Der Pyjama, eine Brutstätte für Bakterien?
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Der Pyjama, eine Brutstätte für Bakterien?

Von Lisa Fehrs

Währen wir unser Alltagsklamotten regelmäßig waschen, gilt das nicht immer auch für unseren Pyjama. Doch das kann fatal werden. Denn Experten empfehlen uns wärmstens, den Pyjama viel öfter zu wechseln, als wir das gemeinhin tun.

Weich, bequem oder sexy. Je nach Geschmack kann der Pyjama sowohl aus Seide, Baumwolle oder Flanell sein. Auf dem Markt werden Pyjamas aller Stile und Texturen gehandelt, als Nachthemd, als Kombination von Ober- und Unterteil oder als Overall.

Von Video-Konferenz-Pyjamas und Co.

Ein Pyjama ist aus dem Kleiderschrank nicht wegzudenken, obwohl nicht jeder nachts einen trägt. Jeder mag Pyjamas, wir tragen sie zum Schafen oder auch tagsüber in der Wohnung. Vor allem in Zeiten von Homeoffice gibt es Tage, an denen viele den Pyjama gar nicht mehr ausziehen. Zumindest das Unterteil.

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Aber im Gegensatz zu den meisten Kleidungsstücken, die man dann nach zwei Tagen wieder wäscht, kommt bei vielen Menschen der Pyjama selten in die Waschmaschine. Nach einer 2015 in England durchgeführten Umfrage tragen Frauen ihren Pyjama durchschnittlich 17 Tage lang, Männer 13 Tage, bevor sie ihn dann endlich wechseln.

Bitte alle 2 Tage Waschen

Pierre Parneix, ein Arzt für Hygiene am Universitätskrankenhaus von Bordeaux, warnt nun in einem Interview mit Madame Figaro, dass dies deutlich zu lang ist. Schweiß, abgestorbene Haut, üble Gerüche, Staub... Der Pyjama kann so zu einer wahren Brutstätte von Mikroben werden, wenn er nicht regelmäßig gewaschen wird.

Wartet man mit dem Wechseln seines Pyjamas zu lange, wie uns die Hautärztin Catherine Laverdet erklärt, können Atemprobleme und Allergien die Folge sein. Die Hautexpertin rät also dazu, seinen Pyjama alle zwei Tage zu wechseln.

Jeder kommt anders ins Schwitzen

Andere Spezialisten hingegen plädieren für einen Pyjamawechsel nach maximal einer Woche. Dies aber nur unter der Voraussetzung, dass man sich abends duscht, um alle Bakterien, die sich tagsüber auf der Haut angesammelt haben, vor dem Schlafen zu entfernen.

Das Ganze wird ferner bedingt von der jeweiligen Person und deren Schlafrhythmus, bestimmte Menschen schwitzen nachts viel. Der Schweiß wird dann unmittelbar vom Stoff des Pyjamas aufgenommen.

Kein Höschen, kein Problem?

Die Mazeration verursacht dann üble Gerüche und Hautinfektionen, wie es im Falle des Bakteriums Staphylococcus aureus geschieht. Dies kann zu Blasen, Abszessen, Rötungen oder Schwellungen an den infizierten Stellen führen.

Der Spezialist Pierre Parneix erklärt zudem, dass Keime in der Region des Perineums (zwischen After und äußeren Geschlechtsorganen) zu Harnwegsinfektionen führen können. Dies ist insbesondere der Fall, wann man unter seinem Pyjama keine Unterwäsche trägt oder wenn das Nachtgewand zu eng am Körper anliegt.

Soll ich also nackt schlafen?

Stellt sich also der Pyjama als Brutstätte für Bakterien heraus, ist es dann nicht einfach besser, völlig unbekleidet zu schlafen? Das scheint in der Tat der Fall zu sein.

Schläft man nämlich nackt, ist es dem Körper weniger warm, was das Schwitzen verringert. Die Gefahr, sich eine Hautinfektion einzuhandeln, ist ohne Pyjama deutlich geringer. In diesem Fall solltet ihr dann aber darauf achten, euer Bettzeug regelmäßig zu waschen. Denn auch hier darf mit der Hygiene nicht gespart werden.


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