Periode ist nicht gleich Periode: Was die Dauer deiner Regelblutung über dich aussagt

Die meisten Perioden dauern zwischen drei und acht Tagen. Wenn deine Periode von kürzerer oder längerer Dauer ist, deutet das vielleicht auf etwas anderes hin.

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Unsere Periode kann uns ganz schön aus dem Konzept bringen. Oft hat man uns erzählt, dass sie in jedem Monat immer zur selben Zeit kommen und etwa eine Woche dauern sollen.

In Wahrheit können aber eine ganze Reihe von Faktoren deine Periode beeinflussen: Dadurch kann sie später einsetzen oder länger bzw. kürzer als gewohnt sein oder gar ausfallen.

Wie lange dauern Perioden im Allgemeinen?

Die Periode stellt den ersten und den letzten Teil des 28 Tage dauernden Menstruationszyklus dar. Jeden Monat können alle diejenigen, die eine Gebärmutter haben und nicht schwanger sind, mit ihrer Periode rechnen.

In dieser Phase des Zyklus wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, in der Folge werden dadurch Blutungen hervorgerufen, die dann zwischen drei und acht Tage anhalten.

Aber jeder Körper ist in dieser Hinsicht verschieden. Was also für die eine Frau normal ist, ist nicht unbedingt gleich für eine andere. Zusätzlich sollte man immer bedenken, dass nicht nur Frauen eine Periode haben, auch beispielsweise binäre Personen oder Transgender können eine Regelblutung haben.

Ist man aber über seine Menstruation ausreichend unterrichtet, kann das sehr hilfreich dabei sein, zu erkennen, wenn etwas nicht mit dem Körper stimmt. Ein positiver und offener Umgang mit der Periode, wie dieser unter "period positivity" möglich ist, sollte daher in unserer Gesellschaft möglich sein bzw. werden.

Periode ist nicht gleich Periode: Deine Menstruation sagt viel über deine Gesundheit aus. Karolina Grabowska@Pexels

Was ist für eine lang anhaltende Periode verantwortlich?

Auf lange Sicht stellst du wahrscheinlich ein paar Abweichungen in deiner Periode fest. Faktoren wie Alter, Stress und Lebensgewohnheiten können alle die Dauer, den Fluss und die Schmerzen beeinflussen, die mit eurer Regel verbunden sind. Tipps zur Schmerzlinderung sind daher meist willkommen.

Stellst du fest, dass deine Periode ein bisschen länger als sieben Tage dauert und du gleichzeitig aber keine ungewöhnlichen Symptome aufweist, besteht wahrscheinlich kein Grund zur Sorge.

Dauert deine Periode aber zehn Tage und länger bzw. ist über mindestens drei Zyklen hinweg sehr unregelmäßig, ist es besser, einen Arzt um Rat zu fragen. Das Gleiche gilt auch bei einer überdurchschnittlich starken Periode. Eine auffallend lange oder auffallend starke Periode kann ein Symptom folgender Dinge sein:

  • Schwangerschaft
  • Fehlgeburt
  • Intrauterinpessar (Spirale) oder Nebenwirkung anderer Verhütungsmaßnahmen
  • Eisprung
  • Polyzystisches Ovarsyndrom
  • Schilddrüsenprobleme
  • Unterschwellige Blutkrankheit
  • Zervikalpolypen
  • Stress
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Unerkannter Gebärmutterhalskrebs
  • Plazenta praevia
  • Adenomyose

Was kann für eine kurze Periode verantwortlich sein?

Schaut man auf den Mittelwert eher kürzerer Perioden, kommt man dabei auf drei bis fünf Tage. Die Lebensgewohnheiten und gesundheitlichen Eigenheiten stehen nicht nur mit verspäteten oder ausgefallenen Regelblutungen in Zusammenhang, sondern auch mit verkürzten Menstruationszyklen.

Mütter haben zudem kurze Perioden aufgrund des Stillens: Denn Prolaktin, das Hormon, das für die Bildung von Muttermilch wichtig ist, unterdrückt das Aufkommen der Periode.

Wenn Frauen kürzlich Mütter geworden sind, können sie davon ausgehen, dass ihre Periode normalerweise erst neun bis achtzehn Monate nach der Geburt wieder einsetzt. Kurze Perioden können manchmal auch mit Schmierblutungen oder Blutungen, die ganz normal mit einer Schwangerschaft einhergehen, verwechselt werden.

Diese oft dünnflüssigen Blutungen sind ein Zeichen der noch frühen Schwangerschaft und besitzen eine zwischen rosa und braun variierende Färbung. Meistens dauern sie zwischen 24 und 48 Stunden. Es kommt zu ihnen meist 10 bis 14 Tage nach der Befruchtung.

Aber nicht alle Schwangeren haben diese Art von Blutungen. Schmierblutungen können ein Symptom ganz anderer Dinge sein, Erkrankungen nicht ausgeschlossen:

  • Gebärmutter-Myome
  • Polyzystisches Ovarsyndrom
  • Eisprung
  • Verhütungsmaßnahmen
  • Unterleibsentzündung
  • Zervikalpolypen
  • Menopause und Perimenopause
  • Rauer Sex

Bist du der Auffassung, dass du gerade eine außergewöhnlich kurze Periode oder Schmierblutungen hast, ist ein Termin bei einem Arzt oder Gynäkologen notwendig, um die Ursache herauszufinden.

Halte Daten zu deiner Periode fest

Wenn du es nicht sowieso schon machst, ist es gut, die Daten deiner Periode festzuhalten. Denn diese liefern dir die größte Hilfe dabei zu verstehen, was bei dir normal ist und wann du vielleicht zum Arzt gehen solltest.

Heute gibt es viele Apps für dein Smartphone, die den Nutzern nicht nur erlauben, den Anfang und das Ende ihrer Periode festzuhalten, sondern auch andere Faktoren wie Gemütslage, Energie, Verdauung, Ausfluss, Schmerzen, prämenstruelles Spannungssyndrom und viele andere Fakten rund um deinen Zyklus.

Dieser Datenschatz kann dir in der Folge dabei helfen, deinen Körper besser zu verstehen. Er liefert auch deinem Arzt oder Gynäkologen wichtige Informationen, mit denen er potentielle Krankheitsbilder ausschließen kann.

Hältst du die Daten zu deiner Periode fest, wird es dir auch möglich sein, genau zu bestimmen, wann du deinen Eisprung hast. Wenn du also gerade schwanger werden möchtest, ist es überaus nützlich zu wissen, an welchen Tagen deine Fruchtbarkeit am höchsten ist.

An dieser Stelle muss noch mit einem weitverbreiteten Irrtum aufgeräumt werden, nach dem man nicht schwanger wird, wenn man kurz vor oder nach dem Eisprung Sex hat.

Das stimmt schlichtweg nicht, da sich Sperma bis zu fünf Tage im Körper halten kann. Dadurch ist es dann problemlos möglich, in den Tagen um den Einsprung herum schwanger zu werden. Auch Periodensex schützt nicht vor Schwangerschaft.