Hatha, Kundalini oder Ashtanga: Welche Yogaform passt zu dir?

Yoga ist der absolute Trendsport. Immer mehr Menschen werden auch in ihrer Freizeit zu Yogis:Yoginis. Die jahrtausendealte Disziplin ist ein perfekter Ausgleich zum ständigen Sitzen in einem typischen Büro-Alltag. Zudem soll es kräftigen, deine Flexibilität steigern und zu Tiefenentspannung führen. Mittlerweile gibt es eine kaum überschaubare Vielfalt an Yoga-Arten. Du überlegst noch, welcher Yogastil der richtige für dich ist? Hier sind die beliebtesten Arten im Überblick..

Hatha, Kundalini oder Ashtanga: Welche Yogaform passt zu dir?
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Yoga stammt ursprünglich aus Indien und verdankt seinen Namen einem alten Sanskrit-Begriff, der "vereinen" bedeutet - es ist die Vereinigung von Geist, Körper und Seele und die Rückkehr zum inneren Frieden. Als Yoga im Westen ankam, wurden seine Übungen und Posen zuerst wegen ihrer ästhetischen Vorteile angenommen.

Aber in der heutigen Zeit gibt es auch hierzulande ein bessere Verständnis der östlichen Traditionen und Weisheitslehren, sodass viele Anhänger versuchen, ihrer Praxis einen tieferen Sinn zu geben. Yoga ist die Lehre vom Gleichgewicht zwischen Geist und Körper, das wir dank des Atems finden, der uns als Leitfaden dient. Aber die Fülle an Stilen und Asanas kann einen Anfänger leicht überfordern.. Wir stellen dir die bekanntesten Yoga-Arten vor..

1. Hatha Yoga

"Hatha" bedeutet im Sanskrit Stärke, Ausdaueroder sogar Zähe. Ursprünglich konzentrierte sich die älteste der Yoga-Praxen auf die Beherrschung des physischen Körpers, um sich so auf die spirituelle Praxis vorzubereiten. Die Kontrolle des physischen Körpers soll es erlauben, den Gedankenfluss aus dem Geist zu stoppen und sich wieder mit sich selbst zu verbinden. Die Praxis umfasst Yoga-Positionen (Asanas), Atemübungen (Pranayama), Meditation und die Arbeit mit subtilen Energien, Kundalini (Kriyas) genannt. Viele Yogastile, die heute praktiziert werden, stammen aus dem Hatha-Yoga, wie Vinyasa, Iyengar oder Ashtanga.

Seit 50 Jahren konzentriert sich das im Westen praktizierte Yoga hauptsächlich auf solche Hatha-Techniken. Aber das Schöne an dieser Disziplin ist, dass sie nicht nur die Ausrichtung von Knochen und Muskeln fördert, sondern auch die Durchblutung verbessert, das Lymphsystem anregt und das Bindegewebe entspannt, um unsere Lungenkapazität zu erhöhen. Es verlangsamt den Fluss unaufhörlicher Gedanken und beruhigt den Geist. Dieser Stil ist perfekt für alle Yoga-Anfänger und (noch) nicht ganz so fitten Yogis:Yoginis geeignet.

2. Restorative Yoga

Restorative Yoga wurde von dem Guru B.K.S. Iyengar speziell dafür entwickelt, Menschen mit Verletzungen oder Krankheiten zu helfen und es ihnen zu ermöglichen, dank Yoga eine tiefgehenden Heilungsprozess zu erleben, ohne den Körper zu stark zu belasten. Es hat eine ausgleichende Wirkung, die eine bewusste Entspannung und Ruhe des Geistes ermöglicht - eines der traditionellen Ziele des Yoga.

Diese Yoga-Art besteht im Wesentlichen aus liegenden Körperhaltungen auf dem Rücken. Der Körper wird dabei von Hilfsmitteln, wie einem Polster, Stuhl, Block, Kissen, Decke, Gurt oder Sandsack, die den Körper in Position halten, unterstützt. Das lange Verweilen in diesen unterstützten Haltungen ermöglicht es, chronischen Stress oder Muskelverspannungen zu lindern, die natürliche Entspannung des Körpers zu unterstützen und einen Moment des Komforts durch die Unterstützung der Requisiten zu genießen.

In einer einstündigen Sitzung werden nur vier Posen gemacht, bevor man mit der Meditation endet. Das Tempo ist so langsam und ruhig wie es nur geht, und die Übung findet in einem Raum mit schwacher Beleuchtung statt. Die Atmosphäre muss wohlig sein. Besonders interessant ist diese Yoga-Praxis während deiner Periode oder für all jene, die unter körperlichen Einschränkungen leiden.

3. Kundalini-Yoga

Der Kundalini-Yoga-Stil ist da schon dynamischer. Es beinhaltet mitunter Singen, Atemarbeit und wird immer von einer Absicht geleitet, die zu Beginn des Kurses definiert wird. Der Lehrer wählt ein Thema für jede Klasse, dann kann jeder Schüler dieses auf seine eigene Weise erleben, indem er daran energetisch durch kraftvolle Übungen, Atmung und Meditation arbeitet. Jede Kundalini-Klasse wird dann mit einer Tiefenentspannung beendet.

Diese Yoga-Art ist etwas für jeden, bei dem die spirituelle Erfahrung im Vordergrund steht. Obwohl die Übungen körperlich sehr herausfordernd sein können, liegt der Fokus dieses Yoga-Stils ganz klar auf den energetischen Veränderungen. Diese Yoga-Form wird auch bei Depressionen uns Süchten empfohlen. Sie kann dir Wachheit, Klarheit und ein tiefes Glücksgefühl schenken. Ultimatives Ziel ist es, deine sieben Chakren zu öffnen.

