Deutsche Pop-Ikone teilte ihre Spritzen mit ihrem Sohn

Deutsche Pop-Ikone teilte ihre Spritzen mit ihrem Sohn

Ari Boulogne erzählt seine traurige und nicht gerade alltägliche Geschichte: Während sein leiblicher Vater ihn nicht anerkennt, frönt er als 16-Jähriger gemeinsam mit seiner Mutter der Drogensucht - dabei haben sie sich, nach eigener Aussage, nicht nur die Drogen, sondern auch die Spritzen geteilt!

Ari Boulogne erblickt am 11. August 1962 unter dem Namen Christian Aaron Pfäffgen das Licht der Welt. Er ist der bis heute nicht von seinem Vater anerkannte Sohn des französischen Schauspielers Alain Delon und der deutschen Sängerin und Pop-Ikone Nico von The Velvet Underground. In seiner Autobiografie „L'amour n'oublie jamais“ (Die Liebe vergisst nie) erzählt er seine traurige Geschichte.  

Sein Leben ist eine Irrfahrt

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Aris Leben ist eine lange Irrfahrt zwischen der drogenabhängigen Mutter, der mütterlichen Großmutter und Edith Boulogne, der Mutter Alain Delons, die sich in den sechziger Jahren um ihn kümmert und dessen zweiter Mann ihn auf ihren Wunsch hin adoptiert. Mit siebzehn Jahren schließt sich Ari dann endgültig wieder seiner Mutter an und erlebt mit ihr die Dekadenz der Drogenszene und des Alkohols. Trotzdem bleibt er ihr immer eng verbunden. „Sie war eine sehr gute Mutter. Sie hat mir alles gegeben. Sogar Drogen! Ich habe alles mit ihr erlebt und das war kein Problem für mich. Seit meinem sechzehnten Lebensjahr haben wir dieselben Drogen und dieselben Spritzen miteinander geteilt. Das war unsere Form von Gemeinsamkeit. Sie war großartig bis zum letzten Augenblick. Sie war nicht schlecht. Sie hatte so etwas von Humor, einen trockenen, beißenden Humor und spottete gern. Sie war eine Rock’n’roll-Lady, die jede Bühne wie eine Löwin erobern konnte…“ hat er vor ein paar Monaten der französischen Sonntagszeitung Journal du Dimanche (JDD) erzählt. 

„Du bist nicht mein Sohn“

Nico stürzt 1988 auf Ibiza vom Rad und stirbt an einem Blutgerinnsel im Krankenhaus. Für Ari eine schlimme Zeit! Seine Drogenabhängigkeit bringt ihn mehrmals in die Psychiatrie und zeitweilig sogar auf die Straße. Erst 1993 schafft er es nach einer erneuten Entziehungskur von den Drogen wegzukommen. 1999 kommt sein kleiner Sohn Charles zur Welt. Ari versucht, sein Leben in den Griff zu bekommen.

Das Fehlen des Vater hat sein tragisches Leben nicht vereinfacht. Sein leiblicher Vater, Alain Delon, hat ihn nie anerkannt, obwohl sie sich ein paarmal begegnet sind. Einmal nimmt er Ari in seinem BMW mit. In einem Interview mit der französischen Tageszeitung Libération erzählt Ari 1986: „Alain Delon hatte eine Hand auf dem Lenkrad, klopfte mir mit der anderen Hand auf die Schulter und sagte: Du bist mein Kumpel, aber ich will dir was sagen: du hast weder meine Augen noch meine Haare. Du bist nicht mein Sohn, du wirst es nie sein. Ich habe nicht mehr als einmal mit deiner Mutter geschlafen.“ Den fehlenden Vater versucht ihm Paul Boulogne, der Stiefvater von Alain Delon, zu ersetzen, als er Ari in den siebziger Jahren adoptiert. Doch die Sehnsucht nach der Anerkennung des eigenen Vaters ist ihm geblieben und nagt noch immer.  

Zoe Klaus
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