anfang der Woche sind bereits in drei Bundesstaaten der USA Klagen dagegen anhängig.

Houseparty: Wird der Party ein Ende gesetzt?

Die zweite problematische App ist Houseparty. Sie wird von zahlreichen Personen verwendet, die dadurch die fehlenden sozialen persönlichen Kontakte ausgleichen wollen. Der App werden nun aber grobe Mängel vorgeworfen. In den Allgemeinen Nutzungsbedingungen verbirgt sich laut France Interdie Information, dass die App nicht nur den Inhalt aller Gespräche der User mithören, sondern außerdem alle darin erwähnten Ideen, Erfindungen, Konzepte und Techniken verwenden darf. Nicht gerade vertrauenserweckend!

Außerdem holt sich Houseparty Informationen des Mobilfunkbetreibers über die davor und danach von den Nutzern verwendeten Apps. Zahlreiche Personen geben nun an, ihre Netflix-, Instagram- und Paypal-Konten seien nach der Verwendung von Houseparty gehackt worden.

Wachsamkeit ist wichtig

Egal, wie sicher sie sind: Apps können immer gehackt werden oder Fehler enthalten, also sind Routinemaßnahmen für den Schutz eurer persönlichen Daten stets angebracht. Vergesst etwa nicht, das Mikrofon oder die Kamera zu deaktivieren, die für die App zugänglich sind. Außerdem solltet ihr es vermeiden, für alle Konten dasselbe Passwort zu verwenden.

Wenn ihr noch immer unsicher seid, könnt ihr auch "private" Meetings organisieren, die nur mittels Passwort aufgerufen werden können oder für die der Veranstalter seinen Zugang den anderen Teilnehmern weitergibt. Bleibt also auch in den Zeiten der Ausgangssperre wachsam! Mehr Informationen findet ihr wie immer im Video oben.