Wissenschaftler warnen: Frühling könnte bald eine "stumme Jahreszeit" sein. Das hat einen bestimmten Grund

Wissenschaftler warnen: Frühling könnte bald eine "stumme Jahreszeit" sein. Das hat einen bestimmten Grund

Seit einigen Jahren alarmieren uns die Wissenschaftler immer wieder: In Zukunft könnte der Frühling eine stumme Jahreszeit sein. Wir erklären dir, was dahinter steckt.

Stell dir einmal den Frühling vor – ohne das so typische und so allseits geliebte Gezwitscher von Vögeln. Das Aussterben vieler Singvögel schreitet voran, besonders betroffen sind die Spatzen. Der Haussperling oder auch Spatz genannt, den wir alle aus unseren Gärten und Parks kennen, ist vom Aussterben bedroht. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Zahl der Spatzen in Europa etwa halbiert. Werden unsere Kinder den kleinen braun-weißen Singvogel vielleicht schon gar nicht mehr kennen? Vor allem Frankreich ist betroffen, dort sinken die Spatzenpopulationen rapide. Darauf will die Ligue pour la Protection des Oiseaux („Liga für Vogelschutz“) nun aufmerksam machen.

In Paris sind 3 von 4 Spatzen verschwunden

Eigentlich liebt der Spatz die Nähe zum Menschen, er ist ihnen bis in die Großstädte gefolgt. Doch in der französischen Hauptstadt Paris zum Beispiel gibt es heute 70 % weniger Spatzen als in den 1980er Jahren und nur in den letzten 13 Jahren sind drei von vier Vögeln verschwunden. Jean-François Magne, Leiter der französischen Liga für Vogelschutz, erklärt sich das so:  „Es gibt immer weniger Nistplätze. Vor allem in der Zeit der Fortpflanzung müssen genügend Zwischenräume und Vertiefungen in Mauern und Gebäuden verfügbar sein. Außerdem haben es die Eltern schwer, ihre Jungen zu ernähren, da auch die Insektenzahlen zurückgehen. Dieses Problem müssen wir betonen in unserem Programm, das konkrete Lösungen für den Fortbestand der Spatzen anbieten will.“

Singvögel sterben aus

In Großbritannien steht der Spatz mittlerweile sogar auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten – ihn gibt es dort so gut wie nicht mehr. In anderen europäischen Ballungsräumen sieht es ähnlich aus: in Hamburg sind die Populationen in den letzten 30 Jahren um 50 % zurückgegangen, in Prag um 60 % in den letzten 20 Jahren und in Finnland ebenfalls um 60 % in den letzten 25 Jahren.

Doch das Schicksal des kleinen Haussperlings ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Gesamtheit der Singvögel in Europa ist bedroht – vor allem die Schwalben. Arten, die man früher als Allerweltsarten bezeichnet hat, wie Star oder Feldlerche sterben aus.

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Gefahr durch Klimawandel

Dabei sind der Mangel an Nahrung und Nistplätzen, Kollisionen mit Glasscheiben im Straßen- und Bahnverkehr (insgesamt an die 200 Millionen tote Vögel im Jahr), die Jagd durch Katzen und andere kleine Raubtiere nicht die einzigen Gefahren für Vögel. Der deutsche Naturschutzbund NABU schätzt: „Die größten Artenverluste wird der Klimawandel bringen.“ Denn die globale Erwärmung bedroht jede sechste Art.

Lucia Salomon
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