"Ich wurde psychisch vergewaltigt" – Cathy Hummels spricht offen über digitale Gewalt © @ cathyhummels
Veröffentlicht am 31/03/2026 um 15:10 von der Redaktion

"Ich wurde psychisch vergewaltigt" – Cathy Hummels spricht offen über digitale Gewalt

Digitale Gewalt ist längst Teil des Alltags vieler Frauen – auch Prominente wie Cathy Hummels sind betroffen. Warum sie und Politikerin Katharina Schulze jetzt öffentlich Klartext sprechen, sorgt in München für Gesprächsstoff.

Drohungen und Sexismus bestimmen für Cathy Hummels schon lange die Kehrseite ihres öffentlichen Lebens. Am vergangenen Wochenende wurde es in München richtig persönlich: Beim Stammtisch mit rund 100 Gästen teilte die 38-Jährige schonungslos ihre Erfahrungen mit digitaler Gewalt, unterstützt von Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. Was eigentlich als lockerer Austausch von Müttern geplant war, endete mit harten Wahrheiten zur Schattenseite des Internets und dem Appell, nicht länger zu schweigen.

Stammtisch in München: Hass, Stalking und Drohungen – Alltag für Promi-Mütter

Beim Treffen in München lag plötzlich Hochspannung in der Luft: Cathy Hummels schilderte, wie tief die Angriffe gegen sie gehen. Nicht nur in den sozialen Medien wird sie regelmäßig beleidigt und bedroht, sondern

„Ich wurde psychisch vergewaltigt. Ich habe Drohbriefe bekommen mit ausgedruckten Screenshots meiner privaten Instagram-Nachrichten. Man wollte mich erpressen.“

Diese Worte gehen unter die Haut – und zeigen, mit welchem psychischen Druck Frauen im Rampenlicht konfrontiert werden.

Ganz besonders erschütternd: Die Bedrohungen beschränkten sich nicht auf Worte. Briefe mit Screenshots, Erpressungsversuche – und dann noch ein Stalker, der persönlich auf ihrem Grundstück auftauchte. Auch andere Prominente wie Collien Fernandes sind betroffen, wie Hummels an jenem Abend erwähnt. Die digitale Gewalt nimmt reale, greifbare Züge an.

Rechtsfreier Raum? Hummels und Schulze wehren sich – und stoßen trotzdem an Grenzen

Überraschend offen sprach Cathy Hummels darüber, wie sie sich wehrt:

„Ich habe auch schon sehr, sehr viele Leute angezeigt. Die klauen meine Daten, aber ich darf nicht die Daten von dem Täter klauen. Mir wurde da gesagt, das gehe nicht wegen Datenschutz.“

Während ihr das Datenschutzrecht die Hände bindet, bleiben viele Täter unerkannt und unbehelligt – ein Problem, das offenkundig längst nicht nur sie betrifft.

Auch Katharina Schulze, Mutter von zwei kleinen Kindern und politische Größe in Bayern, kennt die Situation. Sie schilderte:

„Anfangs dachte ich, ich müsse all das als Politikerin aushalten, aber mittlerweile zeige ich konsequent an. Es muss aufhören, dass man sexistischen Sche**, Beleidigungen und Vergewaltigungsandrohungen verschickt. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.“

Kein Wunder, dass sich beide Frauen getroffen und gemeinsam Stellung bezogen haben – ihre Erfahrungen ähneln sich trotz verschiedener Berufe enorm.

Rund 100 Gäste erlebten live, wie es ist, als Mutter und berufstätige Frau in der Öffentlichkeit tagtäglich bewertet, beleidigt und bedroht zu werden. Oder wie Hummels es ausdrückt:

„Ich werde oft aufs Frausein reduziert. Das ist in der Politik ähnlich. Wir sind beide Mütter, maximal berufstätig, werden täglich bewertet, beleidigt und leben in einer Welt mit digitaler sowie sexueller Gewalt.“

Geteilte Elternschaft und digitaler Alltag: Familien zwischen Beruf und Bedrohung

Auch hinter der Fassade des Promi-Daseins brodelt es oft. Cathy Hummels sprach offen darüber, wie sie und Mats Hummels, der Vater ihres Sohnes Ludwig, sich heute „die Kinderbetreuung wirklich 50:50 teilen“ – das war nicht immer so, früher stemmte sie einen Großteil allein, weil Mats durch „seinen Beruf Prioritäten setzen musste.“ Politisch aktiv und belastet durch digitale Gewalt: Auch Katharina Schulze und ihr Partner Danyal Bayaz, beide in Spitzenämtern tätig, jonglieren Alltag, Beruf und Familie.

Wer wie Hummels und Schulze die Wucht des digitalen Hasses erlebt, fragt sich schon: Ändert sich endlich etwas? Damit ihre Stimmen nicht verhallen, gehen sie gemeinsam an die Öffentlichkeit – mit viel Mut und dem Ziel, für alle Betroffenen ein Zeichen zu setzen.

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Ehrliche Worte: Cathy Hummels "wurde psychische vergewaltigt"