Tinder: Forschung zeigt, dass ältere Nutzer diskriminiert werden

Die Verbraucherschutzorganisation Which? wirft Tinder vor, durch unfaire Preise gegen Datenschutzgesetze zu verstoßen.

Online-Dating ist kein Zuckerschlecken, aber es stellt sich heraus, dass es auch teuer werden kann, je nach Alter. Eine Untersuchung hat ergeben, dass die beliebte Dating-App Tinder Menschen über 30 mehr für den Zugang zu ihren Premium-Diensten berechnet.

Undurchsichtige Algorithmen

Die britische Verbraucherschutzorganisation Which? setzt fast 200 Testkäufer:innen ein, um Profile auf der Dating-App zu erstellen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass 30- bis 49-Jährige 48 Prozent (24 Pfund) mehr zahlen als jüngere Nutzer:innen, während die über 50-Jährigen mit 23,19 Pfund 46 Prozent mehr bezahlen müssen.

Rocio Concha, Direktorin für Politik und Interessenvertretung bei Which? erklärt:

Unsere Forschung hat besorgniserregende Beweise dafür gefunden, dass Menschen, die Tinder nutzen, unwissentlich höhere Gebühren aufgrund ihres Alters zahlen müssen. Dies deutet auf eine mögliche rechtswidrige Preisdiskriminierung hin, unabhängig davon, ob sie von Tinder beabsichtigt ist oder nicht, und auf eine potenziell rechtswidrige Verarbeitung personenbezogener Daten.

Wie funktioniert der Tinder-Algorithmus?

Diese Tinder-Nutzer:innen sind sich sicher, den Algorithmus der Dating-App geknackt zu haben. Doch der Verbraucherschutz setzt sich seriös damit auseinander und wirft Tinder außerdem vor, Algorithmen zu verwenden, die nicht transparent und vorhersehbar sind.

Zudem verweigern sie den Nutzer:innen die Möglichkeit, ihre ausdrückliche Zustimmung zur Verwendung ihrer persönlichen Daten für die Preisgestaltung zu geben. Kate Alpin, Leiterin der Abteilung für strategische Einblicke bei Which? betont:

Die Unternehmen müssen sich der Tatsache stellen, dass sie, wenn sie komplizierte Preisbildungsalgorithmen verwenden, bereit sein müssen, diese zu verteidigen. Wichtig ist, dass wir ein System haben, in dem Firmen zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn ihre Preisgestaltung zu unfairen und potenziell rechtswidrigen Praktiken führt.

Unterschiedliche Anwendung der Abonnement-Politik

Which? erklärt zwar, dass es nach britischem Recht manchmal gerechtfertigt sei, altersabhängige Preisunterschiede für dasselbe Produkt oder dieselbe Dienstleistung anzubieten, wie etwa Rabatte für über 65-Jährige oder Studenten, aber im Fall von Tinder sei unklar, warum über 30-Jährige mehr zahlen müssten.

Das in Texas ansässige Unternehmen, das im Jahr 2020 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar erzielte, erklärt, dass der Preisunterschied durch die Rabattpolitik des Unternehmens erklärt werden kann, die je nach Standort unterschiedlich funktioniert.

Tinder ist ein globales Unternehmen und in einigen Regionen bieten wir jüngeren Mitgliedern vergünstigte Abonnements an. Darüber hinaus bieten wir häufig Sondertarife an, die je nach Standort oder Dauer des Abonnements variieren können. Andere demografische Informationen werden in unserer Preisstruktur nicht berücksichtigt.

Which? beschuldigt Tinder zunächst, die Preise für homosexuelle Nutzer:innen zu erhöhen, hat diesen Teil seiner Behauptungen jedoch inzwischen zurückgezogen.

Die Verbrauchergruppe hat eine Beschwerde beim Information Commissioner's Office und der Equalities and Human Rights Commission eingereicht, um weitere Untersuchungen zu veranlassen.

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