Toilettenpapier-Mangel? Das sind die besten Alternativen
Toilettenpapier-Mangel? Das sind die besten Alternativen
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Toilettenpapier-Mangel? Das sind die besten Alternativen

In der Coronakrise ist es zu einer der begehrtesten Ressourcen überhaupt geworden: Kein Toilettenpapier? Kein Problem! Schließlich gibt es viele Alternativen zu der hierzulande so beliebten Rolle. Wir stellen sie euch vor.

Die Coronakrise ist da und unsere Welt steht Kopf. Während unsere niederländischen Nachbarn ihre Cannabis-Rationen vor der Schließung der Coffee-Shops aufstockten, freuen wir uns, wenn es beim Supermarkt um die Ecke noch keine Kauf-Beschränkungen auf fünflagiges Toilettenpapier gibt. Man kann ja nie wissen. Vergesst Luxusautos, Klopapier ist zu dem Statussymbol schlechthin avanciert – innerhalb kürzester Zeit.

Klopapier schadet der Umwelt

Doch was viele nicht ahnen: Die heißbegehrten Rollen sind eine ökologische Vollkatastrophe. Ihre Plastikverpackungen sind schädlich für die Umwelt und bei ihrer Produktion werden Unmengen an Wasser und Energie verbraucht. Oben im Video erklären wir euch genauer, was dabei passiert.

Hamstern ist zum Trendsport geworden - dabei gibt es überzeugende Alternativen.  Justin Paget / Getty Images

Die Corona-Epidemie, so viel steht jetzt schon fest, wird jedenfalls so einiges in unserer Gesellschaft verändern, warum also nicht auch Umdenken in der Frage, wie wir uns den Po abputzen? Effektivere und vor allem umweltfreundlichere Alternativen gibt es schließlich genug. Wir stellen euch ein paar davon vor.

Wie wäre es zum Beispiel, statt Toilettenpapier jedes Mal einen Waschlappen zu benutzen. Der Vorteil: Klopapier hat einen enormen Verschleiß, da keiner Lust hat, ein benutztes Stück wiederzuverwenden. Wäre ja auch eklig. Einen Waschlappen kann man allerdings nach Einsatz einfach in die Waschmaschine werfen. Das verbraucht aber wieder auch Energie, was aus ökologischer Sicht also wieder fragwürdig ist.

Andere Kulturen, andere Toilettensitten

Die unterschiedlichen Arten und Weisen, den Allerwertesten nach dem Geschäft sauber zu machen, hängt oft aber auch einfach von der Kultur ab. Im arabischen Raum ist es beispielsweise seit jeher üblich, beim Toilettengang komplett auf Papier zu verzichten. Stattdessen wird ein Bidet, also eine Podusche benutzt. So kann das Gesäß mit Wasser abgespült werden. Das ist im Zweifel nicht nur noch effektiver, sondern auch ungemein hygienischer, da beim manuellen Abputzen immer das Risiko besteht, dass etwas an der Hand bleibt.

Vor allem im arabischen Raum sind Bidets weit verbreitet. Karl Tapales / Getty Images

Wenn ihr kein eingebautes Bidet zuhause habt, könnt ihr euch auch handliche zahnbürstenartige Aufsätze besorgen, die dank eines Wassertanks den gleichen Effekt erzielen.

In Japan hat man diese Idee auf die Spitze getrieben. Dort haben Hightech-Toiletten ein integriertes Wasserhahn-System, welches bei Bedarf dank moderner Sensoren einen gezielten Strahl nach oben spritzen kann. Doch solche Modelle verbrauchen oftmals enorm viel Energie, man tut also der eigenen Hygiene einen Gefallen, der Umwelt aber nicht.

Alternative Materialien zur Herstellung

Momentan wird deswegen an alternativen Materialien zur Herstellung von Toilettenpapier getüftelt. Normalerweise werden schnell wachsende Baumarten wie Fichten, Birken oder Kiefern verwendet, warum aber nicht zum Beispiel Bambus? Dieser hat sich auch einen Namen für sein schnelles Wachstum gemacht und gilt als idealer Baumersatz.

Doch auch hier gibt es einen gewaltigen Nachteil. Bambus wird, um besonders ertragreich zu sein, oft mit aggressiven Chemikalien versetz. Außerdem wäre ein regionaler Anbau praktisch unmöglich und der ökologische Fußabdruck eines massenhaften Importes aus Asien gigantisch.

Bevor ihr jetzt aus Verzweiflung beim nächsten Mal zu Feuchttüchern greift, die mit ihren Alkoholzusätzen und Textilfasern zu Hautirritationen und Toilettenverstopfungen führen können, hier ein Tipp: recyceltes Papier. Der Blaue Engel auf der Verpackung symbolisiert, dass es ausschließlich aus Altpapier besteht. Das ist zwar immer noch nicht perfekt, aber schon ein Schritt in die richtige Richtung, damit ihr euch wieder guten Gewissens den Po abputzen könnt.

Von Thomas Schmitt

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