Menstruation: Warum es bei der Periode eigentlich geht

Die Periode ist ein natürlicher Teil des Menstruationszyklus. Doch die meisten von uns haben sich wahrscheinlich nie aufgehört zu fragen, warum es eigentlich die Regelblutung gibt. Und diese betrifft nicht nur Frauen.

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Die Periode ist eine wichtige Phase innerhalb eines gesunden Menstruationszyklus. Wenn euch interessiert, wie es überhaupt zu dem Ausdruck "Regel haben" gekommen ist, dann könnt ihr euch gerne diesen weiterführenden Artikel ansehen.

Biologisch betrachtet gehören die Menschen in der Tat zu den wenigen Säugetieren, die Perioden haben, wozu auch Fledermäuse, Elefantenspitzmäuse und Affen gehören.

Die meisten Säugetiere pflanzen sich aber mit Hilfe des sogenannten Brunstzyklus fort: Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass es bei ihnen Zeiten gibt, in denen sie schwanger werden können und andere, in den das nicht möglich ist. Was ist der wichtigste Grund für die Menstruation beim Menschen?

Menstruation: Um was es eigentlich geht

Für den Körper stellt die Menstruation den Weg dar, Gewebe loszuwerden, das nicht mehr gebraucht wird. Von dem ersten Jahr der Pubertät an (also etwa ab 11 bis 14 Jahren) bereitet sich der weibliche Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor.

Damit geht es los, wenn die Hirnanhangdrüse beginnt, Hormone auszuschütten, die mit der Gebärmutter und den Eierstöcken kommunizieren. In dieser Zeit fängt die Gebärmutter an, ihre Auskleidung zu verstärken, die wir als Gebärmutterschleimhaut bezeichnen. Gleichzeitig setzt einer der beiden Eierstöcke einen reifen Embryo frei, um befruchtet zu werden.

Kommt es jedoch nicht zur Befruchtung und einer Schwangerschaft, löst sich der Embryo auf und die Hormone senden ein Signal zur Gebärmutter, dass diese ihre Auskleidung abstoßen soll.

Im Anschluss daran durchläuft der Körper erneut den Prozess des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut und des Heranreifens von Embryos, immer als Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft.

Diesen allmonatlichen Vorgang bezeichnet man als Menstruationszyklus. Bis hin zur Menopause, die in einem Alter von etwa 45 bis 51 Jahren einsetzt, wird dieser Zyklus normalerweise ohne Unterbrechung fortgesetzt. Insgesamt sagt die Periode viel über eure Gesundheit aus, so auch die Farbe eurer Regelblutung.

Die Periode als wichtige Funktion eures Körpers akzeptieren. Sora Shimazaki@Pexels

Nicht nur Frauen menstruieren

Üblicherweise kommt es bei Frauen zu einer Menstruation, aber jeder Mensch mit einer funktionierenden Gebärmutter und einer Vagina kann menstruieren, ungeachtet des Geschlechts.

Doch in dieser Hinsicht ist noch viel Aufklärungsarbeit zu tun, auch was die Scham rund um die Periode betrifft, was die "Period Positivity" umso wichtiger macht. Die Ärztin Dr. Jennifer Conti sagt hierzu gegenüber der Website SheKnows in diesem Sinne:

Nicht alle Frauen menstruieren und nicht alle Menschen, die menstruieren, sind Frauen. Wenn man eine Gebärmutter hat und nicht schwanger ist bzw. stillt, nicht in den Wechseljahren ist bzw. die Periode hormonell unterdrückt, oder nicht an einem Problem wie dem polyzystischen Ovar-Syndrom (PCOS) leidet, dann wird man wahrscheinlich menstruieren.

Nicht alle Frauen haben eine Periode. Auch Frauen mit einer Gebärmutter können an unterschiedlichen Krankheitsbildern leiden, die den Ablauf des Menstruationszyklus stören können, wie PCOS.

Wieso menstruieren wir?

Wir wissen heute, was Menstruation bedeutet und kennen ihre hauptsächlichen Funktionen. Nicht viel ist allerdings darüber bekannt, wieso Menschen menstruieren, andere Säugetiere aber nicht. Wegen dieser Fragestellung haben schon die Köpfe vieler Forscher zu Evolutionsfragen nicht schlecht geraucht, und das schon, solange wir denken können.

Es scheinen sich jetzt die Hinweise zu häufen, dass die Menstruation in Wirklichkeit ein Nebenprodukt der Gebärmutterentwicklung ist. Gewissermaßen könnte sie damit auf einen internen Konflikt zwischen Elter und Fötus zurückgehen.

Menschen haben nämlich besonders hungrige hemochoriale Embryos, deren Plazenta sich in die Blutversorgung des Elters selbst einklinkt. Das bedeutet, dass der Elter und der Embryo sich in einem Wettstreit um die Ressourcen des Elters befinden.

Auf der einen Seite liegt es im Interesse des Elters, die Schwangerschaft zu überleben und weitere Kinder zu bekommen. Auf der anderen Seite zieht der Embryo Nutzen daraus, so viel wie möglich von den Ressourcen des Elters aufzunehmen. Das führt dann zu einem Konflikt, den man mit dem der Notwehr vergleichen könnte.

Diejenigen also, die eine Gebärmutter haben, bauen demnach eine dicke Gebärmutterschleimhaut auf, um sich vor dem besonders übergriffigen Embryo zu schützen. Die Gebärmutterschleimhaut versorgt Embryos mit Nährstoffen und erschwert es ihnen, sich direkt in der Gebärmutterwand festzusetzen.

Letztlich aber frisst sich der Embryo durch die Gebärmutterschleimhaut durch und baut die Blutgefäße des Elters in einer Weise um, um sich dann direkt mit dem Blut des Elters zu versorgen.

Wenn der Elter dann nicht schwanger wird oder es der Embryo nicht schafft, sich einzunisten, wird der Embryo während der Menstruation aus dem Körper ausgespült, zusammen mit der gesamten Gebärmutterschleimhaut.

Ist es möglich, die Menstruation zu unterbinden?

Sieht man von den Wechseljahren oder einer Entfernung der Gebärmutter ab, gibt es keine Möglichkeit, die Menstruation dauerhaft zu verhindern. Verschiedene Verhütungsmethoden, wie die Hormonpille verbunden mit der Dauerzyklus-Pille, können euch aber dabei helfen, eure Periode zu verschieben. Aber ihr solltet euch auch der Nebenwirkungen und den Folgen nach Absetzen der Pille bewusst sein.

Andere Verhütungsmethoden wie Implantate, Injektionen und Spiralen können euren Menstruationszyklus vielleicht über eine bestimmte Zeit hin verhindern, das könnt ihr aber überhaupt nicht steuern.

Behaltet immer in Erinnerung, dass die Menstruation ein völlig normaler Teil eures Lebens ist und ihr diese regelmäßig haben solltet. Ist das bei euch nicht der Fall und macht ihr euch darüber Sorgen, wieso das so ist? Dann ist es eine gute Idee, mal wieder einen Termin bei eurem Arzt zu vereinbaren.