Frau sammelt weggeworfene Tampon-Applikatoren: Was sie daraus macht, regt zum Nachdenken an
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Frau sammelt weggeworfene Tampon-Applikatoren: Was sie daraus macht, regt zum Nachdenken an

Umweltaktivistin Ella Daish baut einen riesigen Tampon aus alten Applikatoren. Doch die Britin will nicht nur schockieren - es steckt nämlich eine wichtige Botschaft hinter der außergewöhnlichen Skulptur...

Hygieneartikel sind sehr teuer und zudem sind sie auch heute noch sehr plastikhaltig. Aktivistinnen wie eine Studentin in Frankreich, die mit blutiger Hose posiert machen auf die Preise aufmerksam. Doch auch das Plastik ist ein großes Problem bei den Hygieneartikeln.

Ella Daish, Gründerin der #EndPeriodPlastic-Kampagne, fordert auf, ihr alle Plastik-Tampon-Applikatoren zu schicken, die sie in der Natur wie Stränden oder in Gewässern finden. Am Ende bekommt sie mehr als 1.000 dieser Teile zusammen, aus denen sie dann eine 1,80 Meter hohe Skulptur erschafft.

Produkte zur weiblichen Periode sind leider noch immer sehr plastikbeladen.  Volanthevist@Getty Images

Umweltaktivistin baut Riesen-Tampon

"Ich habe die Leute angewiesen, vorsichtig zu sein, wenn sie sie aufheben. Nicht nur wegen der Pandemie, sondern auch wegen der Herkunft der Tampon-Applikatoren", versichert Daish HuffPost UK. "Die Leute spülten sie ab und als ich sie bekam, wusch und desinfizierte ich die Applikatoren - was man sicherlich eine einzigartige Aktivität nennen kann!"

Die laufende Kampagne von Daish fordert Marken und Einzelhändler auf, keinen Kunststoff mehr in ihren Produkten zu verwenden. Sie hat Aldi, Sainsbury's und Superdrug bereits davon überzeugt, Kunststoffapplikatoren durch biologisch abbaubare Pappalternativen in ihren Eigenmarkenprodukten zu ersetzen.

Jetzt hat sie die Königin der historischen Produkte im Visier: Tampax. "Hersteller wie Tampax schieben die Schuld oft auf die Verbraucher. Allerdings sind sie es, die als Verursacher des Problems zur Rechenschaft gezogen werden müssen", so die Britin. Und weiter:

Als Hersteller haben sie die Ressourcen und das Geld, um Veränderungen an der Quelle herbeizuführen. Genau das muss geschehen, um die negativen Auswirkungen nachhaltig zu stoppen.

Mit dem Projekt hat Daish im Sommer begonnen und hat Monate lange eine Entwicklung benötigt. Die Herstellung der Skulptur war alles andere als einfach: "Die Applikatoren wurden an einer darunter liegenden Drahtstruktur befestigt, es wurde kein Klebstoff oder Kunststoff verwendet", erklärt Daish.

Es dauerte einige Monate, bis alle Kunststoff-Tamponapplikatoren eingetroffen waren und ich sie gereinigt hatte, aber der Planungs- und Konstruktionsprozess für den riesigen Applikator dauerte nur etwa einen Monat.

Tampax: "Lösungen sind nicht einfach"

Daishs Online-Petition, die ein Ende unnötiger Plastikprodukte in traditionellen Produkten fordert, hat bereits mehr als 237.000 Unterschriften erhalten. Sie hat zudem auch einen offenen Brief an Tampax geschrieben, der von über 40 Gruppen, Politikern und Aktivisten unterstützt und unterzeichnet wurde.

Zu hoffen also, dass bald umweltfreundliche Lösungen gefunden werden, schließlich braucht dies unser Planet. Auf Nachfrage der HuffPost erklärt der Tamponhersteller:

Als Marke sind wir weiterhin bestrebt, Lösungen zu finden, bei denen Menschen mit Periode keine Kompromisse bei der Qualität eingehen müssen und die gleichzeitig die geringste Auswirkung auf die Erde haben. Aber Lösungen sind nicht einfach, nehmen Zeit in Anspruch und wir müssen die Bedürfnisse der Menschen, die unsere Produkte verwenden, weiter ernst nehmen und gleichzeitig nach Alternativen suchen.
Von Maximilian Vogel

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