Große Freude und endloses Staunen nach Wolfsgeburt in Mexiko
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Große Freude und endloses Staunen nach Wolfsgeburt in Mexiko

Der Zoo Los Coyotes von Mexico City hat diesen Monat die Geburt von acht Mexikanischen Wolfsjungen ankündigen können. Eine gute Nachricht, nicht nur für den Zoo, sondern auch für die bedrohten Mexikanischen Wölfe und ihre Erhaltung.

Auf der langen Roten Liste bedrohter Arten der UICN (Weltnaturschutzunion) steht eine Unterart des Nordamerikanischen Wolfes: der Mexikanische Wolf.

El Lobo

Von dem in Mexiko El Lobo genannten Mexikanischen Wolf leben in freier Wildbahn nur noch an die 350 Exemplare. Doch es gibt jetzt vielleicht einen Hoffnungsschimmer. Der Zoo Los Coyotes von Mexiko City kann dieses Jahr einen außerordentlichen Wurf dieser weniger bekannten Unterart des Nordamerikanischen Grauwolfs verzeichnen.

Es ist der größte Wurf, der je geglückt ist, seit 1980 ein amerikanisch-mexikanisches Programm zur Förderung der Population dieser bedrohten Art ins Leben gerufen wurde. Vor ein paar Jahrzehnten noch war der Mexikanische Wolf an der US-mexikanischen Grenze weit verbreitet. Doch Wilderei, Verlust von Lebensräumen und systematische Verfolgung durch Viehbesitzer haben ihm stark zugesetzt.

Die Erhaltung der Art

In freier Natur kommen Würfe von mehr als vier Jungen des Mexikanischen Wolfes (Canis lupus baileyi) nur selten vor. Offensichtlich bekommen ihm die Haltung in dem geschützten Wolfsgehege und die reichlich vorhandene Nahrung gut und sind seiner Fortpflanzung dienlich. Dafür sprechen der gute Verlauf der Trächtigkeit und der große Wurf.

Zur Welt gekommen sind die acht Wolfswelpen (sechs Wolfrüden und zwei Wölfinnen) im Zoo von Mexiko City schon im April.

Doch die mexikanische Regierung wollte mit der Ankündigung erst einmal abwarten, um zu sehen, ob sie es auch alle schaffen. Eine begründete Vorsicht, da in freier Natur nicht immer alle Welpen eines Wurfs überleben.

Wohl behütet und streng überwacht

Pearl, die Mutter der acht kleinen Welpen, hat sich eine Woche vor der Geburt in ihrem Bau verkrochen, während Yoltic, der Vater, zusammen mit den sieben Jungwölfen des Vorjahrs für die Verpflegung der kleinen Familie sorgte.

Nach dreieinhalb Wochen kam Pearl dann sichtlich abgemagert wieder aus ihrem Bau hervor. Und das in Begleitung ihrer Jungen! Die ganze Familie wird von den Pflegern des Zoos in dem 3.700 Quadratmeter großen und der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Wolfsgehege streng überwacht.

Sie sollen nicht mit Menschen in Kontakt kommen, um ausgewildert werden zu können, sobald sie groß genug sind.

Nur noch 350 Mexikanische Wölfe in freier Wildnis

Der Mexikanische Wolf ist eine Unterart des Grauwolfs (Canis lupus). Er kommt hauptsächlich im Südwesten der Vereinigten Staaten und im Norden Mexikos vor.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts erstreckte sich das Verbreitungsgebiet vom Südosten von Arizona über den Westen von Texas, den Süden von New Mexico bis nach Mexiko. Doch dann begann der Mensch vermehrt, auf seine beiden bevorzugten Beutetiere Jagd zu machen, Rothirsche und Wapitis. Da begann der Wolf aus Nahrungsmangel, Schaf- und Rinderherden anzugreifen, woraufhin er von den Viehzüchtern systematisch verfolgt und dezimiert wurde.

Auf der Roten Liste der UICN steht er schon seit den fünfziger Jahren. Doch seit Beginn des Programms zur Förderung der Erhaltung seiner Art kamen in den mexikanischen Zoos jetzt schon 156 Wolfwelpen zur Welt, von denen die meisten freigelassen und wieder in ihrer natürlichen Umgebung angesiedelt werden konnten.


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