4. Ashtanga-Yoga

Dieser Stil ist besonders schweißtreibend! Ashtanga wurde von Sri K. Patthabi Jois in Indien auf der Grundlage philosophischer Texte der Vorfahren geschaffen und beinhaltet typischerweise sechs Positionen, die mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad durchgeführt werden. Begonnen wird mit stehenden Haltungen und geendet im Sitzen. Es ist ein sehr dynamisches Yoga, das in der Regel ohne Musik oder Zubehör praktiziert wird.

Mysore ist dabei eine eigenständige Form der Ashtanga-Praxis, bei der die Schüler für sich alleine üben, oft unter Aufsicht eines Lehrers und vor Sonnenaufgang. Wer sich für diese Methode entscheidet, sollte sehr diszipliniert und und voller Hingabe sein. Zudem solltest du klare Regeln mögen und bestenfalls ein Frühaufsteher sein. Doch die Belohnung ist groß: So hilft es dir aus deinem Gedankenkarussell - dem Monkey Mind - auszubrechen.

5. Iyengar-Yoga

Wenn du eine dynamische Yoga-Form mit viel Bewegung suchst, wird Iyengar Yoga deine Erwartungen nicht erfüllen, aber wenn du die tiefen Feinheiten jeder Position studieren möchten, dann ist es das Richtige für dich. Diese Art der Praxis wurde ebenfalls von B.K.S. Iyengar in Indien entwickelt und konzentriert sich darauf, den Körper in jeder Haltung auszurichten.

Der Unterricht zielt im Allgemeinen darauf ab, jede einzelne Yogahaltung (Asana) durch eine kleine Anzahl ähnlicher Körperhaltungen zu studieren und vorzubereiten. Hilfsmittel werden hier oft eingesetzt, um dem Körper zu helfen, seine Ausrichtung zu finden und Raum und Offenheit zu schaffen. Iyengar Yoga ist eine effektive und angenehme Praxis für alle Niveaus. Perfekt für alle, die eher praktisch veranlagt sind und die auf spirituelle Elemente verzichten können.

6. Yoga Nidra

Oft als "yogischer Schlaf" übersetzt, ist "Nidra" ein Sanskrit-Begriff, der den Bewusstseinszustand zwischen Wachheit und Schlaf beschreibt. Ziel ist es, dich in genau diesen Zustand zu begeben. Die Sequenz beginnt recht dynamisch und führt den Körper dann in einen tiefen Entspannungszustand, bei vollem Bewusstsein bis zur abschließenden Entspannungshaltung. Dank seiner beruhigenden Wirkung auf das Nervensystem ist diese Form der Meditation ideal für Menschen, die Probleme mit Schlaflosigkeit oder Stress haben. Besser als Schlafen!

7. Vinyasa / Yoga-Flow

Vinyasa besteht aus einer Reihe von Haltungen aus der Praxis des Hatha Yoga. Übergangsbewegungen zwischen den Haltungen werden auch "Vinyasa" genannt: Es ist ein sehr dynamisches Yoga, das sich auf das Verschmelzen von Bewegungen konzentriert, wobei jede Bewegung mit dem Atem verbunden ist. Man gelangt so in einen dynamischen Flow. Ein gutes Beispiel: der klassische Sonnengruß. Vinyasa ist wie eine Meditation in Bewegung. Perfekt für alle, die sich auspowern und so richtig ins Schwitzen kommen möchten.

8. Anusara-Yoga

Basierend auf den Haltungen des Hatha Yoga steht Anusara auch dem Iyengar Yoga nahe, da es Ausrichtung und Bewegung auf einem soliden Fundament betont. Die Praxis orientiert sich stark an den philosophischen Lehren der Yoga-Tradition und ist auch bekannt als das "Yoga des Herzens" . Es geht darum, die exakte Ausrichtung jeder einzelnen Asana über das Fühlen zu finden. Viele Yogis:Yoginis dieses Stils werden mit der Zeit feinfühliger, selbstbewusster und freudvoller. Diese Praxis ist ideal für diejenigen, die an ihrer innere Erfahrung arbeiten, sich selbst stärken und ihr Mitgefühl entwickeln möchten.

9. Yin-Yoga

Dies ist eine sehr langsame und sanfte Form des Yogas, in der die Schüler zwischen ein und fünf Minuten in den Haltungen bleiben. Mit Hilfe von Requisiten - Kissen, Gurten und Blöcken - kannst du deine Muskeln entspannen und dich ganz auf die Öffnung des Bindegewebes der Gelenke konzentrieren. Das Ziel ist es, die entgegengesetzten Kräfte von Yin und Yang auf körperlicher und geistiger Ebene wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

in Yoga kann sehr schnell sehr intensiv werden, aber mit dem Bewusstsein der Grenzen, der Konzentration in den Empfindungen und der Dauer der Haltungen können die Ergebnisse sehr erholsam sein. Diese Praxis ist besonders nützlich, wenn du den Tag hinter einem Schreibtisch verbracht hast oder gereist bist. Für alle, die ihren stressigen Alltag (= Yang) hinter sich lassen möchten und in eine tiefe Entspannung abtauchen möchten.

Die Qual der Wahl

Es haben sich übrigens mittlerweile auch noch ein paar ziemlich verrückte Yoga-Formen entwickelt, wie etwa das Rage Yoga oder das Lach Yoga. Dies sind sicher auch eine Probestunde wert!

Namaste!