Rassismus im Buckingham Palace: So wenige Angestellte gehören ethnischen Minderheiten an

Eine neue Datenerhebung zeigt, dass weniger der Mitarbeitenden als gedacht aus dem Buckingham Palace ethnischen Minderheiten angehören.

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Ende Juni veröffentlicht der Buckingham Palace den aktuellen Jahresbericht zu den "Sovereign Grant" – den Ausgaben der Queen, die von Steuerzahlenden getragen werden. Aus diesem Bericht geht hervor, dass nur 8,5 Prozent der Mitarbeitenden aus dem royalen Haushalt ethnischen Minderheiten sind.

Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass sich dieser wichtige jährliche Bericht mit dem Thema Diversität im englischen Palast auseinandersetzt.

Sie wollen sich nicht verstecken

Reuters zitiert eine Quelle aus dem Buckingham Palace, der zufolge in Bezug auf Mitarbeiter-Diversität noch einiges getan werden könne:

Wir merken, dass wir nicht da sind, wo wir gerne wären. Ihre Majestät und Mitglieder der Königsfamilie unterstützen und befürworten die Diversität unserer Nation und des Commonwealths und daher stellen wir fest, dass die Minderheiten, denen wir dienen, auch unter unseren Mitarbeitenden vertreten sein sollten. Wir haben noch nicht den Fortschritt gemacht, den wir gerne hätten und wir können es besser machen.

Die Quelle fügt hinzu, dass die Entscheidung, die Statistik samt Diversitätsaspekt zu veröffentlichen, dazu dienen solle, dass sie zur Verantwortung gezogen werden können und sollten, wenn keine Fortschritte gemacht werden, um die nötigen Veränderungen zu bewirken:

Einer der Hauptgründe, warum die Statistik veröffentlicht wird, was übrigens auf freiwilliger Basis passiert, ist, dass es keinen Ort zum Verstecken geben soll. Wir erwarten, dass Sie uns für den Fortschritt, den wir machen, zur Rechenschaft ziehen. Und wenn wir den Fortschritt nicht machen, müssen wir erklären, warum.

Die Royal Family und ethnische Problematiken

Diese Aktion geht mit einer schweren Phase für die Royal Family einher, in der sich diese für einen mangelhaften Umgang mit Rassismusvorwürfen verantworten muss. Diese wurden nicht zuletzt durch das Skandal-Interview von Meghan Markle und Prinz Harry mit Oprah Winfrey ausgelöst. In diesem wirft die Herzogin von Sussex, welche eines der wenigen Mitglieder der Royal Family mit multiethnischen Wurzeln ist, einigen Mitgliedern der Familie vor, rassistisch zu sein.

Erst Anfang Juni wurde die öffentliche Debatte darauf gelenkt, dass es farbigen Immigranten oder ausländischen Menschen bis in die späten 1960er Jahre nicht gestattet war, in Verwaltungspositionen im königlichen Haushalt zu arbeiten, obwohl es ihnen "gestattet" war, als Dienstboten zu arbeiten.

Bereits vor dem Interview mit Oprah Winfrey hat der Haushalt der Queen seine Diversitätsstrategie angepasst und mehr Bedeutung auf Inklusion gelegt.

2011 erfasste Daten zeigen, dass mindestens 13 Prozent der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs aus ethnischen Minderheiten stammen. Im Palast werden diese aber deutlich seltener repräsentiert.