"Schutz in einer aus den Fugen geratenen Zeit": Padding ist der neue Mode-Trend in Deutschland

Der Zwiebellook ist dir sicher bekannt. Doch nun greift in Deutschland noch ein ähnlich gemütlicher Trend um sich. Wir präsentieren dir..

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..den Padding-Trend! Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen hier: Dick wattierte Jacken, Westen, Capes sowie Overshirts, die so richtig kuschelig warm sind. Glaubt man der deutschen Fachzeitschrift Textilwirtschaft, hat der Trend schon mächtig an Fahrt aufgenommen.

Wattierte Trend-Teile

Das bekannteste Beispiel dieses Trends? Die Daunenjacke! Doch nun trägt man sie oftmals nur mit halblangen Armen. Schwer angesagt sind aber nun auch ärmellose, dafür aber bein- oder gar knielange Stepp-Westen mit hohem Kragen. Auch bei H&M sind einige dieser wattierten Key Pieces bereits erhältlich. So schreibt der Moderiese: "Aber manchmal möchte man den Look ohne die Ärmel." Tatsächlich hat dies noch einen weiteren Vorteil: So sieht man, welcher Style sich unter der obersten (Zwiebel-)Lage verbirgt.

Und dann ist da noch der Stilbruch. Die Designer präsentieren in ihren Herbst-/Winterkollektionen nun etwa zarte Blumenkleider kombiniert mit knielangen wattierten Westen oder sogar knappen Hosen. Doch laut dem Deutschen Mode-Institut werden die Padding-Teile auch gerne zu grobem Strick getragen. Mit einem breiten Gürtel kann man die Taille etwas in den Fokus rücken. Doch in der Modepraxis wird tatsächlich öfters die Weite der Stücke betont. So kombiniert man bei einem typischen Look etwas Enganliegendes mit einer offen getragenen Padding-Weste. Mancher Modehersteller variiert die Outfits weiter: Reserved zum Beispiel hat eine lange Weste in seiner Kollektion, die sich bei Bedarf auch zum Schlafsack machen lässt.

"Schutz in einer aus den Fugen geratenen Zeit"

All diese wattierten Teile sowie die Stilbruch-Outfits sind nur Teil eines größeren Trends: Dem Layering. Denn dieser ist allgemein in der Übergangszeit im Herbst und zum Winterende hin praktisch. So kann man auch an kalten Tagen feine und leichte Kleider sowie kurze Hosen tragen.

Und das Deutsche Mode-Institut hat noch eine weitere Erklärung für die gesteppten Trendteile:

Weite, hochgeschlossene Puffer bieten viel Schutz in einer scheinbar aus den Fugen geratenen Welt.

Doch die wattierten Westen kommen nicht nur in gedeckten Farben daher. So beobachtet das Institut:

Neben einem Eskapismus in die Natur und Nostalgie gibt es eine starke Sehnsucht nach intensiven Farben, nach Sichtbarkeit. Denn nach Monaten der Zurückhaltung wächst die Lust, endlich wieder Gelegenheiten und Anlässe zu haben, sich zu treffen und zu zeigen, Spaß zu haben – beim Erlebnis wie an der Mode selbst.

So finden sich in den Kollektionen hin und wieder auch Westen und Mäntel in strahlenden, fröhlichen Farben. Der Trend ist also gelebte Sehnsucht. Er bedient den Wunsch nach Gemütlichkeit und Sicherheit, was uns in diesen schwierigen Zeiten sicherlich guttut.