Warum sank die Titanic? Brand versus Eisberg-Theorie
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Warum sank die Titanic? Brand versus Eisberg-Theorie

Ein Journalist und Titanic-Experte behauptet, dass der Untergang des berühmten Passagierschiffs nicht nur durch die Kollision mit einem Eisberg bedingt war. Den Nachforschungen des Iren Senan Molony nach war die Außenhaut des Schiffs schon durch einen tagelangen Brand im Maschinenraum geschwächt.

Senan Molony: 30 Jahre Forschung an der Titanic

Mehr als 105 Jahre nach ihrem Untergang fasziniert die Titanic noch immer und viele Fragen bleiben noch ungeklärt. Zu diesem Schluss kommt der der irische Journalist Senan Molony, der seit mehr als 30 Jahren Nachforschungen zu dem Thema anstellt. Nach einem erstmals im Januar 2017 ausgestrahlten Dokumentarfilm des britischen Senders Channel 4 soll die Kollision mit dem Eisberg nicht der einzige Grund gewesen sein, der zum Untergang der Titanic geführt hat.

Noch vor dem Auslaufen zu seiner tragischen Jungfernfahrt von Southampton nach New York soll im Schiffsrumpf des 269 m langen Dampfers ein unkontrolliertes Feuer ausgebrochen sein. Dieser Brand soll die Außenhaut des Schiffes genau an der Stelle geschwächt haben, an der es später mit dem Eisberg kollidierte. Diese Theorie stützt sich auf die Analyse von Fotomaterial, das noch vor der Überführungsfahrt der Titanic in Belfast entstanden ist.

Auf den Aufnahmen sind an die 10 Meter lange schwarze Streifen im vorderen Bereich der rechten Außenwand des Schiffs zu sehen. „Es handelt sich genau um den Bereich, der später mit dem Eisberg kollidierte. Wir haben festgestellt, dass es an dieser Stelle offensichtlich schon eine Schwachstelle oder einen Schaden der Außenhaut gegeben haben muss, bevor sie [die Titanic] Belfast verlassen hat," erklärt Senan Molony gegenüber Independent.

Ein unkontrolliertes Feuer

Anhand dieser Beobachtungen haben Experten später bestätigt, dass die Spuren tatsächlich von einem Brand stammen könnten. Doch zur Sprache gekommen ist diese Theorie nicht zum ersten Mal. Nur hat bisher noch niemand versucht, sie als Hauptursache des Untergangs der Titanic zu darzustellen.

Den Untersuchungsergebnissen von Senan Molony nach soll das Feuer in einem drei Decks hohen Kohlebunker hinter dem Heizraum ausgebrochen sein. Zwölf Mann sollen versucht haben, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, doch der Brand soll sich weiter ausgebreitet und Temperaturen bis zu 1000 Grad Celsius erreicht haben.

Der Brand soll an die drei Wochen gewütet haben, bevor er gelöscht werden konnte. Doch J. Bruce Ismay, der Direktor der für den Bau der Titanic verantwortlichen Reederei soll sämtliche Beteiligten sowie das Bordpersonal zu strengstem Stillschweigen verpflichtet haben. In dem Dokumentarfilm über die Nachforschungen von Senan Molony soll der Luxusdampfer in Hafen von Southampton sogar so angelegt haben, dass die Spuren des Brands vor den Passagieren verborgen blieben.

Ein bekannter, wenn auch verharmloster Vorfall

„Bisher hat sich noch niemand für diese Brandspuren interessiert, obwohl die Geschichte damit eine ganz andere Wendung nimmt,“ beteuert der Journalist. „Metallexperten haben uns bestätigt, dass Stahl bei solchen Temperaturen porös und brüchig wird und 75 % seiner Stabilität verliert,“ versichert er. „Der Brandvorfall war bekannt, doch wurde heruntergespielt. Das Schiff hätte niemals in See stechen dürfen.“

Ray Boston, ein anderer Titanic-Experte, der sich auch schon mit mehr als 20 Jahren mit dem Thema befasst, hatte 2008 schon die Brandtheorie erwähnt. Seiner Theorie nach soll der Brand bei Beschleunigungsversuchen 10 Tage vor dem Auslaufen in Southampton ausgebrochen sein. Er sprach sogar von einer „ernsten Explosionsgefahr“ noch vor dem Einlaufen in New York.

Nach einer Zeugenaussage von J. Bruce Ismay, dem Direktor der White Star Line, soll John Pierpont Morgan, der Besitzer des Schiffes, laut Ray Boston von der Gefahr gewusst haben. Er soll die Mannschaft dazu veranlasst haben, das Schiff mit erhöhter Geschwindigkeit über den Atlantik zu jagen, was das Ausweichen vor dem Eisberg erheblich erschwerte.

Morgan war der Meinung, das Schiff sollte möglichst schnell New York erreichen, damit die Passagiere von Bord gehen könnten, ehe sich die unvermeidbaren Explosionen ereignen,“ erklärte der Experte 2008 im Independent.

Mehr als nur die Geschichte von der Kollision mit dem Eisberg

Als die Titanic am 14. April 1912 um 23 Uhr 40 mit dem Eisberg kollidierte, kam es genau an der Stelle zu einem Riss im Rumpf, an der zuvor der Brand gewütet haben soll. Ihr Untergang war somit unvermeidbar.

Bei dem Untergang verloren an die 1500 Menschen ihr Leben. Er geht damit als eines der größten Schiffunglücke in die Geschichte ein. „Die offiziellen Ermittlungen haben den Untergang der Titanic als die Folge einer Naturkatastrophe beschrieben,“ kommentiert Senan Molony. Doch „es steckt mehr hinter dem Untergang, als nur die Kollision mit einem Eisberg.“

"Es ist eine Verkettung unglücklicher Umstände, die zum Untergang der Titanic geführt haben: das Feuer, der Eisberg und kriminelle Nachlässigkeit,“ beteuert der Titanic-Experte. Trotzdem sind bei weitem noch nicht alle von Molonys Brandtheorie als Hauptursache des Schiffsunglücks überzeugt. Seiner Meinung nach hat uns die Geschichte der Titanic noch einige Geheimnisse zu offenbaren.


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