Weder Mann, noch Frau: das nicht-binäre Geschlecht

Kategorisierungen sind nicht jedermanns und jederfrau Sache! Während die Mehrheit der Menschen immer noch entweder als Mann oder als Frau lebt, werden Stimmen laut, dass das binäre Geschlecht nicht ausreicht, um die Vielfalt unseres Geschlechts zu erfassen. Das nicht-binäre Geschlecht soll das ändern!

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Die sexuelle Orientierung der Menschen ist divers, das gilt aber auch für das Geschlecht. Ob man nun Mann oder Frau ist oder etwas dazwischen, soll jede*r selbst entscheiden können, finden immer mehr Menschen!

Das nicht-binäre Geschlecht

Menschen kann man nicht einfach in Schubladen stecken, dafür sind wir einfach zu unterschiedlich. Und weil jede und jeder von uns individuell ist, sollte sich das auch bei den Geschlechterkategorien bemerkbar machen - nur "weiblich" und "männlich" reicht nicht mehr aus.

Deshalb ist es jetzt für intersexuell geborene Menschen - also Menschen, die man bei der Geburt nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen kann - möglich, sich als "divers" zu definieren. Das bedeutet, die Person ist weder Mann noch Frau, sondern ein Geschlecht dazwischen.

Ein wichtiger Schritt - doch er inkludiert nicht alle!

Das heißt, Menschen, die ohne eindeutiges biologisches Geschlecht geboren sind, müssen sich nicht entscheiden, ob sie nun männlich oder weiblich sein wollen. Sie können einfach die neue Kategorie angeben.

Ein wichtiger Schritt in der Akzeptanz von nicht-binärer Geschlechtlichkeit und der Tatsache, dass es eben nicht nur weiblich und männlich gibt. Allerdings bleiben wieder Menschen außen vor, deren Geschlechtsorgane zwar eindeutig zuordenbar sind, die sich selbst aber weder als männlich oder als weiblich begreifen.

Dragperformerin Xenia - Zwischen den Geschlechtern leben

Das kann Dragperformer*in Xenia von Uexküll nur bestätigen: Die Künstler*in sieht sich nicht als Mann oder Frau, sondern als nicht-binär. Für sie*ihn ist es ganz klar, dass zwei Kategorien nicht ausreichen, um die Vielfalt aller Menschen widerzuspiegeln:

Ich bin ein nicht-binärer Mensch. Das heißt, dass ich mich weder als Frau, noch als Mann kategorisieren lassen will. Betrachtet man die vielfältige Gesellschaft, stellt man fest, dass die Geschlechtersituation immer noch einfältig ist. Die allermeisten Menschen leben als Mann oder Frau.

Nicht mehr Bedeutung als die Haarfarbe

So schreibt Xenia von Uexküll, die*der in Berlin als xixiinthemorning als Dragperformer*in auftritt, in der Berliner Zeitung. Sie*er sei überzeugt, dass man Geschlechtsorganen nicht mehr Bedeutung beimessen sollte als der Haarfarbe.

Ich hab einen Kommentar für den Tagesspiegel schreiben dürfen zum Thema Gender Diversity:

Posted by Xenia Uexküll on Tuesday, September 10, 2019

Wenn Kinder in diesem Sinne aufwachsen würden, wäre es irgendwann automatisch aus mit der Ungleichheit zwischen Mann und Frau - ob im Beruf, bei der Kindererziehung oder in sonstigen gesellschaftlichen Einrichtungen.

Der erste Schritt ist getan, zumindest Menschen, deren biologisches Geschlecht nicht eindeutig ist, können das Geschlecht in der Mitte wählen. Vielleicht gilt das dann auch bald für Menschen wie Xenia, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen, obwohl das biologische Geschlecht eindeutig ist.