„Für mich eine Frechheit“: Wie viel verdienen Stars wirklich im ZDF-Fernsehgarten?
Seit Jahrzehnten lockt der ZDF-Fernsehgarten Musiker nach Mainz – doch lohnt sich ein Auftritt überhaupt? Was steckt wirklich hinter den Gagen und Ärgernissen auf der Bühne?
Jeden Sonntag ist der Mainzer Lerchenberg Schauplatz bunter Schlagermusik und ausgelassener Stimmung: Der ZDF-Fernsehgarten ist seit den 1980er Jahren eine feste Größe im deutschen Fernsehen, gezeigt auf ZDF und seit 2000 moderiert von Andrea Kiewel. Doch im Hintergrund brodelt es gewaltig, denn immer mehr Künstler fragen sich: Bringt der Fernsehgarten noch Geld – oder nur noch Prominenz?
Gagen, Aufwand und Frust: Was bleibt für die Künstler übrig?
Wenn Ikone Ikke Hüftgold aus dem Nähkästchen plaudert, staunen viele: Für einen Auftritt im Fernsehgarten gab es für ihn gerade mal 750 Euro – und das als „Aufwandsentschädigung“. Doch hinter dem Auftritt steckt laut ihm mehr als nur die Sendung selbst:
„Dafür muss man mit seinem Team samstags schon auf eigene Kosten zur Probe anreisen und sonntags wieder zur Show. Wir reden also von zwei Tagen Arbeit.“
Da bleibt vom Honorar am Ende wenig übrig.
Die Realität für viele Partyschlager-Acts sieht nicht besser aus: Zahlreiche Künstler gehen sogar „mit einem fetten Minus“ aus der Sache heraus. Ikke Hüftgold nimmt dabei kein Blatt vor den Mund:
„Und im Gegenzug bringen wir dem ZDF die höchste Einschaltquote des Jahres. Für mich eine Frechheit, die ihresgleichen sucht.“
Die große Bühne mit Millionen-Publikum kommt teuer zu stehen.
Hinzu kommt, dass einige Musiker neben der geringen Entlohnung auch eigene Kosten schultern müssen, da Proben und Anreisen nicht immer erstattet werden. Das erhöht den Druck auf die Künstler, die sich zwischen Sichtbarkeit und finanziellen Einbußen entscheiden müssen.
Promi-Boykott und Werbeplattform – wer spielt das Spiel mit?
Während sich Namen wie Howard Carpendale, Bernhard Brink oder Maite Kelly regelmäßig im Fernsehgarten die Klinke in die Hand geben, verzichten manche Schlagergrößen freiwillig. Markus Becker stellt offen klar:
„Fernsehauftritte allgemein bringen nicht viel Geld, da geht es eher um Aufwandsentschädigungen. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er da mitspielen will oder nicht.“
TV-Auftritte werden so eher zur Werbeplattform als zur lukrativen Einnahmequelle. Becker selbst war schon längere Zeit nicht mehr dabei: Für 2025 und auch 2026 lag zum Zeitpunkt des Artikels keine Einladung vor.
Andere Stars haben gar keine Lust mehr: Roland Kaiser, Matthias Reim und Roberto Blanco tauchen schon lange nicht mehr auf. Blanco stellt in einem Interview 2019 klar, warum er die Einladung verweigert:
„Ich bin nicht mehr dabei, weil sie die Verträge, die ich hatte, komplett ändern wollten. Das wollte ich damals nicht... Ich werde immer bezahlt für meine Auftritte. Wenn sie mich nicht mehr bezahlen wollen, dann komme ich nicht mehr.“
Ein simpler Deal, der seit seinem letzten Auftritt 2013 nicht mehr zustande kam.
Die Abwesenheit großer Namen führt dazu, dass die Gästeliste des Fernsehgartens heute oft weniger prominent wirkt. Für die Veranstalter bedeutet das wohl auch, laufend neu verhandeln und Künstler bei Laune halten zu müssen.
Was sagt das ZDF zu den Gagen?
Der Sender hält sich, wenn es um konkrete Zahlen oder Unterschiede zwischen den Acts geht, sehr bedeckt. Auf Nachfrage reagiert das ZDF wortkarg:
„Wir bitten um Verständnis, dass wir zu den Verträgen mit den Acts keine Angaben machen können.“
Offen bleibt also, ob einige ausgewählte Stars tatsächlich „mehrere 1.000 Euro“ kassieren, während andere leer ausgehen – doch die Debatte um gerechte Bezahlung dürfte damit noch lange nicht beendet sein.
Obwohl der Fernsehgarten auch 2026 weiterhin große Einschaltquoten verspricht, wird hinter den Kulissen über die Balance zwischen finanzieller Anerkennung und Promotion für die Künstler diskutiert – ein Thema, das wohl in den kommenden Jahren immer wichtiger wird.
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Verwendete Quelle:
ZDF-"Fernsehgarten" – So viel Geld verdienen die Gäste: "Frechheit"