Nora Lum © Wikimedia Commons
der Redaktion

"Ich kann sie jetzt auf der Kamera sehen" Nora Lum sucht ihre Wurzeln neu

Die Schauspielerin und Musikerin Nora Lum, vielen besser bekannt als Awkwafina, teilt ihre bisher persönlichste Geschichte in einer neuen Kochshow – und zeigt eine ganz neue Seite von sich. Was steckt wirklich hinter dem Comeback des Familienrestaurants "Lum's"?

Ein schwerer Verlust, eine große Mission: Nora Lum hat im August 2026 ihre Großmutter verloren. Die Frau, bei der sie nach dem Tod ihrer Mutter aufwuchs, prägte Lums Kindheit, ihre Verbundenheit mit der Familie – und ganz besonders mit deren kulinarischer Tradition. Nun spricht die 38-Jährige in der neuen Show "Awkwafina: Küchen-Quereinsteigerin" und im GALA-Interview offen über Trauer, Erinnerungen und die Suche nach sich selbst am Herd.

Doch was macht die Sache so besonders? Lums Familie hat in New York mit "Lum's" nicht irgendein Restaurant betrieben. Es war einer der ersten chinesisch-amerikanischen Treffpunkte der Stadt, gegründet vom Urgroßvater. Für Nora blieb die kleine Familienküche ein Zufluchtsort, auch als Erwachsene. Besonders nach dem Tod ihrer Mutter war es die Großmutter, die als starke Frau das Familienleben weitertrug und Geschichten durch das Kochen lebendig hielt.

Der Tod der Großmutter brachte eine neue Leere, aber auch neue Motivation: Ihr Vermächtnis sollte nicht verloren gehen. Lum spricht direkt und berührend darüber, welchen Einfluss die familiäre Vergangenheit auf ihren Alltag hat und wie sie dank der Fernsehshow vieles aus einer neuen Perspektive betrachtet. Die Entscheidung, sich dem Erbe ihrer Familie praktisch und emotional zu widmen, fiel Nina Lum nicht leicht, doch ihre Ehrlichkeit und Nahbarkeit machen ihre Reise so besonders.

Ein Restaurant als Herzstück der Familiengeschichte

Der Name "Lum's" war in Nora Lums Familie immer mehr als nur ein Restaurant. Ihr Urgroßvater hatte eines der ersten chinesisch-amerikanischen Lokale in New York gegründet, ihre Großmutter führte es über Jahre mit viel Herz weiter. Nach deren Tod will Nora nun wieder an diese Wurzeln anknüpfen. "Meinen inneren Ratatouille – ja, ich glaube schon. Am Anfang hatte ich alles, was mit Kochen zu tun hatte, komplett aus meinem Kopf verbannt. Und jetzt will ich eigentlich ständig kochen. Das ist schön." Gerade die Küche wird für sie zum emotionalen Ort, sich mit ihrer Herkunft neu zu verbinden.

Das Projekt "Lum's" ist viel mehr als ein Geschäftsvorhaben: Es ist ein Brückenschlag zwischen den Generationen. Lum nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Geschichte ihrer Familie und lässt Erinnerungen an ihre Kindheit, den Duft nach frischem Essen und die Stimmen der Vergangenheit wiederaufleben. Sie hat die Mission angenommen, das Restaurant der Familie wiederzueröffnen – eine Aufgabe, die mit viel Leidenschaft, aber auch Respekt vor den Wurzeln verbunden ist. Es geht ihr nicht nur um Rezepte, sondern darum, etwas fortzuführen, das über Jahrzehnte Bedeutung hatte.

Man merkt ihr an, wie sehr sie die Verantwortung spürt. Die Worte ihrer Großmutter sitzen tief und prägen jede Entscheidung, die sie trifft. Schon als Teenager half sie beim Arbeiten im Restaurant – eine Erfahrung, die damals selbstverständlich erschien, heute jedoch als wertvolle Verbindung zur eigenen Identität gesehen wird. Inmitten von Kochdämpfen, Gewürzen und Erinnerungen wird ihr klar: Das eigene Erbe zu leben ist oft der ehrlichste Weg, sich selbst treu zu bleiben.

