Mit diesem Trick lassen sich Kartoffeln ganz einfach auf dem Balkon anbauen

Kaum eine Pflanze ist auf dem Menü der Deutschen so gern gesehen wie die Kartoffel - ob püriert, gestampft, als Pommes oder Chips. Mit ein bisschen Geduld ist es außerdem gar nicht so schwer, die Nutzpflanze selbst anzubauen. Sogar auf dem Balkon oder in den eigenen vier Wänden!

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Die Kartoffel ist und bleibt beliebter Bestandteil der deutschen Küche. Durchschnittlich verzehren Deutsche pro Kopf 55 Kilogramm Kartoffeln pro Jahr, wie eine Erhebung des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung aus dem Jahr 2020 ergeben hat.

Kein Wunder, schließlich ist die Knolle mehr als vielseitig einsetzbar und landet nur allzu gern püriert, frittiert oder gebraten auf unserem Teller und passt zu Fleisch, Fisch und gibt auch vegetarischen Speisen eine geschmackvolle und füllende Basis.

Zudem kommt hinzu, dass man sie relativ unkompliziert entweder im eigenen Garten oder aber auf dem Balkon selbst anbauen kann - und nicht nur das: Sogar in geschlossenen Räumen fühlt sich die Nutzpflanze wohl.

Die Kartoffelpflanze ist pflegeleicht. おにぎり @Pexels

Kartoffel auch für eigenen Anbau geeignet

Fernsehgärtner Martin Schuh erklärt im Norddeutschen Rundfunk (NDR), dass für die eigene Zucht im Topf mittelgroße Kartoffeln wie Drillinge am geeignetsten seien. Größere Knollen leben zu lange aus der Substanz heraus und regen nicht an, eine neue Pflanze zu bilden.

Außerdem, so der Fernsehgärtner, bieten sich Kartoffeln an, deren Keime nicht zu lang sind. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass der Spross abbricht. Erste Triebe müssen die Knollen vor dem Einpflanzen dennoch entwickelt haben, da sie das Wachstum beschleunigten.

Damit die heimische Kartoffelaufzucht auch gelingt, brauchen die Knollen genügend Platz, um sich zu entfalten. Dafür braucht es zunächst einen möglichst hohen und großen Eimer mit Löchern im Boden.

Wer will, dass sich das Behältnis bei Sonneneinstrahlung gut erhitzt, wählt ein dunkles Modell aus Kunststoff. Bei 10 Liter Fassungsvermögung passt eine Pflanzkartoffel hinein, bei 15 Litern Fassungs­vermögen lassen sich zwei einsetzen. Schuh erklärt:

Denn die Stolonen, diese kleinen Nabelschnüre der Kartoffel, brauchen Platz, um sich auszubreiten.

Bei ca. 30 Zentimetern Abstand, wie Kistengrün empfiehlt, bringt die Kartoffel mehr Ertrag. Daher empfehlt sich zudem lockere Erde. Von Erde aus dem eigenen Garten dagegen rät der Experte jedoch ab, da diese hart wird.

Die Kartoffel ist der Deutschen liebste Knolle. Peter Schad@Unsplash

Mit Unterstützung ist die Kartoffel in 80 bis 100 Tagen erntereif

Die Bepflanzung kann beginnen: Der Eimer wird rund zehn Zentimeter hoch mit Kies oder Blähton gefüllt. Darauf wird eine Schicht Blumenerde verteilt (ca. 15 Zentimeter) und die Knollen darin verteilt und locker mit Erde bedeckt.

Der Anbau von Kartoffeln am Balkon benötigt jedoch etwas Unterstützung, da das Nachtschattengewächs nicht so tief wurzeln kann. Dafür gelten laut Schuh drei goldene Regeln: 1. Ins Licht stellen, 2. viel wässern und 3. gut düngen.

Anschließend muss man geduldig warten: Nach rund 90 bis 100 Tagen kann man die Kartoffelernte starten. Wenn die Kartoffelpflanze viel Licht abbekommt, können die Kartoffeln auch schon nach 80 Tagen reif sein. Dies erkennt man, wenn die Kartoffelpflanze zu blühen beginnt. Dann bilden sich die kleinen Knollen unter der Erde und sind reif zur Ernte.

Dann steht einem erfolgreichen Speiseplan rund um die Kartoffel nichts mehr im Wege. Anschließend müssen die übrigen Kartoffeln richtig gelagert werden, denn sowohl Auswüchse als auch die grüne Farbe bei Kartoffeln sollten eher vermieden werden. Auch ein Obst hilft dabei, in einer Wohnung die giftigen Auswüchse zu vermeiden.