Falschdeklaration bei Ikea: Jetzt wird gegen illegale Rodung ermittelt
Falschdeklaration bei Ikea: Jetzt wird gegen illegale Rodung ermittelt
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Falschdeklaration bei Ikea: Jetzt wird gegen illegale Rodung ermittelt

Für das schwedische Möbelhaus hagelt es Kritik. Von unterschiedlichen Seiten wird Ikea Schweiz falsche oder unpräzise Holzdeklaration vorgeworfen. Jetzt ermittelt der Bund.

Seit einigen Jahren versucht der schwedische Großkonzern Ikea, entsprechend der veränderten Kundenansprüche sein Massenkonsum-Image gegen ein nachhaltigeres auszuwechseln. So wird auch kürzlich die Ansage positiv aufgenommen, dass ein beliebtes Produkt aus dem Sortiment geht.

Doch jetzt muss sich Ikea Schweiz gegen heftige Vorwürfe wegen systematischer Falschdeklaration des verwendeten Holzes verantworten. Zu hoffen, dass es sich bei dem Holz nicht um illegale Rodungen handelt, die Tieren den Lebensraum wegnehmen, wie dieses Beispiel eines Orang-Utans drastisch darstellt.

Verbraucher reagieren auf Nachrichten, die mit Waldrodung in Verbindung stehen schnell mit Boykott, wie das Beispiel von der beliebten Hafermilch Oatly zeigt.

Fast jeder hat mindestens ein Teil von Ikea. Doch woher stammt das Holz?  picture alliance@Getty Images

Unzureichende Kennzeichnung

Holz ist ein heikles Thema. In immer mehr Ländern werden illegal Wälder abgeholzt und zu Spottpreisen verkauft und das trotz Klimawandel. Daher ist es umso wichtiger, sämtliche Holzartikel entsprechend zu kennzeichnen.

Der Schweizer Bruno-Manser-Fonds setzt sich für den Erhalt schützenswerter Wälder ein und wirft Ikea vor, unzureichende Angaben zur Herkunft der verwendeten Hölzer zu machen.

Da es auch in Europa Hochrisikogebiete in Bezug auf illegale Rodungen gibt, wie Rumänien und die Ukraine, reichen unpräzise Kennzeichnungen wie "Europa" nicht aus, so Kampagnenleiter Jonas Schälle:

Wir haben festgestellt, dass IKEA entweder keine Angaben zu Herkunft und Holzart macht, oder missbräuchliche Sammelbezeichnungen verwendet.

Untersuchungen wurden eingeleitet

Die Vorwürfe werden mittlerweile vom Schweizer Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) geprüft. Doch auch Ikea hat in der Zwischenzeit interne sowie externe Ermittlungen durchführen lassen.

Das Unternehmen ist sich der Problematik illegaler Waldabholzung bewusst und bezieht sein Holz daher nach eigenen Angaben nur aus nachhaltiger Forstwirtschaft (s. FSC-Siegel). Aurel Hosennen von der Geschäftsleitung von Ikea Schweiz erklärt:

IKEA hat all diese Informationen zur Verfügung. Wir wissen von jedem Lieferanten, mit welchem Holz er arbeitet und woher es kommt. Das weisen wir auch seit Jahren so auf unserer Website auf. Es gibt keinen Grund für Ikea, irgendetwas zu verheimlichen oder nicht aufzuzeigen.

Zählt der gute Wille?

Bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Unabhängig davon bemüht sich das Möbelhaus um unterschiedliche Projekte gegen die Wegwerfgesellschaft, wie zum Beispiel mit der Rückkaufaktion alter Möbelstücke, um so den Nachhaltigkeitsfaktor seines Images aufzupolieren.

Von Maximilian Vogel

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