Billig-Bestattung für Arme: Doch die letzte Ruhestätte ist nicht in Deutschland

Billig-Bestattung für Arme: Doch die letzte Ruhestätte ist nicht in Deutschland

Bestatter Kai-Uwe Müller bietet Bestattungen zum Pauschalpreis an. Für günstige 1.399 Euro ist alles im Preis inbegriffen. Doch einen Haken hat das Ganze: Die Trauernden können ihre Liebsten nicht in Deutschland begraben.

Für viele Angehörige ist die letzte Ruhestätte ihrer Liebsten eine wichtige Angelegenheit, auch wenn die Grabpflege von einem Fremden übernommen wird. Doch allein die Urnenbestattung ist mit 3.000 Euro wahrlich ein teueres Unternehmen. Für einige Trauernde ist das leider zu viel Geld. Das Angebot Müllers wirkt da wie ein Spottpreis. Eine komplette Urnenbestattung zum Pauschalpreis von gerade mal 1.399 Euro hört sich da fast wie ein „Schnäppchen“ an. Ist es mit so wenig Geld tatsächlich möglich eine anständige Bestattung durchzuführen?

Das steckt hinter den Bestattungen zum Spottpreis

Ja, allerdings nicht in Deutschland. Die Beisetzung selber findet im Örtchen Weipert auf dem Waldfriedhof statt, der sich in Tschechien direkt hinter der Grenze befindet. Müller erklärt: „Der Friedhof ist sehr groß. Die Tschechen haben keine Sorge, dass für sie kein Platz mehr da ist. Bei der Größe des Friedhofs könnte man dort problemlos das gesamte Erzgebirge begraben.“

Für ihn zählt nicht der eigenen Profit, er betont: „Für mich geht es da nicht ums Geldverdienen, ich mache das hauptsächlich aus sozialen Aspekten. Ich biete ja auch Beisetzungen in Deutschland an.“ So werden die Toten zunächst nach Ronneberg in Thüringen gebracht, wo Kai Uwe Müller für eine Verbrennung an ein privates Krematorium 270 Euro zahlt. 

Kritik von Bestatter-Innung: Würdevolle Beisetzung für den Preis nicht durchführbar

Die Verhandlungen seien mit der Bürgermeisterin von Weipert bereits abgeschlossen, behördlichen Hindernisse gebe es keine mehr, so Müller. Die Grabstelle sei demnach 10 Jahre gesichert, danach könne man auch verlängern lassen. Auch ein personifiziertes Kreuz oder ein Liegestein sind in dem Pauschalpreis enthalten, Musik allerdings nicht, sie kann aber auf Wunsch dazu gebucht werden. Kritik von der Bestatter-Innung, dass zu solch einem niedrigen Preis eine würdevolle Beisetzung nicht durchführbar sei, lässt Müller nicht gelten. Er argumentiert: „Viele Menschen schaffen es nicht einmal mehr, die Anzahlung für eine Bestattung ihrer Liebsten zu zahlen. Diesen Menschen wollen wir helfen und eine weitere Last abnehmen.“

• Sophie Kausch
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