Wer ist die Wissenschaftlerin, der wir das erste Foto eines schwarzen Lochs zu verdanken haben?

Wer ist die Wissenschaftlerin, der wir das erste Foto eines schwarzen Lochs zu verdanken haben?

Ein enormer Fortschritt der Wissenschaft, möglich gemacht durch eine Frau! Dank Katie Bouman wissen wir nun, wie ein schwarzes Loch aussieht. Doch wer ist Katie Bouman eigentlich?

Auf die Frage, wem wir das erste Fotos eines schwarzen Lochs zu verdanken haben, antwortet Katie Bouman bescheiden: Der unglaublichen Arbeit 200 großartiger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Dennoch steht die 29-Jährige für den Erfolg und die unermüdliche Arbeit, ohne die all das nicht möglich gewesen wäre.

Ein Traum von einem Lebenslauf

Erst 1989 in Indiana, USA geboren, ist es schwer zu glauben, dass sie in ihrem Alter bereits einen Beitrag zu einer wissenschaftlichen Errungenschaft dieses Ausmaßes geleistet hat. Doch ein Blick auf ihren Lebenslauf genügt und alle Zweifel sind behoben: Sie studierte Computertechnik an der University of Michigan, bevor sie am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) Doktorandin wird.

Leiterin zur Entwicklung eines Algorithmus‘

Vor sechs Jahren schließt sie sich in der Hoffnung, zum ersten Mal ein schwarzes Loch beobachten zu können, unzähligen Wissenschaftlern aus aller Welt an. Dort leitet sie ein Team zur Entwicklung eines Algorithmus, mit dessen Hilfe sich Bilder wiederherstellen lassen. Dank dieses Computerprogramms ist es ihnen möglich, aus den Unmengen von Daten von acht Radioteleskopen das Bild eines schwarzen Lochs zusammenzustellen.

Auch interessant
Unfall nach Partynacht: Junge Frau verdankt ihr Leben ihrem Kleid

Im November 2016 erläutert Katie Bouman im Rahmen eines „TED"-Talks, was es bräuchte, um ein Foto von einem schwarzen Loch zu machen. Sie erklärt, es wäre, als wolle man eine Orange auf dem Mond fotografieren, man bräuchte ein Teleskop von der Größe der Erde. Heute, nur einige Jahre später, ist sie Teil dieses unglaublichen Erfolgs.

Eine Frau in einer von Männern dominierten Welt

Sich als Frau in der Welt der Wissenschaft zu behaupten, ist nicht leicht. Als die Kanadierin Donna Strickland im Jahr 2018 mit zwei männlichen Kollegen einen Nobelpreis für Physik erhält, ist sie die einzige ohne Wikipedia-Eintrag. Fälle wie dieser sind keine Ausnahme, doch Katie Bouman ist nicht von diesem sogenannten „Matilda-Effekt" betroffen.

Ihr enormer Erfolg hat ihr einen hohen Bekanntheitsgrad verschafft, den sie verlegen zurückweist und erklärt, hinter dem Foto des schwarzen Lochs stehe nicht nur ein einzelner Algorithmus oder eine einzelne Person, sondern vielmehr 200 Wissenschaftler, darunter 40 Frauen.

Lea Pfennig
Weiterlesen
Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen