Plitsch, platsch! Jetzt kommt das neue AirBnB - für Swimming-Pools

Endlich wieder verreisen! Die Pfingsttage haben uns einen Vorgeschmack auf das süße Leben gegeben. Seit diesem Wochenende waren touristische Reisen auch wieder innerhalb Deutschlands möglich. Eine neue Erfindung aus Frankreich soll uns nun dabei helfen, den Urlaub zu Hause noch luxuriöser zu gestalten..

Plitsch, platsch! Jetzt kommt das neue AirBnB - für Swimming-Pools
Weiterlesen
Weiterlesen

Während für uns Deutsche auch das Verreisen im europäischen Ausland in den vergangenen Monaten rein theoretisch möglich war, erschwerten Beherbergungsverbote, Ausgangssperren und andere Einschränkungen etwaige Reiseplanungen in der Heimat. Nach den Ferienwohnungen sind vielerorts nun aber auch wieder die Hotels geöffnet.

Getestet, geimpft oder genesen?

In 13 von 16 Bundesländern ist das touristische Reisen aktuell wieder erleichtert. Doch alles hängt von den Zahlen ab. Wie so oft gleicht Deutschland auch in dieser Zeit einem reinsten Flickenteppich. Wo die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens fünf Tage stabil unter 100 liegt, ist auch das Übernachten in Hotels, Ferienwohnungen und Co. wieder möglich.

Doch dafür braucht es entweder einen negativen Corona-Test, einen Impf- oder einen Genesenennachweis. Da bleiben viele doch lieber zu Hause. Oder ganz im eigenen Garten. Da kommt die neue Online-Plattform von unseren Nachbarn aus Frankreich uns gerade gelegen..

Garten statt Malle

Denn Swimmy vermietet nicht etwa ganze Ferienunterkünfte, wie die Schwester AirBnB, sondern.. Swimming-Pools! Denn was braucht es im Sommer mehr als das kühle Nass? In unseren Nachbarländern Frankreich und Spanien boomt das Geschäft bereits. Schließlich sind diese beiden auch die Länder mit der höchsten Pool-Dichte in Europa. So verwundert es nicht, dass das verantwortliche Start-Up auch aus Frankreich kommt.

Doch wie funktioniert dieses neue Geschäftsmodell? Genau wie bei AirBnb stellt der Pool-Besitzer seine heißbegehrte Gartenoase auf die Online-Plattform. Hier kann er Fotos hochladen, einen Preis bestimmen und zusätzliche Services, wie Handtücher, Sonnenliegen, einen Barkeeper oder etwa die Nutzung von Räumen anbieten. Der Eigentümer stellt seinen privaten Pool dabei meist für einen halben Tag zur Verfügung, der preislich durchschnittlich irgendwo zwischen 15 und 40 Euro liegt.

Fremde im eigenen Pool

Ob der Vermieter in dieser Zeit sein zu Hause verlässt, in der Nähe bleibt oder die Kunden gar bedient, liegt ganz bei ihm. So erzählt einer der ersten französischen Pool-Vermieter gegenüber der Online-Zeitung ARENA:

Ich denke, es ist eine gute Idee, den Pool zu vermieten, damit ich, wenn ich zu Hause bin, auch kontrollieren kann, was vor sich geht. Ich habe den Pool für mich selbst gemacht, aber ich mag ihn wirklich und die Leute kommen wegen des Raums und der Lichter.

Wir finden: Dieser neueste Streich der Sharing Economy könnte uns nicht gelegener kommen! In Frankreich ist Swimmy bereits seit 2017 etabliert, in Spanien gibt es sie nun schon seit 2019. Insgesamt sind schon 3.000 Poolbesitzer angemeldet sowie 120.000 potentielle Pool-Mieter auf der Pirsch. Und der Rubel rollt: Letztes Jahr wurden 16.000 Buchungen vorgenommen. Doch wird das Konzept auch in Deutschland funktionieren?

Geteiltes Glück ist doppeltes Glück

Die Sterne stehen gut. Denn laut Statistiken gibt es in deutschen Gefilden rund 800.000 private Pools. Und viele davon werden selten bis nie genutzt. So verzeichnet Swimmy bereits 3.000 deutsche Pools. Auch die Gründerin Raphaelle de Monteynard zeigt sich optimistisch:

Dutzende von Anfragen aus Deutschland wurden bereits auf der Plattform registriert. Geschlossene Freibäder und Reiseverbote werden diesen Trend nur verstärken.

Und die Idee, die hinter dem "Airbnb für private Swimmingpools" steckt, ist durchaus sinnvoll. So verrät Dirk Hermanns, der deutsche Kommunikationsbeauftragte des Start-Ups, der Süddeutschen Zeitung:

Es geht darum, dass man den Luxus der Swimmingpools ein Stück weit demokratisiert.

Mi Pool es tu Pool!

Doch auch für die glücklichen Besitzer der bei Swimmy eingestellten Pools lohnt sich das Geschäft. So machten einige, nach Angaben der Firma, im vergangenen Jahr 8.000 Euro Gewinn. In den etablierten Märkten Frankreich und Spanien verdreifachten sich die Gewinne im ersten Corona-Jahr gar.

Im vergangenen Jahr rückte das eigene Land bei uns Deutschen als beliebteste Reisedestination auf Platz 1 vor. So verbrachten gemäß einer Studie der ADAC 56% der Befragten ihren Haupturlaub im ersten Corona-Jahr innerhalb der Landesgrenzen. Aktuell planen rund 65% der Studienteilnehmer ihren Sommerurlaub in Deutschland. Und sogar jeder Fünfte unter den Befragten rechnet damit, dass sein Urlaub diesen Sommer gar ins Wasser fällt.

Türkisfarbenes Wasser, der Duft nach Sonnencreme und der aufblasbare Flamingo.. Sieht so nicht der perfekte Sommertag aus? Wie schön wäre es doch, wenn wir solch einen Ferientag künftig ohne großen Aufwand in Nachbars Garten verlegen könnten. Tja, da muss nur noch das Wetter mitspielen.. So lange müssen wir anderweitig kreativ werden!