Wegen Rassismus: Titanic-Geschichte muss neu geschrieben werdenWegen Rassismus: Titanic-Geschichte muss neu geschrieben werden
Wegen Rassismus: Titanic-Geschichte muss neu geschrieben werden
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Wegen Rassismus: Titanic-Geschichte muss neu geschrieben werden

Das Drama über den Untergang der Titanic kennt so gut wie jeder. Doch hinter der tragischen Geschichte verbirgt sich noch viel mehr. Entdecke im Video, wie mehrere chinesische Passagiere während des tragischen Ereignisses Opfer rassistischer Handlungen seitens der amerikanischen Behörden wurden.

In der Nacht vom 14. April 1912 verschwand die RMS Titanic, die von Southampton (England) nach New York fahren sollte, auf tragische Weise im Nordatlantik, nachdem sie einen Eisberg südöstlich von Neufundland gerammt hatte.

Während das Drama im Laufe der Jahrzehnte reichlich in Filmen und Büchern dargelegt wurde, wurde eine vertraulichere Geschichte jedoch lange Zeit verschwiegen. Dabei geht es um sechs überlebende Passagiere aus China, die von den amerikanischen Behörden wegen ihrer Staatsangehörigkeit bewusst von der Liste gestrichen wurden.

"Sechs chinesische Männer sind lebend von der Titanic gegangen und vierundzwanzig Stunden später wurden sie aus der Geschichte gestrichen. Das war Absicht. Das hängt mit der Kultur von damals zusammen", erklärt Steven Schwankert dem Onlineportal Quartz. Schwankert half bei der Entwicklung des Dokumentarfilms "The Six", in dem die Geschichte dieser in Vergessenheit geratenen Passagiere dargestellt werden soll.

Mit der "Kultur von damals" bezieht sich Steven Schwankert auf den "Chinese Exclusion Act", der 1882 vom US-Kongress verabschiedet wurde. Dabei handelt es sich dabei um ein von den Vereinigten Staaten errichtetes Anti-Immigrationsgesetz, das Chinesen am Betreten amerikanischen Bodens hindern sollte.

Nachdem sich die sechs chinesischen Passagiere vor dem dramatischen Untergang retten konnten, wurden sie auf Ellies Island unter Bewachung von amerikanischen Einwanderungsbehörden gestellt. Einige Tage später verliert sich ihre Spur absichtlich in der Verwaltungsmaschinerie, während man sie unter äußerster Diskretion mit dem Dampfschiff Anetta nach Cuba schickte.

Es handelte sich um fünf chinesische Passagiere, die sich auf das letzte Rettungsboot retten konnten sowie einen sechsten Überlebenden, der im letzten Augenblick von Offizier Harold Lowe geborgen wurde, als dieser sich auf den Überresten einer Tür befand. "Welchen Sinn hat es, ihn zu retten? Er ist wahrscheinlich tot, und wenn er es nicht ist, gibt es andere, die es mehr verdient hätten, gerettet zu werden, als ein Japaner", soll Offizier Harold Lowe gesagt haben, bevor er beschlossen hatte, dem Schiffbrüchigen schließlich doch Hilfe zu leisten.

"Die damalige Presse berichtete von den chinesischen Überlebenden als Angsthasen, die sich als Frauen verkleideten, um sich so in die Rettungsbote schmuggeln zu können. Aber es gab keine Grundlage dafür", erklärt Steven Schwankert, dessen Dokumentarfilm "The Six" dieses Jahr erscheinen soll und in China mit Spannung erwartet wird.

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Von der Redaktion

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