Aus Protest gegen Trumps ICE-Politik: "Grey's Anatomy"-Dreh unterbrochen

Die Dreharbeiten zu Grey's Anatomy wurden einen Tag lang ausgesetzt, um den National Shutdown zu unterstützen, einen eindrucksvollen Protest gegen die Politik der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE, was das starke Engagement der Darsteller und der Crew unterstreicht.

Aus Protest gegen Trumps ICE-Politik: "Grey's Anatomy"-Dreh unterbrochen
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Aus Protest gegen Trumps ICE-Politik: "Grey's Anatomy"-Dreh unterbrochen
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Bei der Erfolgsserie "Grey's Anatomy" herrschte kürzlich plötzlich Stille am Set. Warum haben sich die Produzent*innen und Teile der Crew entschieden, für einen Tag die Arbeit ruhen zu lassen? Hier steckt mehr dahinter als nur eine kleine Pause – es geht um politischen Protest mit Signalwirkung.

Ein starkes Zeichen gegen die ICE-Politik

Das Team und der Cast von "Grey's Anatomy" sorgten für Aufsehen, als der Dreh am Freitag für einen ganzen Tag gestoppt wurde. Damit folgten sie dem Aufruf zum "National Shutdown", einer Protestaktion, die sich gegen die US-Bundesbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) sowie die Grenzschutzbehörde CBP richtet. Hintergrund ist eine Protestwelle nach mehreren tödlichen Vorfällen, bei denen es zu dramatischen Konsequenzen gekommen war.

Warum der Protest? Grausame Vorfälle sorgen für Aufruhr

Ausgangspunkt für die groß angelegte Protestbewegung waren tragische Ereignisse: Bei Vorfällen mit Behörden kamen Renee Good und Alex Pretti in Minneapolis und Keith Porter Jr. in Los Angeles ums Leben. Das Motto der Aktionen ist deutlich: „Keine Schule, keine Arbeit, kein Einkaufen“. Gefordert wird ein vollständiger Stopp der Finanzierung von ICE.

Wie das Magazin Deadline berichtet, wurde der Drehstopp eigens eingeführt, damit Mitglieder des Casts und Teams an den Protestmärschen teilnehmen können. Die Produzent*innen der Serie, die beim Sender ABC läuft, reagieren damit direkt auf die Ereignisse und zeigen offen ihre Haltung – die Dreharbeiten sollen bereits am folgenden Samstag wieder fortgesetzt werden.

Die landesweiten Folgen: Läden zu, Politik gespalten

Die Proteste beschränkten sich nicht nur auf den "Grey's Anatomy"-Set. Vielerorts in Los Angeles, darunter Läden und Restaurants, blieben aus Solidarität mit den Demonstrationen geschlossen. Besonders vor der City Hall in Los Angeles, aber auch in Burbank und Santa Clarita, waren Kundgebungen angekündigt. Neben dem gesellschaftlichen Aufruhr kommt es auch auf politischer Bühne zum Streit: Das amerikanische Senat verweigerte einem neuen Haushalt für das Ministerium für Innere Sicherheit die Zustimmung – darunter fällt auch die Finanzierung von ICE und CBP.

„Grey’s Anatomy“ und politisches Engagement: kein Einzelfall

Der aktuelle Drehstopp reiht sich in eine lange Tradition ein: „Grey’s Anatomy“ hat sich seit Jahren immer wieder gesellschaftlich und politisch positioniert. Die Krankenhausserie greift regelmäßig Themen wie strukturellen Rassismus, Polizeigewalt, Frauenrechte oder die Situation von LGBTQ+-Personen auf – oft eng angelehnt an reale Debatten in den USA. Damit unterscheidet sich das Format bewusst von reiner Unterhaltung und versteht sich auch als Spiegel gesellschaftlicher Konflikte.

Auch hinter den Kulissen ist diese Haltung nichts Neues. Produzentin Shonda Rhimes und das Umfeld von Shondaland haben sich in der Vergangenheit mehrfach klar zu politischen Fragen geäußert. Dass Cast und Crew nun gemeinsam ein Zeichen setzen und ihre Arbeit für einen Tag niederlegen, wirkt vor diesem Hintergrund weniger überraschend – vielmehr konsequent. Der Protest passt zum Selbstverständnis einer Serie, die gesellschaftliche Verantwortung immer wieder zum Teil ihrer Identität gemacht hat.

Welche Folgen hat ein Drehstopp für eine Erfolgsserie?

Ein Produktionsstopp bei einer Serie wie „Grey’s Anatomy“ hat vor allem symbolischen Charakter. Wirtschaftlich sind die Auswirkungen eines einzelnen Drehtags überschaubar, zumal die Dreharbeiten unmittelbar danach wieder aufgenommen wurden. Dennoch ist der Schritt nicht belanglos: Jeder Drehtag ist minutiös geplant, und selbst kurze Unterbrechungen erfordern organisatorische Anpassungen im engen Produktionskalender.

Gerade deshalb entfaltet der Protest Signalwirkung. Wenn eine der langlebigsten und erfolgreichsten Serien des US-Fernsehens ihre Arbeit bewusst pausiert, lenkt das Aufmerksamkeit auf das Anliegen der Beteiligten. Der Verzicht auf einen Drehtag wird so zu einer kalkulierten Entscheidung: Die Produktionsmaschinerie bleibt kurz stehen, um eine politische Botschaft sichtbar zu machen – ohne den Fortbestand der Serie zu gefährden.

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