Colobopsis explodens: Mit dieser Kamikaze-Aktion schützt diese Ameise-Art ihre Kolonie
Colobopsis explodens: Mit dieser Kamikaze-Aktion schützt diese Ameise-Art ihre Kolonie
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Colobopsis explodens: Mit dieser Kamikaze-Aktion schützt diese Ameise-Art ihre Kolonie

In Österreich wird eine neue Ameisen-Art entdeckt und diese hat es in sich! Um ihre Kolonie vor Feinden zu schützen, wenden die Arbeiterameisen einen ganz besonderen Trick an, der an Kamikaze erinnert.

Diese Ameisen sind regelrechte Kamikaze. Die explosive Ameise Colobopsis explodens ist doch tatsächlich in der Lage sich in eine Art Bombe zu verwandeln, wenn es darum geht, Feinde zur Strecke zu bringen. Ihre skurrile Kampfstrategie offenbart eine in der Fachzeitschrift ZooKeysveröffentlichte Studie.

Harakiri

Eine österreichische Wissenschaftlerin hat eine neue Ameisen-Art entdeckt, die über einen erstaunlichen Abwehrmechanismus verfügt. Wenn sich die Colobopsis explodens bedroht fühlt, opfert sie sich zum Schutz der Kolonie auf. Die Kamikaze-Ameise sprengt sich selbst in die Luft, um den Feind aufzuhalten.

Die Studie ist von der Doktorandin Alice Laciny vom Naturhistorischen Museum Wien geschrieben, die diese Ameisen mit dem ungewöhnlichen Kampfverhalten seit 2014 untersucht.

Um ihr Nest zu verteidigen schrecken manche dieser Hautflügler nicht davor zurück, in gewisser Weise Harakiri zu begehen. Sie klammern sich an ihren Angreifer und bringen ihren Bauch zum Platzen, um ihren Feind mit einer klebrigen, gelben, hochgiftigen Substanz zu bespritzen, die ihn verlangsamt, wenn nicht sogar tötet.

Kurios und selten: die Kamikaze-Ameise

Für Ameisen ist der Gebrauch einer derartigen Geheimwaffe nicht geläufig. Explodierende Ameisen sind sehr selten. So ist Colobopsis explodens die erste Art, die seit 1935 entdeckt wurde, die fähig ist, sich selbst zum Explodieren zu bringen.

Im Insektenreich ist die Selbstopferung als soziales Verhalten bisher nur bei Termiten und Bienen bekannt gewesen. Doch es zeigt sich, dass diese Ameisen mit den fliegenden Insekten eines teilen: mit Anwendung der Geheimwaffe den eigenen Tod herzuführen, um die Kolonie zu schützen.

"Es lässt sich mit dem Stich einer Biene vergleichen", erklärt Alice Laciny. Eine Art "Selbstmordanschlag" gegen den Angreifer.

Arbeiterinnen-Ameise in der sozialen Hierarchie

Sicher ist, dass bei der Colobopsis explodens nicht alle Individuen gleichgestellt sind. Tatsächlich sind nur die kleinen Arbeiterinnen dieser Ameisen-Art mit dem selbstmörderischen Detonations-Mechanismus ausgerüstet. Nur sie können sich für ihre Kolonie opfern. Alice Laciny erklärt:

Eine Ameisenkolonie ist nicht mit einer aus Individuen zusammengesetzten Familie zu vergleichen, sondern eher mit einer Art Superorganismus, in dem jede Ameise wie die Zelle eines Körpers funktioniert und ihre ganz eigene Rolle spielt.

Ranghöhere Arbeiterinnen haben eine ganz andere Verteidigungsrolle zu spielen. Sie verteidigen die Kolonie mit Hilfe ihres übergroßen Kopfes:

Der Eingang zum Ameisenbau ist ein winziges Loch, dessen Durchmesser ungefähr dem Durchmesser ihres Kopfes entspricht. Sie steckt einfach ihren Kopf in das Loch und blockiert so mechanisch den Eingang zum Nest, so dass nichts von außen in das Nest eindringen kann. Während die einfachen Arbeiterinnen Kamikaze sind, leisten die ranghöheren Ameisen passiven Widerstand.

Türsteher-Ameisen

Diese morphologische Eigenschaft zum Schutz und zur Verteidigung des Nests nutzen auch andere Ameisen-Arten. Sogar zum Schutz gegen die Elemente. Die australische Ameisen-Art Camponotus anderseni baut ihr Nest am Strand, wodurch es regelmäßig überflutet wird. Ameisenökologe Alan Anderson der Charles Darwin University in Australien erklärt:

Die Nester dieser Ameisen sind den Gezeiten ausgesetzt und mehrere Stunden pro Tag überflutet. Hier blockieren die Türsteher-Ameisen den Eingang, nicht um einen Feind, sondern um das Wasser am Eindringen zu hindern.

Nach Meinung der Wissenschaftler kann die Erforschung dieser Arten auch das Verhalten der explosiven Ameisen verständlicher machen, von denen wir noch viel zu lernen haben. Wetten, dass die Colobopsis explodens noch mit Überraschungen aufzuwarten hat, die wie eine Bombe einschlagen?

Von Sarah Kirsch

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