Lidl-Tracht: Das sagt eine waschechte Bayerin

Lidl-Tracht: Das sagt eine waschechte Bayerin

Die schönste Zeit im Jahr rückt wieder näher: Bald geht’s los mit dem Oktoberfest auf der Münchner Theresienwiese. Doch auch dieses Jahr trübt wieder etwas die Wiesn’ Stimmung: Wie 2017 schon Aldi, sorgt dieses Mal der Discounter Lidl für Wut vor allem in Bayern. In unserem Video haut unsere bayerische Ohmymag-Redakteurin ordentlich auf den Tisch - und verflucht die Billigtracht in schönstem Dialekt.

Es gibt da etwas, dass die Bayern gar nicht ausstehen können: Und das sind die sogenannten „Zuagroasten“, die sozusagen „ned Hiesigen“, die sich in Tracht hüllen und sich als Bayer verkaufen. Schlimmer noch ist es, wenn die Lederhosen und das Dirndl vom Discounter kommen. Denn die Billig-Tracht, die der Discounter gerade anbietet, ist keineswegs standesgemäß. Ungleich der Tradition bedecken die Dirndl nicht das Knie und die Schürzen sind zu kurz.

Komplett ins Fettnäpfchen aber setzt sich Lidl erst mit seiner Version der passenden Schuhwahl. Das Unwort „Trachtensneaker“, mit dem Lidl karierte Turnschuhe vermarkten will, zerreißen die Traditionsfans in der Luft. Schließlich werden zum Dirndl standesgemäß hohe Schuhe getragen, zur Lederhose am ehesten noch Haferlschuhe.

Gegenüber der tz äußert sich Modeexpertin Sonja Grau abfällig über die Lidl-Kollektion: Die Angebote wirken auf mich wie Angebote zur Faschingszeit. Es wird versucht, den Wiesn-Style mit Hilfe von Wiesn-Motiven zu unterstreichen. Stil und Wertigkeit bleiben aber dabei komplett auf der Strecke.“ Zwar müsse Tracht nicht teuer sein, sollte aber dennoch stilvoll daherkommen – und da versagt die Discounter-Tracht auf voller Länge.

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Vor der Lidl-Blamage hat sich auch Aldi letztes Jahr schon einen Trachten-Fehlgriff geleistet. Unter einem Foto seiner Kollektion kommentiert das FB-Team des Discounters:  „Des Scheene an der Wiesn: Ma hod oan Grund mehr, si zua vakleidlen.“ Dass die Tracht als Verkleidung bezeichnet wird, geht den Facebook-Nutzern eindeutig zu weit – bleibt abzuwarten, ob sich das Lidl-Marketing zumindest in den sozialen Netzwerken klüger verhält.

Das hat sich bis jetzt allerdings auch schon mehrere Fehltritte geleistet. Da wäre etwa der unprofessionelle Anti-Kevin-Post oder das sexistische Angebot zum Muttertag, das die Follower jüngst entzürnt hat.

Sophie Kausch
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