Kochen für die Seele: Eine Reise durch Amerika

In ihrer Sendung reist Lum quer durch die USA, um das Handwerk von Grund auf zu lernen. Dabei entdeckt sie nicht nur alte Familienrezepte wieder, sondern stößt auch auf bislang ungelebte Seiten in sich. "Wenn du diese Gerichte kochst, wiederholst du etwas, das deine Familie getan hat. Das allein war schon besonders. Es hat mir geholfen, mich wieder damit zu verbinden, und das ist eine Möglichkeit, die nicht viele Menschen haben." Diese Reise, so Lum, bringt sie ihrer wahren Identität näher.

Die Erfahrungen, die sie dabei sammelt, sind nicht immer einfach – neue Rezepte scheitern, Herausforderungen tauchen auf, aber genau darin liegt die Kraft. Lum findet zwischen all dem Trubel der Küchenmomente Zeit für Selbstreflexion. Sie erlebt, wie Kochen zu einer Art Therapie wird und die Gedanken an ihre Großmutter im Alltag präsent bleiben. Immer wieder kreisen ihre Gespräche um die Rolle der Familie und die Traditionen, die sie nun an ein neues Publikum weitergibt.

Außerdem öffnet sie sich in den Sendungen gegenüber persönlichen Themen: Plötzlich zählt nicht mehr der professionelle Auftritt, sondern echte Emotionen und das Bedürfnis, sich zu zeigen, wie sie wirklich ist. Dieses Sich-Einlassen auf Verletzlichkeit empfindet sie als Stärke: "Zum ersten Mal in meinem Leben verstecke ich mich nicht hinter einer Rolle." Für Lum bedeutet das ein echtes Loslassen – und ein mutiges Hinwenden zu allem, was ihr wichtig ist.

Die Großmutter bleibt präsent: Abschied und Neubeginn

Seit dem Tod der Großmutter im August 2026 scheint für Nora vieles anders – und auch offener. "Ich denke immer noch ständig an sie, und diese Show ist meine letzte Verbindung zu ihr. Ich kann sie jetzt auf der Kamera sehen, das ist etwas ganz Besonderes." Erstmals lässt sie die Öffentlichkeit teilhaben und gibt laut ihren eigenen Worten "Zum ersten Mal in meinem Leben verstecke ich mich nicht hinter einer Rolle." Doch wie fühlt es sich an, ganz ohne Filter zu zeigen, wie nah die Familiengeschichte ihr geht?

Ihr Antrieb ist dabei eindeutig: Sie hat sich die Mission gesetzt, "Lum's" wieder zu eröffnen und dabei alles Wissen, das sie durch ihre Reise sammelt, in das Projekt einfließen zu lassen. Wie sie selbst sagt, ist das Kochen ihr neues Tor zu den Erinnerungen, zu Gesprächen mit der Vergangenheit und zu einem Stück Authentizität, das sie sonst nie so offen gezeigt hätte.

Die Nähe zu ihrer Familie bleibt immer spürbar – sei es durch Rezepte, Gerüche oder kleine Alltagsgeschichten. Was Nora Lum auf diesem Weg gelernt hat? Dass es Mut braucht, ehrlich zu sich selbst zu sein und die Fäden der eigenen Geschichte nicht abzuschneiden. Ihr Beispiel zeigt: Manchmal stecken in alten Traditionen die stärksten Antworten auf die Fragen von heute.

Verwendete Quelle:

Nora Lum : "Jumanji"-Star Nora Lum spricht über den Tod ihrer Großmutter

Auch Interessant:

„Sehe meinen Sohn wieder“: Musiker Reinhard Mey offen über seinen Tod

Sandra Hüller: „Ich identifiziere mich nicht als Deutsche“

“Mein Herz ist voll”: Sarah Zucker teilt ihr neues Mama-Glück am Meer