In diesem Land ist sexistische Werbung offiziell verboten
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In diesem Land ist sexistische Werbung offiziell verboten

Ein europäisches Land wagt einen mutigen Schritt: Es verbietet sexistische Werbungen oder jene mit Geschlechterstereotypen. Jeglicher Versuch zur Verbreitung sexistischer Botschaften wird streng geahndet.

Seit Anfang des Jahres sind im Vereinigten Königreich Werbungen, die Frauen oder Männer anhand von Geschlechterstereotypen darstellen, nicht mehr erlaubt. Schluss mit Bildern, auf denen die Männer die Welt regieren und verächtlich auf die Frauen herabblicken, oder Anzeigen, die die Frauen dazu anspornen, sich fit für den Sommer zu machen.

Sexismus, ein überholtes Konzept

Die Werbeagenturen müssen also ihre Kreativität nutzen, denn wer zurück in alte Muster verfällt, muss dafür teuer bezahlen. Dieses neue Gesetz der Advertising Standards Authority (auch „ASA" genannt, britische Organisation zur Regelung der Werbung) verbietet außerdem Botschaften, die zu körperlichen Veränderungen animieren, um einem Schönheitsideal zu entsprechen, sowie die extreme Sexualisierung des Körpers, vor allem in Form von Bildern junger Mädchen.

Für die gesellschaftliche Entwicklung

Die ASA hat sogar schon vorher, nämlich bereits Ende Juni 2019 mit den Überprüfungen angefangen. Jeder Bürger kann über eine Plattform Werbungen melden, die sich nicht an die Vorschriften halten. Die ASA-Mitarbeiterin Ella Smillie erklärt, man wolle mit diesen Maßnahmen eine Entwicklung der Gesellschaft bewirken:

Wir sind nicht die Ingenieure eines Einheitsdenkens, wir möchten einfach gerne die gesellschaftlichen Standards weiterentwickeln. Die Anzahl der Werbungen zu regulieren, würde nichts ändern, doch gegen die gefährlichen Stereotype vorzugehen, ist wichtig, denn sie haben Auswirkungen auf die Entscheidungen und Möglichkeiten der Menschen.

Maßnahmen, die nicht jedem gefallen

Seit der Ankündigung dieser Maßnahmen erhält die Advertising Standards Authority viel Kritik. In den sozialen Netzwerken werfen die Internetnutzer ihnen Zensur vor: "Wer entscheidet darüber, was Stereotype sind und anhand welcher Kriterien?" Fragt ein Nutzer auf der Twitter-Seite der ASA.

Andere wiederum nutzen die Ankündigung, um auf Marken hinzuweisen, die für ihre Werbekampagnen noch immer auf geschlechterspezifische Klischees zurückgreifen, wie vor allem die großen Kosmetikmarken.

Von Pia Karim

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